Fragen zu Umgang mit JA bei Antrag nach §35a

Hier könnt ihr euch rund ums Thema Autismus austauschen.

Moderator: Moderatorengruppe

Sophie-11
Stamm-User
Stamm-User
Beiträge: 102
Registriert: 11.02.2019, 17:04

Re: Fragen zu Umgang mit JA bei Antrag nach §35a

Beitragvon Sophie-11 » 24.07.2019, 12:23

Danke für die schnelle Antwort!
Jedenfalls wird zu dem Kennlerntermin auch die Sachbearbeiterin mitkommen, das ist aber vermutlich normal, da sie ja die Kosten tragen werden, oder?
Nein, das ist nicht normal. Die Sachbearbeiterin hat beim Kennenlerntermin NICHTS zu suchen, dafür gibt es Hilfeplangespräche.
Und was mache ich da jetzt? Noch mal mit der Sachbearbeitrin sprechen, oder mit dem Anbieter? Mit dem hatten wir ja noch überhaupt keinen Kontakt.

Ich hasse telefonieren, aber da muss ich mich wohl durchprügeln :lol:
fünfköpfige, irgendwie ASS-nahe Familie mit dem Großen *12/2007, dem Mittleren *09/2010 mit Diagnose F84.5 und Vd auf ADHS, und der Kleinen *02/2014

Benutzeravatar
Regina Regenbogen
REHAkids Urgestein
REHAkids Urgestein
Beiträge: 7071
Registriert: 12.07.2008, 18:37
Wohnort: Ostfriesland

Re: Fragen zu Umgang mit JA bei Antrag nach §35a

Beitragvon Regina Regenbogen » 24.07.2019, 12:36

Und was mache ich da jetzt? Noch mal mit der Sachbearbeitrin sprechen, oder mit dem Anbieter?
Du bittest die Sachbearbeiterin davon Abstand zu nehmen, bei dem Kennenlerntermin mit einem Therapeuten dabei sein zu wollen. Ihr müsst erst eine Vertrauensbasis schaffen. Nach dem Kennenlerntermin wird sicher ein Hilfeplangespräch stattfinden, wo ihre Anwesenheit erforderlich sein wird.

Aber informiere dich noch gut über die Arbeitsweise der Therapeuten, bitte. Es gibt da einige schwarze Schafe, die mehr Schaden anrichten als nutzen.
Wenn es einen Glauben gibt, der Berge versetzen kann, so ist es der Glaube an die eigene Kraft. (Marie von Ebner-Eschenbach)

Sohn * 01/2003 - Frühkindlicher Autismus mit komorbider ADHS
Sohn * 09/2001 - ADS
Tochter * 04/1998 - nix
Tochter * 08/1989 - Peronaeusparese

Benutzeravatar
Engrid
REHAkids Urgestein
REHAkids Urgestein
Beiträge: 13911
Registriert: 24.10.2011, 10:36

Beitragvon Engrid » 24.07.2019, 12:44

... und pass auf, dass Autismustherapie nach 35a erfolgt, nicht nach einem anderen Paragraphen. Vielleicht auch mal beim SPZ oder Autismusbeauftragten dezent nachfragen, ob sie den Träger der Autismustherapie, den das JA da vorschlägt, für geeignet halten.
Zuletzt geändert von Engrid am 24.07.2019, 12:49, insgesamt 1-mal geändert.
Engrid
mit Sohn vom anderen Stern (frühkindlich autistisch)
"Wir sehen die Dinge nicht wie sie sind, wir sehen sie wie wir sind." (Anais Nin)

Sophie-11
Stamm-User
Stamm-User
Beiträge: 102
Registriert: 11.02.2019, 17:04

Re: Fragen zu Umgang mit JA bei Antrag nach §35a

Beitragvon Sophie-11 » 24.07.2019, 12:46

Die HP des Anbieters hatte ich mir schon angeschaut, als der Name beim Anhörungsgespräch genannt wurde. Ich finde sie ziemlich nichtssagend. Sie wollen halt eng mit der Famile zusammenarbeiten und die Eltern "mit autistischen Verhaltensweisen vertraut machen". Zum Ziel heißt es dort
Nach der Therapie sollte der Mensch mit ASS in der Lage sein, Alltagssituationen besser zu meistern und unabhängiger durchs Leben zu kommen.
Sie bieten auch Hilfen zur Erziehung an, vielleicht kommt daher die schon bestehende Zusammenarbeit mit unserem JA? Und ja, ich werde aufpassen, dass wir tatsächlich eine Therapie nach 35a bekommen. Das habe ich hier schon gelernt :D .

