Warmes Wasser und Spastik - Ein ewiger Kreislauf ...

Hier könnt ihr euch über die unterschiedlichsten Therapiemöglichkeiten (Logopädie, Petö, Cranio Sacrale) für eure Kinder austauschen und Fragen rund ums Thema Krankengymnastik und Frühförderung stellen.

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Nina13
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Warmes Wasser und Spastik - Ein ewiger Kreislauf ...

Beitragvon Nina13 » 26.04.2019, 20:22

Hallo zusammen!

Ich bin immer wieder begeistert, welche "kurzfristigen Wunder" warmes Wasser bei einer Spastik bewirkt. Die Schlussfolgerung ist ja eigentlich logisch: Durch die Wärme entspannt sich die Muskulatur, der Tonus wird gesenkt und es kommt zur Schmerzlinderung. Sobald ich aber aus dem Becken im Schwimmbad komme und es mich friert, ist der Effekt schlagartig dahin. Die Beine fühlen sich viel steifer an, das Laufen ist schwieriger und ich habe das Gefühl, wie ein Roboter zu gehen. :shock: Nach dem Abtrocknen und Einwickeln in ein Handtuch ist es meistens besser, aber nach wenigen Stunden bahnt sich die Spastik wieder ihren Weg ... :roll:

Es müsste also ein Hilfsmittel o. Ä. geben, das kontinuierlich Wärme abgibt und somit auch eine Reduktion der Beschwerden bewirkt. Habt Ihr dafür vielleicht eine Lösung gefunden?

Ich freue mich über Antworten. Vielen Dank.

Liebe Grüße

Nina
Ich: Geboren im Februar 1999, ehemaliges Extremfrühchen (26. SSW, 800 g.), Z. n. Hirnblutung und Intubation, spastische diplegische Zerebralparese, Gangstörung (Kauergang), Gleichgewichtsprobleme, pathologischer Nystagmus, Kurzsichtigkeit, schielen, Redeflussstörung (stottern).

Meine Vorstellung: ftopic134719.html

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Tina&Andi
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Re: Warmes Wasser und Spastik - Ein ewiger Kreislauf ...

Beitragvon Tina&Andi » 26.04.2019, 23:56

Hallo Nina,
wenn du zu Hause in der Badewanne bist, könnstet du dir ein richtig warmer Kuscheloverall kaufen.
Dann könnstet du direkt aus der Badewanne reinschlüpfen.

LG
Tina
Tina : Tetraspastik, beinbetont,

Andi : Tetraspastik, armbeton, vorallem schreibfaul

SimoneChristian
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Re: Warmes Wasser und Spastik - Ein ewiger Kreislauf ...

Beitragvon SimoneChristian » 27.04.2019, 07:48

Hallo Nina!

Spontan habe ich gerade an lange Unterwäsche gedacht. Entweder aus Wolle/Seide oder entsprechende Sport-/Ski-Unterwäsche.
Seit dem ich im Herbst/Winter brav mein Ski-Unterhemd trage, sind zumindest meine Rückenschmerzen fast weg.

LG
Simone
C. (*9/11) Sprachentwicklungsverzögerung, Regulationsstörungen des Kindesalters
atypischer Autismus (Diagnose 07/15)

Nina13
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Re: Warmes Wasser und Spastik - Ein ewiger Kreislauf ...

Beitragvon Nina13 » 29.04.2019, 20:04

Hallo Nina,
wenn du zu Hause in der Badewanne bist, könnstet du dir ein richtig warmer Kuscheloverall kaufen.
Dann könnstet du direkt aus der Badewanne reinschlüpfen.

LG
Tina
Hallo Tina!

