Wohin mit Geschwister bei Arzttermin von Kind m. Behinderung

Eltern, Geschwister, Großeltern - die ganze Familie ist gefordert, wenn es um die Belange des besonderen Kindes geht. Häufig ist das Familienleben durch die besonderen Bedürfnisse von Sohn oder Tochter großen Belastungen ausgesetzt. Ein Austausch mit Familien, die auch ein besonderes Kind haben, tut gut und kann sehr hilfreich sein.

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Sophia09
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Wohin mit Geschwister bei Arzttermin von Kind m. Behinderung

Beitragvon Sophia09 » 07.02.2019, 10:19

Hallo Zusammen,
unser Kind hat regelmäßige Kontrolltermine bei verschiedenen Ärzten, teilweise mit Fahrzeiten von über 2 Stunden (einfache Strecke) Die Geschwister (4 u. 6 Jahre) versuche ich dann nach Beendigung des Kindergartens (13.30 Uhr) bei Freunden oder Großeltern (60 km entfernt) unterzubringen, bis mein Mann von der Arbeit kommt. (Die Öffnungszeiten des Kindergartens enden um 13.30 Uhr)
Meine Frage, gibt es da nicht irgendeine Unterstützungsmöglichkeit von Seiten der Krankenkasse, z.B. Fahrkostenerstattung für die Großeltern (wenn sie die Kinder vom Kindergarten abholen) oder
einen finanziellen Zuschuss für die "Babysitter"?
Oder andere Unterstützungsmöglichkeiten?

Vielen herzlichen Dank im voraus für eure Antworten.

Liebe Grüße Sophia

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Monimama
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Beitragvon Monimama » 07.02.2019, 11:39

Hallo Sophia,
ich kann dir da nicht den Ratschlag geben und deine Fragen sind beantwortet.
Aber schau mal nach Familienentlastenden Diensten bei der Caritas, Lebenshilfe etc. und schildere dort deine Problematik.
Auch der Sozialdienst der Klinik bzw. des SPZ oder ähnlichem können dir weiter helfen. Oftmals gibt es auch finanzielle Lösungen.
Leider musst man selbst los laufen...

Simonegu
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Beitragvon Simonegu » 07.02.2019, 19:25

Hallo Sophia,
hast du für Dein Kind einen Pflegegrad? Wenn ja kannst du die Verhinderungspflege auch für die Betreuung der Geschwisterkinder einsetzen, da du ja aufgrund des Kindes verhindert bist die Geschwisterkinder zu versorgen.
LG Simone
Simone (71) Karlheinz (62)
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Beitragvon anna h. » 07.02.2019, 19:56

Hallo,
Wenn ja kannst du die Verhinderungspflege auch für die Betreuung der Geschwisterkinder einsetzen, da du ja aufgrund des Kindes verhindert bist die Geschwisterkinder zu versorgen.
Das halte ich für nicht richtig!
Verhinderungspflege ist vom Gesetz her dafür da, die Pflege zu sichern, wenn der Pflegende verhindert ist, diese Pflege zu leisten.
Lieben Gruß
Anna H.

JohannaG
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Beitragvon JohannaG » 07.02.2019, 20:30

Hallo,

tatsächlich darf man die VHP nicht einsetzen, um gesunde Geschwisterkinder zu betreuen. Man darf höchstens gesunde Kinder mit-betreuen lassen, wenn das behinderte dabei ist.

Leider ist es so, daß es keine Unterstützungen der KK gibt, wenn man die gesunden Kinder für einen Arzttermin betreuen lassen muß.
Wenn bei stationärem Aufenthalt des behinderten Kindes ein Elternteil als Begleitperson mit muß und das andere arbeiten muß, dann kann man eine Haushaltshilfe über die KK bekommen.

Herzliche Grüße, Johanna
Johanna, *73, Morbus Bechterew;
C., (w), 11/2004, adoptiert, FASD, Bindungsstörung, lernbehindert, juvenile Polyarthritis;
J. (m) 01/2008, adoptiert, ADHS; Depressionen und ???,
M. (w) 01/2012 FG bei 23+6 SSW, Kleinwuchs, GÖR, Nahrungsmittelallergien, leichte ICP, Schielen, Weitsichtigkeit, allg Entwicklungsverzögerung

Kaja
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Beitragvon Kaja » 07.02.2019, 21:47