Verwaltung und Hauptsitz sind in einem anderen Bundesland, aber es gibt zwei Zentren in unserem Kreis und eines in der Nachbarstadt.

Danke, Regina :D , ich werde dann mal dort anrufen. Puh.
fünfköpfige, irgendwie ASS-nahe Familie mit dem Großen *12/2007, dem Mittleren *09/2010 mit Diagnose F84.5 und Vd auf ADHS, und der Kleinen *02/2014

Benutzeravatar
Engrid
REHAkids Urgestein
REHAkids Urgestein
Beiträge: 13911
Registriert: 24.10.2011, 10:36

Beitragvon Engrid » 24.07.2019, 12:52

Finde mal heraus, nach welchen Therapieansätzen dort gearbeitet wird. Dass die auch über Hilfe zur Erziehung arbeiten, würde mich persönlich misstrauisch machen, die ATZ sind eigentlich spezialisiert auf Autismus alleine.
Engrid
mit Sohn vom anderen Stern (frühkindlich autistisch)
"Wir sehen die Dinge nicht wie sie sind, wir sehen sie wie wir sind." (Anais Nin)

Sophie-11
Stamm-User
Stamm-User
Beiträge: 102
Registriert: 11.02.2019, 17:04

Re: Fragen zu Umgang mit JA bei Antrag nach §35a

Beitragvon Sophie-11 » 24.07.2019, 13:20

Danke, dann stehe ich ja nicht allein da mit meinem Misstrauen :lol: . Wie gesagt, die HP ist ziemlich nichtssagend, für mich klingt es irgendwie sehr nach Marketing :roll: . So schnell einen Platz zu bekommen, ist ja auch nicht gerade selbstverständlich :? .

Die SB war wie erwartet in der Mittagspause, ich habe um Rückruf gebeten, aber den Aufschub genutzt, schon mal eine e-mail zu schreiben und gleich auch um eine schriftliche Bestätigung der Kostenübernahme der Autismustherapie nach § 35a gebeten. Unser Wahlrecht sollte ja gewahrt bleiben :D .
fünfköpfige, irgendwie ASS-nahe Familie mit dem Großen *12/2007, dem Mittleren *09/2010 mit Diagnose F84.5 und Vd auf ADHS, und der Kleinen *02/2014

Benutzeravatar
Regina Regenbogen
REHAkids Urgestein
REHAkids Urgestein
Beiträge: 7071
Registriert: 12.07.2008, 18:37
Wohnort: Ostfriesland

Re: Fragen zu Umgang mit JA bei Antrag nach §35a

Beitragvon Regina Regenbogen » 24.07.2019, 14:02

Danke, dann stehe ich ja nicht allein da mit meinem Misstrauen :lol: . Wie gesagt, die HP ist ziemlich nichtssagend, für mich klingt es irgendwie sehr nach Marketing :roll: . So schnell einen Platz zu bekommen, ist ja auch nicht gerade selbstverständlich :? .
Das ihr jetzt schnell einen Platz bekommen habt, würde ich nicht zwangsläufig negativ bewerten. Wir haben damals auch sofort nach meinem Anruf einen Therapieplatz bekommen, weil das ATZ der Lebenshilfe hier in der Kreisstadt neu aufgemacht hatte (etwas besseres als diese Therapie hätte uns nicht passieren können). Beim ATZ in der Nachbarstadt standen wir auf einer Warteliste von gut 6 Monaten.

Ganz wichtig wäre diese Klarstellung für euch
Finde mal heraus, nach welchen Therapieansätzen dort gearbeitet wird.
in Verbindung mit dem Erziehungshilfeangebot dieses Anbieters.
Wenn es einen Glauben gibt, der Berge versetzen kann, so ist es der Glaube an die eigene Kraft. (Marie von Ebner-Eschenbach)

Sohn * 01/2003 - Frühkindlicher Autismus mit komorbider ADHS
Sohn * 09/2001 - ADS
Tochter * 04/1998 - nix
Tochter * 08/1989 - Peronaeusparese

Sophie-11
Stamm-User
Stamm-User
Beiträge: 102
Registriert: 11.02.2019, 17:04

Re:

Beitragvon Sophie-11 » 24.07.2019, 14:06

Vielleicht auch mal beim SPZ oder Autismusbeauftragten dezent nachfragen, ob sie den Träger der Autismustherapie, den das JA da vorschlägt, für geeignet halten.
Das hatte ich auch schon überlegt. Eigentlich wollte ich es letztens beim Termin mit der Kleinen schon ansprechen, habe ich aber prompt vergessen :oops: . Hoffentlich denke ich beim nächsten Mal dran.