Deine Idee mit dem Overall ist nicht schlecht. Im Winter, oder wenn die Symptome schlimm sind, lege ich mir zu Hause oft Kirschkernkissen auf die Beine und statte mich zusätzlich noch mit einer Decke aus. Das kann ich auf der Arbeit natürlich nicht. Trotz Spastikschmerzen darf die Konzentration dann nicht leiden, was manchmal nicht einfach ist - aber irgendwie gelingt mir das trotzdem ... :wink:

Liebe Grüße

Nina
Ich: Geboren im Februar 1999, ehemaliges Extremfrühchen (26. SSW, 800 g.), Z. n. Hirnblutung und Intubation, spastische diplegische Zerebralparese, Gangstörung (Kauergang), Gleichgewichtsprobleme, pathologischer Nystagmus, Kurzsichtigkeit, schielen, Redeflussstörung (stottern).

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Nina13
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Re: Warmes Wasser und Spastik - Ein ewiger Kreislauf ...

Beitragvon Nina13 » 29.04.2019, 20:08

Hallo Nina!

Spontan habe ich gerade an lange Unterwäsche gedacht. Entweder aus Wolle/Seide oder entsprechende Sport-/Ski-Unterwäsche.
Seit dem ich im Herbst/Winter brav mein Ski-Unterhemd trage, sind zumindest meine Rückenschmerzen fast weg.

LG
Simone
Hallo Simone!

Lange Unterwäsche hilft mir leider nicht so gut. Warum das so ist, weiß ich nicht. Da bin ich noch auf der Suche nach einer Lösung ... Prima, dass Du mit einem Ski-Unterhemd fast keine Rückenschmerzen mehr hast. :D

Liebe Grüße

Nina
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Mama Ursula
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Re: Warmes Wasser und Spastik - Ein ewiger Kreislauf ...

Beitragvon Mama Ursula » 09.05.2019, 17:04

Hallo!

Kennst Du diese Wärmepflaster?
Ich zweckentfremdet die für sämtliche Körperregionen und Anwendungsgebiete mit sehr gutem Erfolg.

Da das aber auf längere Sicht teuer wird, verwende ich im Alltag auch häufig große Klick-Wärme-Packs. Da setze ich die Menschen drauf oder stecke sie ihnen unter den Pulli oder in die Hose. Das sieht dann zwar etwas doof aus, hilft aber auch für Stunden und ist preisgünstiger.
Die Klick-Packs koche ich nach Gebrauch 10-12 Minuten, dann kann ich sie direkt wieder verwenden und wenn sie abgekühlt sind, durch einen Klick auch wieder aktivieren.

Gute Entspannung und liebe Grüßle
Ursula
Kinderkrankenschwester mit Fachweiterbildung Palliativ Care und Außerklinische Beatmung.
Pflegemutter von Jessy (16 J., schwerster Hirnschädigung wegen Sauerstoffmangel), kl.Bub (1 Jahr mit schwerster Hirnschädigung, Reflux, Spastisch-steife Knie), 2 gr. Jungs - ausgezogen.

Nina13
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Re: Warmes Wasser und Spastik - Ein ewiger Kreislauf ...

Beitragvon Nina13 » 11.05.2019, 23:10

Hallo!

Kennst Du diese Wärmepflaster?
Ich zweckentfremdet die für sämtliche Körperregionen und Anwendungsgebiete mit sehr gutem Erfolg.

Da das aber auf längere Sicht teuer wird, verwende ich im Alltag auch häufig große Klick-Wärme-Packs. Da setze ich die Menschen drauf oder stecke sie ihnen unter den Pulli oder in die Hose. Das sieht dann zwar etwas doof aus, hilft aber auch für Stunden und ist preisgünstiger.
Die Klick-Packs koche ich nach Gebrauch 10-12 Minuten, dann kann ich sie direkt wieder verwenden und wenn sie abgekühlt sind, durch einen Klick auch wieder aktivieren.

Gute Entspannung und liebe Grüßle
Ursula
Hallo Ursula!

Wärmepflaster habe ich schon probiert. Eine leichte Besserung spürte ich nur solange, wie die Pflaster auf den Beinen waren. Das spastische Gangbild beeinflussten sie nicht. Ca. 15 Minuten nach der Behandlung waren die Schmerzen wieder unverändert. Leider sind nur wenige in der Packung. Ich brauche für eine Anwendung insgesamt 4 (für die Waden und Oberschenkel beider Beine).

