Dauerwohnheim - viele Fragen!

Eltern, Geschwister, Großeltern - die ganze Familie ist gefordert, wenn es um die Belange des besonderen Kindes geht. Häufig ist das Familienleben durch die besonderen Bedürfnisse von Sohn oder Tochter großen Belastungen ausgesetzt. Ein Austausch mit Familien, die auch ein besonderes Kind haben, tut gut und kann sehr hilfreich sein.

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Julia_Winter
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Dauerwohnheim - viele Fragen!

Beitragvon Julia_Winter » 03.02.2019, 14:53

Hallo,

meine körperlich und geistig Behinderte Tochter (minderjährig) wird in Kürze einen Platz in einem Dauerwohnheim bekommen. Jetzt tun sich bei mir einige Fragen auf, ich hoffe hier kennen sich ein paar Menschen mit dem Thema aus und können mir helfen.
- ich lebe getrennt von meinem Mann, müssen wir gemeinsam den Heimplatz bezahlen? Muss er weiterhin Unterhalt zahlen? Ich hole meine Tochter alle 14 Tage, er wahrscheinlich ein Wochenende im Monat.
- in habe noch eine Tochter mit ihm und er ein weiteres Kind mit seiner neuen Frau. Wird sein Unterhalt bei den Kosten berücksichtigt?
- wird der Verdienst unserer beiden neuen Ehegatten mit eingerechnet?
- kann man die Kosten irgendwie vorab berechnen? Gibt es einen Rechner im Internet o.ä. Dazu?
- im Antrag steht das man besondere Belastungen angeben soll, was wäre den dies z.B.? Versicherungen sind aufgeführt... welche Versicherungen?
- was ist die Häusliche Ersparnis?

Sorry für die vielen Fragen, aber ich sitze gerade in einer Flut von Papierkram...
Danke schon einmal für eure Hilfe

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Betty1205
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Beitragvon Betty1205 » 08.02.2019, 08:47

Hallo Julia,

anscheinend sind diese Fragen zu komplex um sie vollständig zu beantworten.

Auf meine Frage: https://www.REHAkids.de/phpBB2/viewtopi ... highlight=

bekam ich auch keine Antwort. Also werden wir uns wohl alleine im Internet schlau machen
müssen.

Falls ich im Internet eine Seite finde, die zumindest auf einigen dieser Fragen Antworten
gibt, sende ich Dir den Link :wink: .

Liebe Grüße
Petra
Sohn geb. 94, Fragiles X, 100 % SBA, Epilepsie

Michaela44
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Beitragvon Michaela44 » 08.02.2019, 10:19

Ich weiß nur ein wenig darüber und hatte gehofft, dass jemand anderes antwortet.

Was die Finanzierung der Heimunterbringung angeht, gibt es zwei Szenarien:

Die Unterbringung erfolgt zur Schulbildung oder anderer priviligierten Maßnahmen (stehen in einem der SGB): dann erhälst du weiterhin Unterhalt und Kindergeld und musst davon die Haushaltsersparnis abführen (zum Beispiel, weil du Geld für Lebensmitteln sparst).

Erfolgt die Heimunterbringung aus anderen Gründen, ist es eine Sozialleistung, die ihr entsprechend eurer Einkünfte bis auf einen Selbstbehalt, der gering ist, selber zahlen müsst.

Dann gibt es noch die Möglichkeit, das es ein Pflegeheim über die Pflegekasse ist.
Asperger Autistin
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Michaela44
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Beitragvon Michaela44 » 08.02.2019, 10:32

Betty1205 hat geschrieben:bekam ich auch keine Antwort. Also werden wir uns wohl alleine im Internet schlau machen
müssen.


Ich finde es eine Selbstverständlichkeit, sich erstmal selbst im Internet und im Forum schlau zu machen und nur die Fragen zu stellen, deren Antwort man nicht findet. Schließlich posten hier in der Regel selbst betroffene Familien, die gerne helfen, abee genug um die Ohren haben, als für jeden User vollumfängliche Ratgeber zu tippen.
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Betty1205
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Beitragvon Betty1205 » 08.02.2019, 13:00

Hallo Michaela,

keiner hier erwartet "einen vollumfänglichen Ratgeber" :roll: , aber vielleicht doch die einen
oder anderen Erfahrungen, Kenntnisse oder auf welchem Weg man an diese Infos kommen könnte.