:icon_sunny:
:icon_flower:
:icon_queen: :icon_king: :icon_cat: :parcel: :torte: :pc5: :weelchair:
:alien: :alien: :icon_bigsmurf:

(^^ das musste auf Wunsch der Kleinen hier rein :lol: .)
fünfköpfige, irgendwie ASS-nahe Familie mit dem Großen *12/2007, dem Mittleren *09/2010 mit Diagnose F84.5 und Vd auf ADHS, und der Kleinen *02/2014

Sophie-11
Stamm-User
Stamm-User
Beiträge: 102
Registriert: 11.02.2019, 17:04

Re: Fragen zu Umgang mit JA bei Antrag nach §35a

Beitragvon Sophie-11 » 26.07.2019, 09:24

Nun ist der schriftliche Ablehnungsbescheid da. Begründungen sind: zum einen wird kurz der Schulbericht angerissen, dann heißt es, dass diese Verhaltensweisen während der Hospitation nicht so extrem beobachtet werden konnten. Punkt.

Dann heißt es, eine Schulbegleitung wird als nicht geeignet und notwendig angesehen, da das Kind regelmäßig zur Schule geht, nicht versetzungsgefährdet ist und im losen Kontakt zu seinen Klassenkameraden steht. "Eine Teilhabe am schulischen Leben ist somit vorerst gegeben."

Die Aufgabenstellung im Schulbericht für einen Schulbegleiter seien zum größten Teil Aufgaben im Rahmen einer sonderpädagogischen Förderung. Dass mein Sohn schon sämtlich mögliche Förderung auch ohne AO-SF erhält und dies ganz offenbar nicht reicht, darauf wird nicht eingegangen - da ist wohl auch der Fehler, dass das nur mündlich beim Anhörungsgespräch vorgetragen wurde (allerdings sollte der Förderplan noch nachgereicht werden, ich weiß aber nicht, ob das noch geschehen ist, es war ja kurz vor Ferienbeginn). Mist :evil: . Ich weiß, alles schriftlich <seufz>....

Dann folgt noch ein ausfürlicher Text über eine Therapie als geeigneter Ansatz und was dort für Ziele verfolgt werden sollten. Da scheint die Dame schon sehr genaue Vorstellungen zu haben. Einen schriftlichen Bescheid über die Gewährung dieses Antrags haben wir aber noch nicht, auch wenn ja schon der Termin mit einem Anbieter gemacht wurde :roll: .

Ich werde jetzt den Widerspruch fertigstellen (erstmal ohne Begründung). Der geht an die Stadt, heißt das, es gibt die Chance, dass da auch noch jemand anderes draufschaut als das zuständige Team vom Amt?
fünfköpfige, irgendwie ASS-nahe Familie mit dem Großen *12/2007, dem Mittleren *09/2010 mit Diagnose F84.5 und Vd auf ADHS, und der Kleinen *02/2014

HeikeLeo
Stamm-User
Stamm-User
Beiträge: 732
Registriert: 18.05.2015, 19:34
Wohnort: Baden-Württemberg

Re: Fragen zu Umgang mit JA bei Antrag nach §35a

Beitragvon HeikeLeo » 27.07.2019, 19:46

Liebe Sophie,

bei uns war das schlagende Argument zur Bewilligung der Schulbegleitung "Fremdgefährdung und Selbstgefährdung". Die ganze Argumentationskette, dass das Kind dann besser lernen können o.ä. hatte keinen Effekt. Die Schulbegleitung war bei uns damal 1,5 Jahre hinausgebummelt worden. Die Hilfestellung durch die Schule war auch nicht nützlich gewesen.

Das Argument, das gezogen hatte, war wie gesagt Selbst- und Fremdgefährdung gewesen.

Du hast das in einem Nebensatz auch angedeutet. Den Punkt kann man ja etwas nach vorne rücken. Bei Selbst- und Fremdgefährdung ist Gefahr in Verzug. Wenn es ausreichend dramatisch geschildert wird, kann das den Widerspruch gut begründen.

Liebe Grüße
Heike


Zurück zu „Krankheitsbilder - Autismus“

Wer ist online?

Mitglieder in diesem Forum: Google [Bot], JuliaYa, LiSaNi, MSN [Bot] und 2 Gäste