Pflegebett 135 cm Gitter abgelehnt

Für beihilfeberechtigte privat krankenversicherte Beamte gelten besondere Regeln. Fragen rund um diese Themen können hier besprochen werden.

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Anja mit Tristan
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Pflegebett 135 cm Gitter abgelehnt

Beitragvon Anja mit Tristan » 15.04.2019, 14:37

Hallo zusammen,

wir hatten für T. im Februar 2018 (!!!) ein Pflegebett beantragt.
Besuch von Medicproof erfolgte zeitnah und der grundsätzliche Bedarf wurde festgestellt. PKV forderte uns auf, 2 Kostenvoranschläge für ein Bett unserer Wahl vorzulegen. Das taten wir auch. Wir möchten ein Bett mit 135 cm hohen Gittern erwerben, da T. sich im Bett hinstellen kann und den Oberkörper über die Gitter hängt. Es gab in der Kurzzeitpflege bereits sturzgefährliche Situationen. Gefahrenbewusstsein hat der junge Mann nicht.
Im November 2018 (!!!) kam dann von der PKV noch einmal die Bitte um Schweigepflichtentbindung für Medicproof. Es kam allerdings kein Gutachter mehr, sondern im Februar 2019 die Absage. Ein Bett mit solch hohen Gittern sei nicht erforderlich, man würde ein Bett mit 60 cm Gittern zahlen.
Wir haben unter Vorlage von Stellungnahmen SPZ, Kinderärztin, Pflegedienst und Kurzzeitpflege gegen argumentiert und heute kam die endgültige Ablehnung.
Ein Bett mit 60 cm würde zur Erleichterung der Pflege ausreichen, die Eigengefährdung sei nicht das Problem der PKV.

Wie gehe ich jetzt taktisch weiter vor? Ombudsmann oder Klage? Hat jemand Erfahrungen mit dem Ombudsmann?
Für uns ist die Situation nicht mehr tragbar. Zum einen kann ich mein knapp 20 kg schweres Kind kaum noch aus dem handelsüblichen Babybett heben, was gerade bei Notfällen echt Probleme macht. Auf eine handelsübliche Wickelkommode passt T. auch nicht mehr. Am meisten macht mir aber das Hinstellen Sorgen. Wir haben Matten rund um das Bett ausgelegt und schieben Nachtwache, wenn T. nachts wach wird und sich hinstellen könnte.
Wie lange dauert es beim Ombudsmann? Wenn Sozialgericht, dann eine einstweilige Anordnung? Klage dauert eigentlich zu lange...

Liebe Grüße und tausend Dank,
Anja
Tristan: 10/2014, HIE, Aphagie (Button), Hiatushernie, Cardiainsuff., GÖR, Fundoplicatio, ICP, Laryngomalazie, Sehbehind., global entwicklungsverz. - Mamas und Papas Sonnenscheinchen

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Jörg01
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Re: Pflegebett 135 cm Gitter abgelehnt

Beitragvon Jörg01 » 15.04.2019, 16:12

Hi,
Ich würde sofort Klage beim Sozialgericht einreichen.
Besorgt Euch aber einen guten Anwalt und klagt auf allen wegen.
Eilverfahren, Einstweilige Verfügung (so bekommt ihr das Bett schon mal) sowie die normale Klage.
(Wir hatten es auch einmal machen müssen aber dank der Anwältin war es super und dauerte nicht mehr als 7 Monate auch wenn es kein urteil gab was uns ärgert)
Für Infos zu Luca bitte Vorstellung lesen :-)
http://www.REHAkids.de/phpBB2/ftopic112622-0-asc-0.html

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Engrid
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Re: Pflegebett 135 cm Gitter abgelehnt

Beitragvon Engrid » 15.04.2019, 16:18

Hallo,

habt Ihr mal geprüft, ob da nicht zwischen Beantragung bzw Bedarfsfeststellung und der Reaktion der KK im November längst die Genehmigungsfiktion greift?

Grüße
Engrid
mit Sohn vom anderen Stern (frühkindlich autistisch)
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Anja mit Tristan
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Re: Pflegebett 135 cm Gitter abgelehnt

Beitragvon Anja mit Tristan » 15.04.2019, 21:08

Hallo Engrid,

wir sind ja privat versichert und Beihilfe berechtigt. Da greift die Genehmigungsfiktion leider nicht, soweit ich weiß. Falls doch, wäre ich für einen Hinweis echt dankbar, denn dann hätten wir es.
So ein Widerspruchsverfahren mit Widerspruchsausschuss usw. gibt es leider auch nicht. Es gibt einen Ombudsmann der privaten Kranken- und Pflegeversicherung. Bisher habe ich mit diesem Verfahren keine Erfahrungen, vor allem nicht mit der Zeitdauer.

