Baby mit Asphyxie entwicklungsverzögert

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DiMa
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Baby mit Asphyxie entwicklungsverzögert

Beitragvon DiMa » 01.02.2019, 11:55

Hallo,

Meine Tochter ist als Frühchen mit Asphyxie geboren (Nabel PH 6,9). Sie ist heute 9 Monate alt (korrigiert 8) und bis auf das fehlende Krabbeln meiner Meinung nach altersgerecht entwickelt. Alle Entwicklungsschritte waren rechtzeitig, also Kopf halten, drehen, greifen, frei sitzen (hinsetzen mit fremder Hilfe). Aber das Krabbeln kommt einfach nicht, sie kann schon ewig im Kreis robben oder seit kurzem nach hinten wenn sie versucht sich in den Vierfüsslerstand zu stellen. Wenn man sie in den Vierfüsslerstand hinstellt bleibt sie eine weile so und wippt hin und her, merkt dann dass sie nicht vor kommt und legt sich wieder auf den Bauch. Manchmal stellt sie sich aber auch selber in den Vierfüsslerstand aber nicht lange, weil sie dann merkt dass sie so nicht vorkommt.

Sonst ist sie denke ich normal entwickelt bis jetzt. In wie fern man das mit 9 Monaten beurteilen kann. Sie brabbelt Silben wie djadjadja, bababa, kann Mama sagen, reagiert wenn man sie mit Namen ruft und "antwortet" wenn man mit ihr spricht. Essen klappt auch super, also Gläschen zu Mittag und Brot zum Abendessen, pürriertes/zerdrücktes Obst und Gemüse, alles muss aber kleingeschnitten sein weil sie noch keine Zähne hat. Ihre Flasche trinkt sie auch noch gerne 3 Flaschen am Tag.

Ich mache mir Sorgen dass das fehlende Krabbeln eventuell mit der Asphyxie zu tun hat. Es wurden die ersten 2 Tage die Hirnströme überwacht und ein EEG am Entlasstag gemacht, war aber alles unauffällig.

Ich lese hier immer wieder dass bei Asphyxie Kindern ein MRT gemacht wird um eventuell zu schauen ob das Gehirn geschädigt ist. Bei uns wurde keins gemacht und wir werden auch nicht im SPZ oder so untersucht wie es bei anderen Kindern mit ähnlicher Geschichte der Fall ist. Deswegen weiß ich nicht wohin ich mich bei sowas wenden soll. Direkt SPZ oder Physio? Die u6 haben wir im April mit 11,5 Monaten. Keine Ahnung ob bis da hin das Krabbeln kommt. Soll ich jetzt lieber abwarten bis zu u6 oder jetzt nach der Ursache suchen. Normal sollte ein Baby ja bis 10 Monaten krabbeln lernen bei uns wäre das in 3,5 Wochen oder Fall (ob wenn man die 5 Wochen dazu rechnet, 8 Wochen) und vom Krabbeln keine Spur. Vom selber hinsetzen auch keine Spur, weil sie ja nicht krabbeln kann. Frei sitzen kann sie hingegen aber schon sicher und kommt auch von alleine wieder auf den Bauch.

Ich weiß nicht ob sie einfach nur Faul ist oder eventuell daran liegt dass sie schon "dick" für ihr Alter ist (9,3 kg bei 70 cm) und vielleicht deswegen es schwerer hat wie andere Babys. Oder ob es doch mit der Geburt zusammen hängt.

LG DiMa
Kind 1: geboren 13.08.2016, Frühchen 30+6, frühgeborenen Retinopathie, Entwicklung motorisch sowie kognitiv altersgerecht

Kind 2: geboren 27.04.2018, Frühchen 35+2, Azidose, Nabel-PH Wert 6,9 wegen Plazentaablösung

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LovisAnnaLarsMama
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Beitragvon LovisAnnaLarsMama » 01.02.2019, 12:44

