Jan, 16 ICP, Ausbildung

Hier könnt ihr euch und euer Kind bzw. eure Kinder vorstellen.

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SimoneLeMo
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Re: Jan, 16 ICP, Ausbildung

Beitragvon SimoneLeMo » 05.04.2019, 13:22

6Alex9 hat geschrieben:Jan hat im Rathaus ein Praktikum gemacht. Das hat ihm gut gefallen. Jetzt wird er noch eines im Krankenhaus (Verwaltung) machen. Er möchte einen Beruf ergreifen, wo er mit Patienten/ Menschen zu tun hat. Er kann sehr gut mit Menschen umgehen, ist freundlich, kommunikativ, sprachlich sehr gewandt.
Eigentlich möchte er nicht über ein BW gehen, aber wahrscheinlich wird es dieser Weg werden. Vom Arbeitsamt/ Rehaberater haben wir auch nicht viel Unterstützung. Die sehen irgendwie gar nicht den Mensch hinter der Behinderung. "Was kann der, was macht Sinn"? Was das Kind möchte, ist denen eigentlich egal. Aus deren Seite kann man es ja verstehen. Die Steuergelder sollen gut genutzt werden. Aber für den Menschen, um den es dabei geht, ist es traurig.

LG Alexandra


Wie wärs mit Betreuungsassistent nach §43b (früher §87)?
Ich finde das einen tollen Beruf, da arbeitet er viel mit Menschen. Und in einer Einrichtung ist auch noch alles rolligerecht.
Leider verdient er dann nicht wirklich viel... :(
Liebe Grüße von

Simone *1973, dilatative Kardiomyopathie, linksventrikulär eingeschränkte Pumpfunktion
mit L.*02/2001, gesund und Pubertier *ächz*
und Mo, *07/2004, entwicklungsverzögert in Sprache und Motorik, LRS, AVWS

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Sinale
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Re: Jan, 16 ICP, Ausbildung

Beitragvon Sinale » 05.04.2019, 13:27

Hallo Alexandra,

Das Bild der ICP geht immer einher mit einer Matheschwäche.


dies ist falsch!

Es gibt Menschen mit ICP, die Mathe studiert haben, oder die ein 1er- Abi in Mathe haben, ich kenne sie persönlich!

Ich gehöre mit der Diagnose ICP zu der etwa durchschnittlichen Intelligenz in Mathe.

Es gibt Menschen mit ICP, die eine Diskalkulie , oder eine Legasthenie, oder eine Lernbehinderung, oder eine geistige Behinderung haben. Dies ist jedoch bei Weitem nicht immer der Fall! Verallgemeinerungen in diesem Fall sind unzutreffend!

Es gibt auch nichtbehinderte Menschen mit einer der Norm entsprechenden, oder einer überdurchschnittlichen Intelligenz, die eine Diskalkulie, oder eine Legasthenie.

Hätte dein Sohn eine diagnostizierte und damit anerkannte Diskalkulie, bekäme er in einer Berufsschule / einem BBW einen Nachteilsausgleich. Die Diskalkulie muss bei einem Arbeitgeber / einer Bewerbung nicht angegeben werden!
Viele Grüße
Sinale

Diagnose: Tetraspastik
Rollstuhlnutzerin

Anne_mit_2
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Re: Jan, 16 ICP, Ausbildung

Beitragvon Anne_mit_2 » 24.04.2019, 20:55

Hallo Alex,

die Auffassung, dass ICP immer mit Rechenschwäche einhergeht ist aus meiner Berufserfahrung heraus blanker Unsinn. Ich habe in den letzten 20 Jahren schon mehrere ICPler als Kollegen (Mathematisch-naturwissenschaftliche Berufe) gehabt, die definitiv eine Ader für Rechnen und Mathematik hatten. Wenn er normal-intelligent ist und körperlich in der Lage in einer Dykalkulietestung mitzumachen, dann würde ich das schnell testen lassen.

Nachteilsausgleiche bei Dykalkulie sind übrigens nicht immer nur mehr Zeit. Ich habe es schon erlebt, dass die Benutzung eines sehr einfachen Taschenrechners (+,-,x,:) ohne wissenschaftliche Funktionen zugelassen wurde und nur der Rechenweg (also die Algorithmik des Lösens) bewertet wurde. Dies war dann allerdings schon bei jungen Erwachsenen.

Viele Grüße,
Anne


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