Hallo Sophia,

vielleicht könnte man über § 20 SGB VIII Unterstützung durch das Jugendamt erhalten:

https://www.gesetze-im-internet.de/sgb_8/__20.html
(1) Fällt der Elternteil, der die überwiegende Betreuung des Kindes übernommen hat, für die Wahrnehmung dieser Aufgabe aus gesundheitlichen oder anderen zwingenden Gründen aus, so soll der andere Elternteil bei der Betreuung und Versorgung des im Haushalt lebenden Kindes unterstützt werden, wenn

1. er wegen berufsbedingter Abwesenheit nicht in der Lage ist, die Aufgabe wahrzunehmen,
2. die Hilfe erforderlich ist, um das Wohl des Kindes zu gewährleisten,
3. Angebote der Förderung des Kindes in Tageseinrichtungen oder in Kindertagespflege nicht ausreichen.
Viele Grüße Kaja

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Beitragvon Kasi » 08.02.2019, 08:15

Liebe Sophia , mir ist als erstes ein Familienhelfer eingefallen . Ich hatte , als mein Sohn klein war , über einen wirklich langen Zeitraum einen tollen familienhelfer . Ich konnte mit meinem Sohn kaum einkaufen gehen , war voll berufstätig und hatte null Zeit für mich, durch seine Probleme kaum Schlaf . Es lief alles , aber ich war durch die 24 h Organisation total ausgebrannt .ein Leih - Onkel ( erster Gedanke ) hat nicht funktioniert, weil einfach zu wenig Leute ehrenamtlich arbeiten .nachdem ich einen über eine Organisation gefunden hatte , hat der nach dem ersten Nachmittag mit meinem Sohn aufgesteckt . ich hab mich dann an das Jugendamt gewandt und nach einigen Gesprächen einen tollen Menschen bekommen , der ihn mir einmal pro Woche für zwei Stunden abgenommen hat , damit ich Wege erledigen kann , mal alleine zum Arzt kann etc . Das ist zwar eine komplett andere Situation , aber ich könnte mir vorstellen , dass das bei euch möglich ist , wenn du die Situation schilderst . Krankenkasse hab ich leider Richtung Haushaltshilfe als völllige mogelpackung erlebt . Ich wünsch dir alles Gute , Kasi
mit Tochter 7/1990 Allergien,Asthma
und Sohn 7/ 2010 Sensorische Intergationsstörung, Reizregulationsstörung,Aufmerksamkeitsstörung

Lisaneu
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Beitragvon Lisaneu » 08.02.2019, 08:36

Bei uns in Wien gibt es ab PG3 die Möglichkeit, beim Magistrat eine "IntegrationhelferIn" zu beantragen. Das sind Leute mit Ausbildung im sonderpädagogischen odrr pflegerischem Bereich, die auf Stundenbasis für eine Trägerorganisation arbeiten (z.B. Caritas oder Diakoniewerk). Die IntegrationshelferIn kommt dann für eine vorher festgelegte Anzahl an (wöchentlichen) Stunden, spielt mit dem Kind, unternimmt was (Spielplatz, Bad, Spaziergänge,...) und übernimmt auch Wege, in unserem Fall zur Logopädin und heim. Man kann sie aber nach Vereinbarung auch für gesunde Geschwisterkinder "einteilen" (natürlich in Absprache mit ihr und der Trägerorganisation), eben z.B. für die Zeit von Arztbesuchen, die man selbst mit dem besonderen Kind wahrnimmt.

Man zahlt allerdings einen geringen Selbstkostenbeitrag, so ca. Euro 2,75 die Stunde. Im Vergleich zu einer Leihoma (Euro 12,-/h) ist das aber wirklich günstig!

Vielleicht gibt es so was ähnliches auch bei euch, erkundige dich mal bei den zuständigen Stellen (Magistrat, Bezirkshauptmannschaft, Behindertenorganisationen,...).
Sohn 3/2010 hochfunktionaler Asperger-Autist + ADHS
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Beitragvon JohannaG » 08.02.2019, 10:26

Hallo Lisa,

tolle Einrichtung, gibts aber leider in D so nicht....

Liebe GRüße, Johanna
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Beitragvon Lisaneu » 09.02.2019, 22:17

Hallo Lisa,

tolle Einrichtung, gibts aber leider in D so nicht....

Liebe GRüße, Johanna
Das ist eine städtische Einrichtung, hat als nichts mit Österreich zu tun. Man muss schauen, ob die eigene Stadt bzw. das Bundesland (Wien ist ja beides) solche Möglichkeiten anbietet, nicht das Land Ö oder D.
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