Muskelhypotonie vs. Greifen

In dieser Rubrik könnt ihr euch über diverse Krankheitsbilder austauschen - z. B. Skoliose, Kyphose, Cerebralparese usw.

Moderator: Moderatorengruppe

Annouk4
Mitglied
Mitglied
Beiträge: 14
Registriert: 04.10.2018, 11:52

Muskelhypotonie vs. Greifen

Beitragvon Annouk4 » 26.04.2019, 13:28

Hallo ihr Lieben...

Meine Tochter Lene ist 12 Monate alt und leidet unter anderem an einer muskulären Hypotonie, vorallem im Schultergürtel. Kopfhalten gelingt seit dem 11. Monat und damit kam jetzt auch die Bauchlage mit Unterarmstütz.
Ich wollte jetzt mal nach euren Erfahrungen fragen ob die Armschwäche auch das Greifen beeinflusst.
Lene greift sehr wenig, am liebsten auch weiche, leichte Dinge, es interessiert sie aber wenig. Nun steht Rett Syndrom im Raum...wovor ich sehr Angst habe. Kann das wenige Greifen nicht einfach mit der Hypotonie zusammen hängen? Sie hat schon von Anfang an wenig gegriffen..
Wie sind eure Erfahrungen?
Liebste Grüße

Anne mit Lene
Anne('81)
mit Lene(2018)Fütterstörung, muskuläre Hypotonie, globale Entwicklungsverzögerung ohne Diagnose
Und 3 Söhne ('11,'13,'16) gesund

Werbung
 
Katja_S
REHAkids Urgestein
REHAkids Urgestein
Beiträge: 2472
Registriert: 15.01.2009, 12:47
Wohnort: B.-W.

Re: Muskelhypotonie vs. Greifen

Beitragvon Katja_S » 26.04.2019, 16:38

Hallo Anne,
Ich denke schon, dass das wenige Greifen auch "nur" mit der Hypotonie zusammenhängen kann. Übt ihr das denn auch bei der Physio oder habt ihr Ergo? Was meinen da die Therapeuten?
Mal noch eine anderer Gedanke: Sieht und hört sie gut? Nimmt sie die Gegenstände, nach denen sie greifen soll, gut wahr?
Viele GRüße
Katja
Katja mit E. (geb. April'08), Frühchen 26. SSW, Hirnblutungen, Hydrocephalus (Shunt-versorgt), gehörlos (2 CIs), Epilepsie, geistige und körperliche Behinderung

Annouk4
Mitglied
Mitglied
Beiträge: 14
Registriert: 04.10.2018, 11:52

Re: Muskelhypotonie vs. Greifen

Beitragvon Annouk4 » 26.04.2019, 16:58

Hallo Katja...

Ja, wir machen Ergo und Frühförderung. ABER irgendwie mag niemand, auch Ärzte keine Prognose abgeben. Ich verstehe auch, das man das nicht kann, aber Erfahrungen könnte man ja schon mitteilen, versteh ich immer nicht so ganz, deshalb suche ich hier nach welchen.
Das sehen wurde vor 2 monaten in einer sehschule mit diversen Karten getestet und war wohl gut. Sie verfolgt auch gut und nimmt bewegungen im raum wahr..Hören ist sogar übersensibel...sie richtet auch den kopf zu mir wenn ich sie anspreche, wenn auch nicht immer aber doch immer wieder und häufiger jetzt.
Sie ist einfach mega schwach auf den Armen...der Po will immer schon hoch, aber die arme drücken nicht vorne mit..Allerdings greift sie ihre Füße..denke immer warum dann kein Spielzeug so recht?
:icon_scratch: :icon_scratch: :icon_scratch:

Danke für deine Antwort
Anne('81)
mit Lene(2018)Fütterstörung, muskuläre Hypotonie, globale Entwicklungsverzögerung ohne Diagnose
Und 3 Söhne ('11,'13,'16) gesund

Carola124
Mitglied
Mitglied
Beiträge: 66
Registriert: 16.05.2018, 14:51

Re: Muskelhypotonie vs. Greifen

Beitragvon Carola124 » 26.04.2019, 18:53

Hallo Anne!

Bei uns war es auf alle Fälle aufgrund der hypotonie so dass unser Sohn zu Beginn wenig gegriffen hat weil einfach die arme schwach sind und auch die augenmuskulatur - daher auch späteres verfolgen von Dingen und lächeln und augenkontakt! Würde mir zumindest von der ergo so erklärt!

Setzt ihr eure kleine Maus denn auch hin (soll man zwar nicht zu oft machen aber ab und zu ist es wirklich gut weil die Kinder dann eine andere Perspektive haben und dann einfach das räumliche sehen besser wird und somit auch das Greifen - würde ich auf alle Fälle auch probieren!

Ja mit den Prognosen ist das so eine Sache - zum verrückt werden - auch Erfahrungen werden manchmal ungern weiter gegeben! Es ist schwierig aus der ferne etwas zu sagen weil es ja nicht alle die aus der Nähe wollen oder können aber bleib einfach dran und ich halte dir die Daumen dass deine Tochter gesund ist - mein Sohn ist auch erst mit ca 13 Monaten gekrabbelt, hat sich aufgesetzt und hat sich aufgezogen und alles von jetzt auf gleich ohne vorher viel in den vierfüßlerstand gegangen zu sein. Vielleicht ist es ja bei euch auch so!

Alles Liebe

Annouk4
Mitglied
Mitglied
Beiträge: 14
Registriert: 04.10.2018, 11:52

Re: Muskelhypotonie vs. Greifen

Beitragvon Annouk4 » 26.04.2019, 19:21

Hallo Carola..