Hallo DiMa, wenn sie das Sitzen halten kann, würde ich mir erstmal keine Gedanken machen. Die restliche Bewegungsentwicklung ist ja unauffällig. Es gibt auch Kinder, die das Krabbeln überspringen. Bei meinem Großen hieß es, er wäre sehr langsam und gemütlich in der Entwicklung- und wenige Tage später hat er sich direkt zum Stehen hochgezogen.
Kinder, bei denen ein MRT gemacht wird, sind ziemlich auffällig in der Entwicklung. Das waren bei meinem Sohn Reflexe, die fehlende Körperspannung, Verzögerungen beim Greifen lernen, dann eine sehr deutliche Assymetrie von den Bewegungen der Körperhälften her: er hat mit der einen Seite nicht gestrampelt. Ein MRT wurde auch erst mit 15 Monaten gemacht, als die Spastik nicht mehr zu übersehen war.
Ich würde an deiner Stelle erstmal abwarten, denn dein Kind zeigt ja keine Auffälligkeiten. Wenn ihr einen guten Physiotherapeuten habt, frag ihn/ Sie nach ihrer Einschätzung. Ich habe unserer von meinem Verdacht erzählt, den sie mit mir teilte...
Lg LovisAnnaLarsMama
Meine drei kleinen Wunder: Wunderkind (2009), Schneckenkind (2011) und der kleine Bruder (2015): Hemiparese, expressive Sprachenwicklungsstörung, Epilepsie und diverse Baustellen nach Asphyxie/Frühgeburt

tammi2412
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Beitragvon tammi2412 » 01.02.2019, 13:01

Hallo DiMa!

Ich verstehe Deine Sorge nur allzu gut, habe selber ein Asphyxie-Mädchen ;-) Aber: Es wird nicht immer ein MRT gemacht. Und es würde Euch vermutlich auch nicht weiter helfen, weil auch das kein Garant für "Normale Entwicklung" oder "Behinderung" ist. Im Grunde ist ja ausschlaggebend, wie Deine Tochter sich entwickelt, und das klingt für mich prima!
Dass Du Dir bezüglich des fehlenden Krabbelns Sorgen machst, verstehe ich auch. Vielleicht sprichst Du Euren Kinderarzt mal wegen Physiotherapie an? Vielleicht reicht das ja schon, um der kleinen Dame da auf die Sprünge zu helfen ;-)

Alles Gute für Euch!
LG Kirsten
Kirsten (*78), Stephan (*70) mit Greta (*07) gesund und Tammi (*15) schwere Asphyxie bei vorzeitiger Plazentalösung, APGAR 0/4/5, ph 6,75, tiefgreifende Entwicklungsverzögerung, linksbetonte tetraspastische Cerebralparese, Epilepsie seit Feb 2018

BensMama
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Beitragvon BensMama » 01.02.2019, 13:55

Hallo DiMa, ich habe auch ein kleines "Asphyxchen" - meine Tochter ist inzwischen neun Jahre alt. Das kann ich gut erinnern: dauernd hinsehen und sich fragen, ob das nun von der Asphyxie kommt - oder (noch) normal ist. Bisher liest sich doch alles richtig gut. Vor allem, dass sie Körperspannung hat und halten kann - beobachte am besten, ob sie über eine Seite oder so Einschränkungen hat. Auch unsere Kleine hat sich mit dem Krabbeln schwer getan und fing dann aber schnell an zu laufen. Grundsätzlich hat Dein Kind Bewegungsdrang, das ist schon die halbe Miete!
Status bei unserer Tochter: Wer sie sieht, merkt erst einmal gar nichts. Kognitiv ist sie voll auf der Höhe. Motorisch hat sie über Krankengymnastik und vor allem über das Reiten irre Sprünge gemacht. Auge-Hand-Koordination ist inzwischen auch richtig gut (Schriftbild gut leserlich, sie malt auch). Es gibt Dinge, die sie nicht kann - das komplexe Thema "Schwimmen" als Ganzkörperkoordinationsaufgabe wird einfach nichts. Auch ist sie bei gymnastischen Sachen / Tanzen nicht besonders fit: auch hier merkt man, dass komplexe Abläufe schwer sind. Sie schafft aber in ihrem Tempo richtig viel und fährt inzwischen auch super mit einem normalen Fahrrad.
Ihre Sprache wirkt manchmal etwas "verwaschen" - je müder sie ist, desto drastischer wirkt es sich aus. Aber auch das ist mit viel, viel, viel Logopädie inzwischen gut.
Ich schreibe Dir das, weil ich Mut machen möchte - Kinder können auch nach einer Asphyxie unglaublich viel aufholen - mach' Dich frei von dem Druck der Vergleiche mit Anderen. Uns hat man damals nach der Geburt gesagt, dass ihre Entwicklung eine "Wundertüte" sei - man könne nichts konkretes sagen. Das hat uns jahrelang in eine Habacht-Stellung versetzt und wir haben alles extrem angespannt beobachtet.
Es kann auch alles gut gehen - ich wünsche Dir und vor allem Deiner Kleinen alles Gute.
BensMama mit Ben - *06/06 Myoklonien (noch) unklarer Genese, shuddering attacks - aber seit 12/07 nicht mehr auffällig; HB ... und kleiner Motte *10/09, mit "blauer Asphyxie" unter der Geburt; sprachlich und motorisch auffällig, Sonnenschein durch und durch

