Tochter mit ASS und Adhs

Hier könnt ihr euch und euer Kind bzw. eure Kinder vorstellen.

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Yamina
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Tochter mit ASS und Adhs

Beitragvon Yamina » 26.03.2019, 18:15

Hallo,

vielen Dank für die Aufnahme!
Meine Tochter, 11 Jahre alt, hat die Diagnosen Atypischer Autismus und ADHS.
Zusätzlich eine Schwermetallbelastung, Nahrungsmittelunverträglichkeiten, Verdacht auf eine auditive Wahrnehmungsstörung. Sie verträgt viele Medikamente nicht, hat starke Nebenwirkungen, teilweise schon Vergiftungen (lt. Labor). Im Moment bekommt sie Equasym 10mg (soll probeweise ab morgen auf 20mg gesteigert werden) und Risperidon 0,5 mg.
Ernährung ist jetzt wieder umgestellt auf Gluten-Caseinfrei, zusätzlich Omega3, Probiotika, Aminosäuren.

Bis zu ihrem 3. Lj. war sie völlig unauffällig im Verhalten und Entwicklung.
Plötzlich im Kindergarten fingen Auffälligkeiten an, sich abzukapseln, teilweise dann Selbstgespräche.
Da sie sich sprachlich schon früh ausdrücken konnte, Interresse an bestimmten Themen zeigte und kognitiv sehr weit war, war erst der Verdacht des Asperger Autismus.
Plötzlich zeigte sie ein aggressives Verhalten gegenüber anderen Kindern mit Haare ziehen, schubsen, treten.
Auch eine motorische Unruhe, starke Unkonzentriertheit zeigten sich immer stärker.
Letztendlich hieß es Atypischer Autismus ( da nicht alle Merkmale zutreffen) und ADHS.

Sie hat leider durch den Kindesvater viel mitmachen müssen, der uns seit Jahren trackiert.

Ich bin auch heute besonders betrübt, da wir heute für eine Stunde im SPZ waren (mehr Zeit hätte die Ärztin nicht), die Ärztin einfach lapidar sagte, sie hätte eine geistige Behinderung, da könne man nichts machen...außer eine Genetische Untersuchung als Ursachenforschung, warum ihre Entwicklung nicht altersgerecht fortschreitet.
Sie könne ja nicht wirklich lesen und schreiben, das Sozialverhalten zeige ja eine geistige Behinderung.

Ich weiß, mein Äffchen ist oft aufgeregt in Anwesenheit ihr unbekannter Personen. Dann redet sie Unsinn, turnt herum. Hinterher sagt sie dann, dass sie weg wollte, weil es ihr nicht gefallen habe, sie wollte nach Hause.
Sie lernt eigentlich schnell, nur dass sie sehr hibbelig ist und unkonzentriert. Und es fällt ihr schwer, ihre Bedürfnisse, Ängste auszudrücken.

Vielen Dank für‘s Zuhören. ❤️

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Lisaneu
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Re: Tochter mit ASS und Adhs

Beitragvon Lisaneu » 26.03.2019, 18:37

Hallo Yamina,

herzlich willkommen hier! Ich bin die Mutter eines 9jährigen Sohnes mit ADHS und Asperger Autismus (wobei bei der Diagnostik auch "atypisch" im Raum stand) und eines 6jährigen, gehörlosen Sohnes irgendwo zwischen frühkindlichem Autismus und Asperger.

Bei meinem Sohn war es sehr ähnlich wie du es von deiner Tochter beschreibst. Bis zu einem Alter von 3 Jahren war er (bis auf einen großen kognitiven Vorsprung gegenüber Gleichaltrigen) unauffällig. Dann, mit 5 Jahren, kam eine seltadam aggressiv-provokante Phase, wo er z.B. am Strand wildfremde Leute mit nassem Schlamm beworfen hat, Fäkalien an die Wände geschmiert (zu Hause, bei den Großeltern und im Kindergarten), immer wieder Handgreiflichkeiten mit anderen Kindern hatte,...

leider wurde bei meinem Sohn bei einer Entwicklungsdiagnostik in einem SPZ (da war er 4 Jahre alt) sowohl ADHS als auch Autismus ausgeschlossen, und es war ein langer Weg, bis wir endlich die gesicherten Diagnosen hatte (Autismus mit 7 Jahren, ADHS mit 8 Jahren). Das größte Problem meines Sohnes ist aktuell die mangelnde Impulskontrolle. Das erschwert ihm auch das finden und erhalten von Freundschaften und bringt Schwierigkeiten in der Schule (wo er sich rein lernmäßig sehr leicht tut). Wir probieren gerade verschiedene ADHS-Medikamente, wobei bisher entweder keine Wirkung bemerkbar war oder die Nebenwirkungen sind deutlich schlimmer als die positive Wirkung.