Liebe Grüße
Anja
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kati543
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Re: Pflegebett 135 cm Gitter abgelehnt

Beitragvon kati543 » 15.04.2019, 23:33

Hallo Anja,
mal eine doofe Frage. Die Beihilfe zahlt doch ihren Teil, oder? Wieviel bleibt denn da noch für die PKV übrig? Die PKV würde ja das Bett mit 60cm übernehmen. Könnt ihr nicht einfach den „Aufpreis“ zahlen? Bei uns wurde das damals so gemacht bei den uK. Ganz offiziell lief das als „Zuschuss“ bei der PKV. Klar mussten wir vorher einen Zettel unterschreiben, dass wir keine weiteren Ansprüche auf diese Leistung erheben.
Das Schlimmste,was ich mal warten musste, bis die PKV zur Einsicht gelang, war 1 Jahr. Ich habe sogar ein ganz tolles Schreiben mit einer Entschuldigung bekommen. Nur mein Kind hätten sie fast dabei getötet.
LG
Katrin
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Anja mit Tristan
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Re: Pflegebett 135 cm Gitter abgelehnt

Beitragvon Anja mit Tristan » 16.04.2019, 07:51

Hallo Katrin,

mit der Beihilfe habe ich gestern telefoniert. Dort hängt man sich an die Entscheidung der PPV, d.h. es wird dann auch nur ein Bett mit 60 cm Gittern übernommen. Kein Ermessensspielraum, keine eigene Prüfung. Die Beihilfe rät zur Klage.
Wir hätten dann eine Deckungslücke von ca. 2000 €. Das können wir privat nicht leisten. Wenn Tristan gesund wäre und ich ein Kinderbett kaufen würde, würde ich leider auch keine 2000 € ausgeben können.
Ich brauche jedoch dringend solch ein Pflegebett. Turnmatten auslegen und Nachtwachen schieben ist meiner Meinung nach auch keine Hilfe zur Pflege.
Ach ja, der Inkontinenzbezug für die Matratze wurde grundsätzlich abgezogen, meiner Meinung nach zu Unrecht.

Liebe Grüße
Anja
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Re: Pflegebett 135 cm Gitter abgelehnt

Beitragvon Sascha11 » 16.04.2019, 08:50

Ich kann dir leider auch nicht helfen, aber verstehe deinen Frust, der unglaublich sein muss. Ich warte seit 4 Monaten auf das Bett und es geht nichts vorwärts und bräuchte es so dringend. Ist echt zum Mäuse melken. Und eben einfach so privat kaufen ist nicht. Gesunde Kinder kriegen eins für 100 Euro vom Schweden. Hätte ich das geahnt hätten wir viiiieel früher beantragt (nur als Tipp für alle anderen).

LG
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Re: Pflegebett 135 cm Gitter abgelehnt

Beitragvon kati543 » 16.04.2019, 09:13

Hallo Anja,
beweist mir immer wieder, dass unser langwieriger, schmerzhafter Weg in die GKV richtig war.
Die Pflegeerleichterung ist doch eigentlich nur der untergeordnetere Punkt bei euch. Primär dient es doch dazu körperliche Funktionsdefizite des Kindes auszugleichen und es vor körperlichen Schäden zu bewahren. Du hast das Pflegebett bei der Pflegekasse beantragt, oder? Hast du denn mal versucht das Pflegebett als Krankenbett bei der Krankenkasse zu beantragen? Dann sollte doch eigentlich eher die Krankenkasse zuständig sein. Das beantragte Bett bleibt das Gleiche.
LG
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Re: Pflegebett 135 cm Gitter abgelehnt

Beitragvon Anne_mit_2 » 16.04.2019, 09:36

Hallo Katrin,

das hängt ein bischen von der Vertragsgestaltung der konkreten PKV ab. Bei meiner Mutter geht seit dem Pflegegradantrag keinerlei Hilfsmittel (ausser Zahnersatz, Brille natürlich) mehr über Krankenversicherung, da dort eine Verschiebungsklausel an die Pflegeversicherung im Falle von Pflegebedürftigkeit drin ist. Zum Glück hatte uns damals der Sozialdienst im Krankenhaus gesagt, was wir vor dem Pflegegradantrag noch an Hilfsmitteln beantragen sollen, weil man die bei dieser konkreten Krankenversicherung leichter als später bei der zugehörigen Pflegeversicherung bewilligt bekommt.

Viele Grüße,
Anne

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kati543
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Re: Pflegebett 135 cm Gitter abgelehnt

Beitragvon kati543 » 16.04.2019, 09:39

Anne_mit_2 hat geschrieben:Hallo Katrin,

das hängt ein bischen von der Vertragsgestaltung der konkreten PKV ab. Bei meiner Mutter geht seit dem Pflegegradantrag keinerlei Hilfsmittel (ausser Zahnersatz, Brille natürlich) mehr über Krankenversicherung, da dort eine Verschiebungsklausel an die Pflegeversicherung im Falle von Pflegebedürftigkeit drin ist. Zum Glück hatte uns damals der Sozialdienst im Krankenhaus gesagt, was wir vor dem Pflegegradantrag noch an Hilfsmitteln beantragen sollen, weil man die bei dieser konkreten Krankenversicherung leichter als später bei der zugehörigen Pflegeversicherung bewilligt bekommt.

Viele Grüße,
Anne


Hallo Anne,
das kannte ich von unserem Vertrag damals nicht. Da ging weiterhin alles geteilt. Das ist ja blöd. Die PV leistet doch ganz anders als die KV.
LG
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