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Alexandra2014
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Beitragvon Alexandra2014 » 01.02.2019, 13:57

Hallo!

Die Geburtsgeschichte und das Outcome, als der Nabelschnur pH z.B., waren bei uns seeehr ähnlich.
Auch bei uns gab es kein MRT.

Größe und Gewicht waren bei uns eher oben (mit 6 Monaten 10 kg), Entwicklung auch wie bei euch.
Das freie Sitzen gelang mit 10 Monaten (ohne sich selbst hinzusetzen, das kam etwa einen Monat später), mit knapp 12 Monaten ist sie dann tatsächlich schon an Möbeln entlang gelaufen.
Das Krabbeln kam trotz Physiotherapie erst mit 15 Monaten, von Heute auf Morgen und gleich perfekt.
Frei gelaufen ist sie dann aber erst mit 19 Monaten (und 91 cm Größe :shock: ).

Ich würde bis zur U6 warten und dann schauen, ob man mit Physiotherapie vielleicht ein bißchen anschupsen kann.

Ich selbst bin übrigens nie gekrabbelt (und trotdem gut in Mathe :lol: ).

Gruß
Alex
R. *12/2007, Autismus-Spektrum-Störung, okzipitale Epilepsie mit Ausbreitung nach frontozentral

Manuela1304
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Beitragvon Manuela1304 » 01.02.2019, 13:57

Hallo

Ein MRT bringt meiner Erfahrung nach gar nix

Unser erster Sohn hat ein so gut wie normales MRT, nur bissl schmales Stück vom Balken und er ist extrem auffällig. Er ist ein ehemaliges Extremfrühchen mit vielen schweren Komplikationen unter anderem erblindet, spricht nicht, isst nicht, laufen erst 3 Wochen vor dem 5.Geburtstag, laufen wird aber nicht bevorzugt benutzt.
Global stark Entwicklungsverzögert und das alles trotz gutem MRT und gutem Nabelph wert.

Unser zweiter Sohn Asphyxie, über längere Zeit mit Sauerstoff unterversorgt und reanimiert, 3 Tage gekühlt mit mehreren schweren Komplikationen ist nun fast 11 Monate alt.
Entwicklung ist bisher extrem gut, krabbeln kann er aber er robbt fast immer.
Stehen kann er seit längerem schon
Sein MRT zeigt punktuelle Läsionen vom Sauerstoffmangel aber das merkt man ihm kaum an.
Er fäustelt links sehr häufig und soll ab und an Strecktendenzen der Beine haben, da mit den Beinen und den Fäusteln kann die Physio zwar bestätigen aber da er sich so gut entwickelt und sie die Auffälligkeiten echt suchen muss meint sie das wir gar nicht mehr zur Physio müssen.
Er benutzt linke Hand und die Beine.

Bei der Asphyxie ist glaub ich wirklich alles und nichts möglich und ein MRT ist nur bedingt geeignet um zu erfahren wie sich das Kind entwickelt.

Ich würde an deiner Stelle beim Kinderarzt ein Physio Rezept holen und sie dort beurteilen lassen, schaden kann es sicherlich nicht.