Ich finde schade, dass du mit deiner Tochter an eine so unfähige SPZ-Ärztin geraten bist, die gleich mal von geistiger Behinderung ausgeht. Ich denke die Antipathie deiner Tochter gegen die Ärztin hatte ihre Gründe. Lass dich von so was bitte nicht aus der Bahn werfen! Es gibt wirklich gute Fachleute, die dich und deine Tochter sicher besser unterstützen können als diese vorurteilsbefahtete Frau!
Sohn 3/2010 hochfunktionaler Asperger-Autist + ADHS
Sohn 7/2012, gehörlos + kurzsichtig + frühkindlicher Autist
Mama und Papa stark kurzsichtig (Kommentar eines Optikers: Wie habt ihr euch überhaupt gefunden?)

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Re: Tochter mit ASS und Adhs

Beitragvon Angela77 » 26.03.2019, 20:51

Guten Morgen,
Yamina habe auch ein - seit heute elfjähriges Kind - (zwar ohne Verbalsprache, aber mit Schriftsprache) mit regeressivem Autismus, ADHS und Epilepsie - und gfcf Diät seit Anfang 2011.
Die ADHS Diagnose haben wir erst seit kurzem, obwohl Kind schon Jahre auffällig, aber Medikinet, dass er seit Januar bekommt, schlägt erstaunlich gut an.
Die Entwicklungsrückschritte bzw. mangelnden Fortschritte hängen bei uns wesentlich mit der wohl Jahre unentedeckten Epilespie im motorischen Sprachzentrum und angrezenden Wahrnehmungzentren. Daher meine Frage: Warum mal ein Schlaf-EEG, am besten nach Schlafentzug geschrieben? Ein Kind kann im Schlaf krampfen, ohne dass man etwas von außen sieht!
LG
Angie
Bene (2008): regressiver Autismus, schwerste expressive Sprachentwicklungsstörung (bei sehr gutem Sprachverständnis!), Bildung von Casiomorphin und Gliadorphin
Vorstellung plus Diäteffekte:
http://www.REHAkids.de/phpBB2/ftopic73493.html

Primär nächtliche Epilepsie im motorischen Sprachzentrum (leider erst erkannt im März 2015!!!)

Yamina
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Re: Tochter mit ASS und Adhs

Beitragvon Yamina » 26.03.2019, 21:00

Guten Abend,

vielen Dank für die lieben Worte.

Leider ist die medikamentöse Einstellung bei Kindern oft schwierig. Es geht ja nicht um das Körpergewicht, sondern um die Verstoffwechselung, die bei jedem Kind anders ist. Eine mangelnde Impulskontrolle macht es deinem Sohn mit anderen natürlich nicht leicht, auch wenn er natürlich selbst nichts dafür kann.
Habt ihr über eine Blutabnahme mal auf Immunglobuline/Antikörper gegenüber Unverträglichkeiten testen lassen?
In einer Klinik, die sich mit Autismus beschäftigt, kam die Aussage, dass bei auffällligen Werten und einer Ernährungsumstellung eine Verbesserung im Sozialverhalten erzielt werden kann.
Intuniv und Strattera hatten hier in der Vergangenheit keine Wirkung.

Hat dein Sohn mal geäußert, warum er sich in bestimmten Situationen gegenüber anderen so verhält?
Fehlende Aufmerksamkeit, Ängste, Frust können vielleicht der Grund sein.

Es macht mich traurig und wütend zugleich, dass Kinder, die nicht der „Norm“ entsprechen, gleich in eine Schublade gesteckt werden. Die Ärztin selbst empfand ich als nicht emphatisch, gerade weil meine Tochter in den letzten Jahren traumatisches Dinge erlebt hat.
Aber ich gebe nicht auf. Man muss halt weitermachen, auch wenn andere nicht mitziehen. Zum Glück gibt es noch gute Ärzte, man muss halt suchen...

Yamina
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Re: Tochter mit ASS und Adhs

Beitragvon Yamina » 26.03.2019, 21:09

Guten Abend,

erstmal dem Geburtstagskind Herzlichen Glückwunsch!!!
Ich habe einiger deiner Beiträge gelesen, habe dir eine pn geschickt.

Ein EEG wurde gemacht, das war unauffällig, CT war ebenfalls unauffällig.

Es ist schade, dass so viel Zeit vergangen ist, bis man festgestellt hat, dass dein Sohn epileptische Anfälle hat.
Aber wenn ich es jetzt richtig in Erinnerung habe, macht dein Sohn trotzdem gute Fortschritte.