So lief das hier im Forum jedenfalls lange Zeit. Das ist ja auch das, was ein Forum ausmacht.

Liebe Grüße
Petra
Sohn geb. 94, Fragiles X, 100 % SBA, Epilepsie

Mellie
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Beitragvon Mellie » 08.02.2019, 13:21

Hallo zusammen,

ich habe etwas gefunden:
Verordnung zur Festsetzung der Kostenbeiträge für Leistungen und vorläufige Maßnahmen in der Kinder- und Jugendhilfe (Kostenbeitragsverordnung - KostenbeitragsV)

https://www.gesetze-im-internet.de/kost ... 00005.html

Bei einer Heimunterbringung kann ich mir nicht vorstellen, dass der Vater noch extra Unterhalt zahlen muss. Das ist ja dann mit dem Eigenanteil abgegolten. Ich weiß nicht, ob es wie beim Berufsbildungswerk mit Internatsunterbringung ist, denn da werden nur zwei Heimfahrten gezahlt. Das Pflegegeld gibt es dann auch nur anteilig, wo das Kind zu Hause war.

Unterhalt an die Kinder wird bestimmt vom Einkommen abgezogen. Das vermindert alles das Einkommen und man muss weniger zahlen. Für das Kind, was dann im Heim lebt wird dann kein Unterhalt mehr gezahlt.

Wie alles im Einzelnen berechnet wird mit den neuen Ehepartnern weiß ich nicht. Steht dazu nichts im Antrag drin?
Viele Grüße,
Mellie

Michaela44
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Beitragvon Michaela44 » 08.02.2019, 20:25

Die Kostenbeitragsverordnung kommt nicht zum tragen. Sie gilt nur für seelisch behinderte Kinder, für die das JA zuständig ist.

In diesem Thread geht es aber um ein körperlich und seelisch behindertes Kind, da ist das Sozialamt zuständig.
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Ullaskids
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Beitragvon Ullaskids » 09.02.2019, 06:06

Hallo,
unsere Tochter ist ebenfslls körperlich und geistig behindert und in einer Dauerwohngruppe. Sie ist so gut wie jedes Wochenende zuhause.

Wir zahlen nur die häusliche Ersparnis. Die berechnet sich aus Einkommen und einigen anderen Faktoren (riesengroßer Fragebogen) und ist einkommensmäßig nach oben gedeckelt. Wer diese Auskünfte nicht geben möchte, zahlt so wie wir den anderthalbfachen Maximalsatz. Das sind aktuell bei uns (Hessen) ca. 250 Euro im Monat.

Außerdem bekommen wir für die zuhause-Tage das anteilige Pflegegeld (das Wohnheim sendet der Kasse regelmäßig die Abwesenheitszeiten) und behalten das Recht, die Verhinderungspflege und zusätzliche Betreuungsleistungen zu nutzen.

Zu den weiteren Fragen bzgl. getrennt lebend, Unterhalt etc. kann ich dir leider nichts sagen.
Viele Grüße,
Ulla mit Tochter (15): Gendefekt, Epilepsie, Skoliose etc.

Julia_Winter
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Beitragvon Julia_Winter » 09.02.2019, 17:28

Hallo,

Vielen Dank für die Hilfe und die netten Antworten. Dieses Thems ist wirklich sehr komplex, aber es hat mir schon etwas weitergeholfen. Natürlich habe ich mich schon selbst durch das Internet gekämpft, aber dort leider nicht wirklich Antworten gefunden. Da dachte ich das es hier bestimmt einige gibt die sich mit dem Thema auskennen, was letztendlich ja jetzt auch so war :D .

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KatharinaSvR
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Beitragvon KatharinaSvR » 09.02.2019, 19:04

Hallo,

bei uns (Bayern) ist es genauso geregelt wie von Ulla beschrieben in Hessen.

Liebe Grüße
Katrin
Katrin mit H. (3/2011; Mutation im COL4A1-Gen [c.2716+2T>C; heterozygot] mit Hirn-und Augenfehlbildungen: Mikrozephalie, Balkenmangel, Schizenzephalie und Pachygyrie, Mikrophthalmie, Mikrocornea, bds. Blindheit), schwere symptomatische Epilepsie (Z.n. West-Syndrom), PEG, bds. Augenprothesen; und L. (3/2011) und K. (5/2014)


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