Das Wippen ist der erste Schritt zum krabbeln

Ganz liebe Grüße
Manu

melly210
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Beitragvon melly210 » 01.02.2019, 16:37

Wie bereits die anderen geschrieben haben, ist ein MR wenn es nicht um Verdacht auf Hirntumor, Lageüberprüfung eines Implantats geht nur begrenzt sinnvoll. Ja man kann bei einem rein anatomischen Scan sehen ob das Hirn komplett normal aussieht. NUR: das hat keinen Einfluß auf etwaige Therapien und auch prognostisch sagt es nicht so sehr viel aus. Max. statistische Werte. Es gibt genügend Kinder mit relativ auffälligen Gehirnen die keine oder kaum Einschränkungen haben und genau so welche deren Gehirne im MR unauffällig aussehen und die starke Einschränkungen haben. Zudem ist ein MR für Babies und Kleinkinder relativ stark belastend, weil sie dafür sediert/in Narkose gelegt werden müssen.

Von daher würde ich dir wenn du besorgt bist auch eher Physio empfehlen. Deine Maus klingt jetzt aber mal was man von der Ferne sagen kann nicht schlecht von der Entwicklung her.

Jörg75
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Beitragvon Jörg75 » 01.02.2019, 20:46

Moin DiMa,

denk daran, dass ein MRT in dem Altern letztlich IMMER mit Vollnarkose (oder Vollsedierung) gemacht wird und das auch kein Spass ist - weder für das Kind och für Euch Eltern. Ich weiß, wovon ich spreche - wir haben das insgesamt 5mal mitgemacht (einmal mit Erbrechen in Rückenlage).

Das Ergebnis? An der Therapie ändert sich nichts und die Fachärzte widersprechen sich vehement in der Diagnose und der OP-Empfehlung.

Lasst es sein, es bringt nichts! Ich würde auch nicht sofort zum SPZ rennen, sondern erst die U6 (oder was da kommt) abwarten und dann mit dem Kinderarzt besprechen, ob er es für sinnvoll hält, ein SPZ zu konsultieren.

Gruß
Jörg
K., *2013, Extremfrühchen (27. +3 SSW), ICP, GdB 100 G aG H B, PS II+/ PG 4
J., *2016, aktuell keine Besonderheiten

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Beitragvon RikemitSohn » 01.02.2019, 22:43

Hallo,

ich habe keine Ahnung von Aphyxie, daher weiß ich da keine Zusammenhänge. Aber es ist nicht so ungewöhnlich, dass Babys mit acht Monaten noch nicht krabbeln. Auch sitzen kann deutlich später kommen. Mein Sohhn hat zum Beispiel die Koordination beim Sitzen nicht geschafft. Das erste mal auf dem Boden richtig gesessen, die Beine nach vorne hat er mit ca. 16 Monaten. Ich würde bei eurer Vorgeschichte natürlich auch nervöser sein, aber ohne das Wissen würde ich beim Hören gerade von einem normal entwickelten Baby ausgehen.

LG Rike
Mama mit Sohn 2004 ADHS und HB

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Sermin84
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Beitragvon Sermin84 » 01.02.2019, 23:00

Hallöchen,

wir beide kennen uns aus einem anderen Forum bereits glaube ich. ☺. Jdfls wollte ich dir kurz sagen was mir mein KiA zum Thema MRT gesagt hat, nämlich dass das MRT nur dann gemacht wird wenn die Ärzte der Meinung sind evtl. etwas finden zu können. Das kein MRT gemacht wurde solltest du also postiv deuten und es passt zum bisherigen Entwicklungsverlauf deiner Tochter.

Die Werte die du mir im anderen Forum genannt hast sprechen für sich und es ist verständlich dass keine weiteren Massnahmen ergriffen wurden. Deine Tochter war relativ gestresst hat sich aber innerhalb kürzester Zeit erholt. Daher gehe ich davon aus dass du dir keine Sorgen machen musst. Zumal deine Kleine noch nichts verpasst hat. Wenn die bisherigen U's unauffällig waren ist eig nichts mehr zu erwarten. P.s. ich schreib dir eine PN. Schöne Grüße


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