Angela77
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Re: Tochter mit ASS und Adhs

Beitragvon Angela77 » 26.03.2019, 21:19

Hallo Yamina,
danke für die Glückwünsche, habe aber keine PN bekommen ;)
Ein einzelnes unauffälliges EEG schließt leider nichts aus. Das erste mit 2,5 Jahren war bei uns auch unauffällig ...
MRT, CT, Genetik: bei uns alles super ...
Liebe Grüße
Angie
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Re: Tochter mit ASS und Adhs

Beitragvon Yamina » 26.03.2019, 21:39

Sicher hatte dein Sohn heute einen schönen Tag, oder wird erst am Wochenende gefeiert?

Ja, merkwürdig, ich habe gerade nachgesehen, nichts im Postausgang.

Ich hatte dir u.a. geschrieben, dass in Ritalin Weizen als Trägerstoff enthalten ist. Aber wenn dein Sohn inzwischen Medikinet bekommt, hat es sich ja zum Glück erledigt.

Über ein Schlaf-EEG wurde nicht gesprochen, überhaupt, außer Genetik keine Untersuchungen, denn für die Ärztin war ja alles klar....
Aber ich halte es für sehr wichtig, verschiedene Untersuchungen in Betracht zu ziehen. Eine Freundin hat mir z.B. von einem Jungen aus ihrem Umgeld erzählt, der eine Stoffwechselstörung im Gehirn hat, welche erst sehr spät erkannt wurde. Seit der Behandlung macht er kontinuierlich Entwicklungsfortschritte.

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Re: Tochter mit ASS und Adhs

Beitragvon Babse74 » 27.03.2019, 08:50

Hallo Yamina,

ich kenne den Kampf mit den Ärzten, ich bin gerade auch am verzweifeln, da wir eine neue seeehhhrrr junge Ärztin haben die anscheinend pro Diagnose bezahlt wird. Sie möchte unbedingt ein ADHS diagnostizieren, worauf weder wir noch der Kindergarten je einen Gedanken daran verschwendet haben da mein Sohn wirklich super ausgeglichen ist außer er kommt in neue Situationen. Ebenso ist er eher in einer überdurchschnittlich Intelligent hat auch einen IQ Test mit gutem Ergebnis erzielt, hier ist er nur in den typischen Bereichen die ein Autist nicht gut kann schlechter gewesen, was den Schnitt dann in einen Norm-IQ gebracht hat. Die superfähige Ärztin hat aber jetzt einfach mal einen alten Satz von vor 3 Jahren(da war mein Sohn gerade mal 4,5 Jhr) übernommen dass von einer Minderintelligenz ausgegangen wird. Dazu kam es weil er damals in fremder Umgebung einfach nur unter den Türschlitzen durchgeschaut hat oder sich nur für Keller und Waschmaschinen interessiert hat. Dies war halt seine Art die Spannung zu kompensieren. Wir kämpfen jetzt darum ein anständiges Gutachten zu bekommen, aber ich rechne fest damit, dass ich dazu wahrscheinlich in eine neue Klinik muss. Bin auch völlig genervt. Lass Dir am Besten von der Schule etwas schreiben, z.B. wie sie da im Schulstoff mitkommt, oder Dir kann Dein Kinderarzt oder ein anderer Therapeut etwas schreiben. Lege dass dann vor und fordere Änderung. Ansonsten musst Du halt wieder auf die Suche.

Ich drücke Dir alle Daumen.

Schöne Grüße

Angela77
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Re: Tochter mit ASS und Adhs

Beitragvon Angela77 » 27.03.2019, 13:28

Hallo Yamina,
also, auf ein Schlaf-EEG nach Schlafentzugwürde ich bestehen. Alleine schon, weil Autisten und ADHSler gehäuft Epilepsie haben.
LiebeGrüße
Angie
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Re: Tochter mit ASS und Adhs

Beitragvon Yamina » 27.03.2019, 16:02

Hallo,

vielen Dank für die Info!
Ich habe heute mit der Kinderarztpraxis, einem anderen SPZ und meiner Krankenkasse telefoniert wegen einer Zweitmeinung. Kann ich problemlos machen. Zum Glück.

Ja, manchmal habe ich auch das Gefühl, dass es Ärzte gibt, die einen nur hopphopp durchwinken, weil sie selbst nicjt wissen, wie sie vorgehen sollen.
Gerade im Kleinkind/Kinderalter sollten Förderungen vorgenommen werden, denn je älter das Kind, desto schwieriger wird es, gerade wenn eine medikamentöse Begleittherapie nicht anschlägt oder gerade erst begonnen wird.

Ich drücke euch die Daumen! Und stark bleiben, wenn andere erstmal nicht mitziehen.


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