Von Klick-Packs habe ich noch nichts gehört, finde es aber eine gute Idee. Toll, dass Du sie so unterschiedlich und mit gutem Erfolg bei Patienten einsetzt. Vielleicht wäre das, zu den Körnerkissen für die Mikrowelle, eine Alternative? Kann man sie in der Apotheke kaufen? Wie viel kostet es ungefähr?

Liebe Grüße

Nina
Ich: Geboren im Februar 1999, ehemaliges Extremfrühchen (26. SSW, 800 g.), Z. n. Hirnblutung und Intubation, spastische diplegische Zerebralparese, Gangstörung (Kauergang), Gleichgewichtsprobleme, pathologischer Nystagmus, Kurzsichtigkeit, schielen, Redeflussstörung (stottern).

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sabine g
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Re: Warmes Wasser und Spastik - Ein ewiger Kreislauf ...

Beitragvon sabine g » 12.05.2019, 11:58

Liebe Nina,

eigentlich eine gute Idee, dauerhafte Wärmezufuhr zur Linderung der Muskelschmerzen. Fürchte jedoch, dass nicht nur das Frieren sondern vor allem die wieder zu spürende Schwerkraft außerhalb des Wassers und die Notwendigkeit, dass Dich die Beine nun wieder tragen sollen, zu den Schmerzen nach dem Schwimmen führen.

Möchte Dir gern von einer Erfahrung berichten...
Ein guter Freund von mir lebt mit einer heftigen Halbseitenspastik und war bei einem Besuch bei mir auf dem Pferd - auf seinen Wunsch hin. Da wir uns wirklich schon ewig kennen, war sein Feedback natürlich viel offener als das von anderen Reittherapieklienten. Zudem sah ich seine Bewegungen auch im weiteren Tagesverlauf, was mir ja üblicherweise nicht möglich ist.

Nach ca. 40 Minuten auf einem gleichmäßigen Schritt gehenden Pferd (ohne Wendungen, die eine starke Seitwärtsbewegung provozieren würden) ging es ihm unglaublich gut. Sein Gangbild war verbessert, dir Beine deutlich gelockert und somit die Schmerzen gelindert. Um ganz ehrlich zu sein, rauchte er abends immer eine Tüte, damit er überhaupt schlafen konnte und sein Körper, der sich ewig bewegen will, ruhig wird. Das war nach dem Reiten (fand am frühen Nachmittag statt) nicht nötig, er schlief relativ entspannt ein.
Im Lauf des folgenden Tages ließen die Effekte nach. Vielleicht wäre es eine Idee, Dir eine Reittherapie (mit Plan, bitte! ) zu suchen, die eine solch lange Reitzeit darstellen kann und Dir anschließend direkt den Physiotermin legst. Ohne Zeitnot, ohne Druck, quasi als wöchentliches Wellnessprogramm.

Hab deine Vorstellung gelesen und dort gesehen, dass du als Kind Hippotherapie hattest. Hoffe es war mehr, als das typische mal eben zehn Minuten aufm Pferd sitzen (was nix bringt) und hoffe auch, du verbindest keine schlechten Erfahrungen mit den Vierbeinern.

Ganz herzliche Grüße
Sabine

Mama Ursula
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Re: Warmes Wasser und Spastik - Ein ewiger Kreislauf ...

Beitragvon Mama Ursula » 13.05.2019, 16:45

Sorry Nina,

lese Deine Rückfrage erst jetzt.

Ich kaufe für große Flächen eigentlich immer die Gel-Wärmekissen von WARM UP - such das mal.

Grüßle
Ursula
Kinderkrankenschwester mit Fachweiterbildung Palliativ Care und Außerklinische Beatmung.
Pflegemutter von Jessy (16 J., schwerster Hirnschädigung wegen Sauerstoffmangel), kl.Bub (1 Jahr mit schwerster Hirnschädigung, Reflux, Spastisch-steife Knie), 2 gr. Jungs - ausgezogen.

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Nina13
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Re: Warmes Wasser und Spastik - Ein ewiger Kreislauf ...