Ja..ab und an setz ich sie in eine wippe(45°),in einen Hochstuhl oder in den kinderwagen aufrecht..
Sie spielt aber immer nur mit Tüchern, streichelt ihre Decke oder guckt sich ihre Hände an. Sie nimmt auch mal ein Plüschtier, aber lang konzentriert sie sich nicht drauf, nur ihre Hände und Füße sind sehr oft angesagt. Ich habe schon viel gelesen, wenig greifen kann auch mit geistiger Retardierung zusammen hängen..
Ich "hoffe" einfach nur, es liegt an ihren schwachen Armen..
Lieben Dank für deine Antwort und Tipps
Lg
Anne('81)
mit Lene(2018)Fütterstörung, muskuläre Hypotonie, globale Entwicklungsverzögerung ohne Diagnose
Und 3 Söhne ('11,'13,'16) gesund

Carola124
Mitglied
Mitglied
Beiträge: 66
Registriert: 16.05.2018, 14:51

Re: Muskelhypotonie vs. Greifen

Beitragvon Carola124 » 27.04.2019, 11:16

Hallo!

Ich glaube nur am Greifen kann man das nicht fest machen ob es da kognitive Probleme gibt - plappert deine Kleine, hält sie blickkontakt und "versteht" Dinge die du nennst und blickt dorthin? (wo ist die Tür etc.)
Es gibt einfach Kinder die stark hypoton sind aber es keine Ursache dafür gibt (zumindest keine die erforscht ist weil eben diese Kinder später ganz "normal" leben können! Diese Kinder gehen dann meist spätestens mit 2 Jahren und holen dann Schritt für Schritt alles nach! Und dann gibt es leider die Form der hypotonie die eine Ursache hat.

Bei uns ist es auch so dass ich so sehr hoffe dass mein Sohn alles aufholen kann und gesund ist!

Euch alles Gute - bleib dran deine Tochter gut zu fördern - ich halte euch die Daumen dass sich alles noch zum Guten wendet

Mascha2013
Stamm-User
Stamm-User
Beiträge: 151
Registriert: 19.03.2014, 07:01

Re: Muskelhypotonie vs. Greifen

Beitragvon Mascha2013 » 27.04.2019, 15:12

Liebe Anne,

herzlich willkommen hier im Forum! Leider ist nicht nur wenig Greifen, sondern auch die Hypotonie als solche ein Anzeichen für eine mentale Retardierung. Zum Vergleich: Meine Tochter war/ist auch hypoton, konnte erst mit fünf Monaten greifen, war nie sonderlich interessiert an ihrer Umwelt, hat sich dann mit 12 Monaten hingesetzt und ist gekrabbelt. Mit 18 Monaten konnte sie laufen. Ich wusste aber immer, dass mit ihr etwas nicht stimmt. Wie ist denn dein Gefühl? Insbesondere, wenn du sie mit anderen Kindern vergleichst? Ist sie genauso wach und aufmerksam wie sie? Ich finde, auf sein Mamagefühl kann man sich immer recht gut verlassen, auch wenn das nicht immer schön ist! Heute ist meine Tochter sechs Jahre alt, entgegen meiner Befürchtung wohl nur lernbehindert und kommt im Alltag recht gut klar. Auch wenn man gern eine Glaskugel hätte, um in die Zukunft zu schauen, bleibt einem nichts anderes übrig als abzuwarten. Ich weiß, wie schwer das ist. Ich wollte damals auch unbedingt eine Prognose von den Ärzten, habe aber auch nur schwammige Antworten erhalten. Im Nachhinein haben sie mir gesagt, dass sie nicht gedacht hätten, dass Lucie sich so gut entwickeln würde. So viel dazu. Wie ist denn Lenes Bindungsverhalten? Lucie war es immer ziemlich egal, von wem sie betreut wird. Das war damals sehr schwer für mich. Heute ist aber eindeutig eine Bindung da! Was auch immer mit deiner Tochter ist, du wirst lernen, es zu akzeptieren! Aber das braucht viel, viel Zeit! Ich habe die ersten anderthalb Jahre täglich geweint. Heute gar nicht mehr! Ich wünsche dir sehr, dass deine Lene die Ärzte auch überrascht!
Alles, alles Gute und falls du noch Fragen hast, frag gerne!

Liebe Grüße

Mascha
Mascha mit Lucie *3/2013, Entwicklungsverzögerung ohne Diagnose

Werbung
 
Lena-Schildi
Neumitglied
Neumitglied
Beiträge: 6
Registriert: 11.04.2019, 13:17
Wohnort: Duisburg

Re: Muskelhypotonie vs. Greifen

Beitragvon Lena-Schildi » 27.04.2019, 15:40

Mein kleiner hat auch Muskelhypotonie
Er hat angefangen mit ca 5 Monaten mit einer Hand zu greifen zu versuchen. Mit 7 Monaten mit beiden dann. Zu meinem Geburtstag da war er 10 Monate fing er mit ersten robbversuchen an. Heute mit 11 Monaten krabbelt er, zwar nicht im vier füsler aber auf Knie und Unterarmen.
Kg machen wir seit er 6/7 Monate ist.
Seit drei Wochen versucht er sich hoch zuziehen bleibt auf den Knien und kommt nicht weiter.
Ihm hat auch viel geholfen das wir zu einem elterntreff gehen (eine gemischte Gruppe aus behinderten und nicht behinderten Kindern ist das).

Es kann schnell gehen mit den Fortschritten es kann auch langsam gehen hat mir unsere physio Therapeutin gesagt.
Liebe Grüße

Lena mit Lenny (05/18; Muskelhypotonie, Entwicklungsverzögerung und Hypospadie) und Nik (11/16)


Zurück zu „Krankheitsbilder - Allgemein“

Wer ist online?

Mitglieder in diesem Forum: 0 Mitglieder und 0 Gäste