Kostenübernahme UK - Amt und/oder KK?

Hier könnt ihr euch rund ums Thema Sprachverzögerung/Sprachstörung austauschen und Erfahrungen bezüglich UK (unterstützter Kommunikation) weitergeben. Logopäden dürfen natürlich auch gerne hier Tipps geben!

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ClaudiaSp
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Kostenübernahme UK - Amt und/oder KK?

Beitragvon ClaudiaSp » 29.03.2019, 21:48

Hallo zusammen,

ich bin gerade etwas verwirrt :? .
Wir haben für Junior 10 Beratungseinheiten bei einer Beratungsstelle für unterstützte Kommunikation beantragt, und zwar als Leistung der Eingliederungshilfe beim Sozialamt als Kostenträger.
Es geht uns um eine umfassende Beratung, wie man Junior die Kommunikation näher bringen kann, geeignete Anlässe finden etc., und eventuell auch (aber nicht zwingend, natürlich nur falls es sinnvoll ist) um ein entsprechendes Hilfsmittel, also z.B. einen Talker. Junior spricht einzelne Worte, nutzt diese aber ausschließlich zur Wunschäußerung. Weitere Kommunikation findet eigentlich nicht statt.

Nun hat das Sozialamt die Krankenkasse aufgefordert, sich an den Beratungskosten zu beteiligen. Wir haben die Schreiben in Kopie bekommen, und wenn ich das richtig verstehe argumentiert das Amt, die Kasse sei für den
Teil der Beratung zuständig der sich in irgendeiner Form auf ein eventuell zu verordnendes Hilfsmittel beziehe (wie man das aufteilen will ist mir schleierhaft, zumal das Ergebnis der Beratung nicht zwingend ein Hilfsmittel sein wird). Die Kasse hat abgelehnt, das Amt widerspricht und das zieht sich alles in die Länge.

Ist das jemandem auch schon passiert? Oder lief die UK-Beratung bei euch komplett über die Eingliederungshilfe? Gibt es Fristen innerhalb sich die beiden einigen müssen oder muss ich da jetzt zusehen wie die Argumente hin- und hergeschickt werden? Kann das Amt komplett ablehnen wenn sich die Krankenkasse nicht beteiligt? Ich bin gerade etwas ratlos.

viele Grüße
Claudia
Claudia mit M, * 09/2008, ehemaliges Zwillings-Frühchen, 520g (SSW 25+0) nach FFTS, schwerhörig, Autismusspektrumsstörung, Absencen-Epilepsie, seit 09/2015 ein Schulkind Förderschule Motorik, und Zwillingsbrüderchen T fest im Herzen

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Manuela1304
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Re: Kostenübernahme UK - Amt und/oder KK?

Beitragvon Manuela1304 » 29.03.2019, 22:49

Hallo

Bei uns war es auch erst eine Diskussion mit der KK weil die nicht zahlen wollten.
Nach Rücksprache mit dem UK Zentrum läuft nun die UK über die KK.
Unser Sohn hat ein Logo Rezept für den Kindergarten wo er Logo bekommt und eins für das UK Zentrum.
Es sind jeweils andere Indikationsschlüssel angegeben deswegen geht das.

Seit dem läuft es

Zur Beratung zwecks Hilfsmittel war Rehavista da und das wurde auch über die Krankenkasse bezahlt.

Zur Zeit machen wir taktile Gebärden da unser Sohn unter anderem blind ist.
In naher Zukunft denken wir über ein iPad nach, der Nachteil von Gebärden ist leider das es viele nicht können und er etwas an die Hand bekommen soll was jeder verstehen kann.

Wir haben aber zur Zeit das Gefühl das sich der Knoten des nicht sprechen können langsam löst, es kommen ein paar Wörter dazu
Ob er durch die Gebärden gelernt hat das Sprache etwas bewirken kann oder es aus einem anderen Grund beginnt, keine Ahnung.
Unser Sohn ist auch ein Extremfrühchen, es gibt keinen triftigen Grund warum er nicht spricht.
Neu ist gerade der Verdacht auf frühkindlichen Autismus, das könnte es erklären

Vieleicht ist es für euch auch ein Weg zwei Logopädie Rezepte ausstellen zu lassen.
Erst wurde gesagt geht nicht weil viele sich nicht auskennen aber auf einmal ging es dann doch

Ganz liebe Grüsse
Manu

kati543
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Re: Kostenübernahme UK - Amt und/oder KK?

Beitragvon kati543 » 30.03.2019, 12:21

Hallo,
es kommt auf die Argumentation an und ich glaube auch auf das Alter.
Mein Jüngster hat damals auch unzählige Beratungseinheiten für uK erhalten über das Sozialamt. Die Hilfsmittel selbst musste aber die Krankenkasse zahlen. Die Anträge darauf liefen auch komplett getrennt. Warum haben die das bei euch so vermischt? Klar KANN es sein, dass die Hilfsmittel auch über die Eingliederungshilfe laufen, aber das ist eher unwahrscheinlich und man muss das echt über die Teilhabe a gesellschaftlichen Leben argumentieren.
Bei uns lief das damals so, dass diese Beratungsstelle alles mögliche an uK getestet hat und danach verschiedene Dinge empfohlen hat mit seitenweiser Begründung. Der Kinderarzt hat das dann ganz normal verordnet. Bei der Krankenkasse habe ich eine Kostenübernahme beantragt und dann lief das.
Geliefert hat bei uns auch Rehavista.
LG
Katrin
Katrin (Epilepsie)
O. (Frühk. Autismus (HFA), Sprachentwicklungsstörung, Ptosis, Hypotonie, AVWS, LRS, Vd. Valproatembryopathie)
D. (geistige Behinderung, Frühk. Autismus, Epilepsie, Esstörung, Trigonoceph., Hypertonie, Opticushypoplasie, Amblyopie, Mikrodeletion 3p26.3, Vd. Valproatembryopathie, Z.n. Schädelbasisfraktur)

ClaudiaSp
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Re: Kostenübernahme UK - Amt und/oder KK?

Beitragvon ClaudiaSp » 30.03.2019, 19:00

Hallo zusammen,

Danke für Eure Antworten. Beim Antrag auf Eingliederungshilfe geht es rein um die Übernahme der Beratungskosten, 10 Einheiten zu XX Euro. Es geht nicht um die Kostenübernahme für ein Hilfsmittel, das im Anschluss ja erstmal verordnet werden müsste und dann von der KK zu übernehmen wäre.
Die UK Beratungsstelle hat uns gesagt, die Übernahme der Beratungskosten sei als Eingliederungshilfe zu beantragen. Ich werde da nochmal anrufen und nachfragen.

@Manu: Danke für den Tipp mit den 2 Logo-Rezepten, gut zu wissen!

Viele Grüße
Claudia
Claudia mit M, * 09/2008, ehemaliges Zwillings-Frühchen, 520g (SSW 25+0) nach FFTS, schwerhörig, Autismusspektrumsstörung, Absencen-Epilepsie, seit 09/2015 ein Schulkind Förderschule Motorik, und Zwillingsbrüderchen T fest im Herzen

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Re: Kostenübernahme UK - Amt und/oder KK?

Beitragvon Valentin2014 » 06.04.2019, 11:55

Wir haben auch die UK-Beratung über die Eingliederunghilfe.
Ging eigentlich recht unproblematisch (war selbst überrascht). Bei uns laufen die Beratungsgespräche eher ohne Kind.
Wir haben auch 2 Logo-Rezepte, für Sprache und für Schlucken/Essen.

Lg Valentins Eltern


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