Beitragvon Nina13 » 14.05.2019, 18:58

Liebe Nina,

eigentlich eine gute Idee, dauerhafte Wärmezufuhr zur Linderung der Muskelschmerzen. Fürchte jedoch, dass nicht nur das Frieren sondern vor allem die wieder zu spürende Schwerkraft außerhalb des Wassers und die Notwendigkeit, dass Dich die Beine nun wieder tragen sollen, zu den Schmerzen nach dem Schwimmen führen.

Möchte Dir gern von einer Erfahrung berichten...
Ein guter Freund von mir lebt mit einer heftigen Halbseitenspastik und war bei einem Besuch bei mir auf dem Pferd - auf seinen Wunsch hin. Da wir uns wirklich schon ewig kennen, war sein Feedback natürlich viel offener als das von anderen Reittherapieklienten. Zudem sah ich seine Bewegungen auch im weiteren Tagesverlauf, was mir ja üblicherweise nicht möglich ist.

Nach ca. 40 Minuten auf einem gleichmäßigen Schritt gehenden Pferd (ohne Wendungen, die eine starke Seitwärtsbewegung provozieren würden) ging es ihm unglaublich gut. Sein Gangbild war verbessert, dir Beine deutlich gelockert und somit die Schmerzen gelindert. Um ganz ehrlich zu sein, rauchte er abends immer eine Tüte, damit er überhaupt schlafen konnte und sein Körper, der sich ewig bewegen will, ruhig wird. Das war nach dem Reiten (fand am frühen Nachmittag statt) nicht nötig, er schlief relativ entspannt ein.
Im Lauf des folgenden Tages ließen die Effekte nach. Vielleicht wäre es eine Idee, Dir eine Reittherapie (mit Plan, bitte! ) zu suchen, die eine solch lange Reitzeit darstellen kann und Dir anschließend direkt den Physiotermin legst. Ohne Zeitnot, ohne Druck, quasi als wöchentliches Wellnessprogramm.

Hab deine Vorstellung gelesen und dort gesehen, dass du als Kind Hippotherapie hattest. Hoffe es war mehr, als das typische mal eben zehn Minuten aufm Pferd sitzen (was nix bringt) und hoffe auch, du verbindest keine schlechten Erfahrungen mit den Vierbeinern.

Ganz herzliche Grüße
Sabine
Hallo Sabine!

Danke für die interessante Geschichte. Schön zu lesen, dass sein Gangbild bis zum nächsten Tag besser war. Gerne würde ich auch wieder eine Reittherapie machen, aber ich muss mal auf die Suche gehen, wer im Umkreis so etwas anbietet. Ob es die Institution noch gibt, bei der ich früher war, weiß ich nicht. Die Tochter einer Arbeitskollegin reitet am Wochenende auf einem Pferdehof ca. 5 Kilometer entfernt, allerdings nicht zu Therapiezwecken. Vielleicht frage ich dort mal nach ...

Wie lange die Einheiten damals waren, kann ich nicht mehr sagen. Als Kleinkind konnte ich nicht abschätzen, wie viel Minuten es waren. Wenn ein Hof die Therapie anbietet, sollte sie auch professionell und so lang sein, dass man danach eine Verbesserung z. B. der Spastik erkennen kann. Ich kann mich aber noch dran erinnern, dass mir das Reiten viel Spaß gemacht hat. "Schlechte Erfahrungen" hatte ich zum Glück nicht. Sitzt man heutzutage auch ohne Sattel auf dem Pferd? Hat sich an der Kostenübernahme etwas geändert? Zahlt mittlerweile die Krankenkasse?

Liebe Grüße

Nina
Ich: Geboren im Februar 1999, ehemaliges Extremfrühchen (26. SSW, 800 g.), Z. n. Hirnblutung und Intubation, spastische diplegische Zerebralparese, Gangstörung (Kauergang), Gleichgewichtsprobleme, pathologischer Nystagmus, Kurzsichtigkeit, schielen, Redeflussstörung (stottern).

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