Flugreise mit besonderem Kind

Mit einem besonderen Kind in den Urlaub zu fahren ist gar nicht so einfach - schließlich müssen tausend Dinge berücksichtigt werden. Welcher Urlaubsort ist besonders behindertenfreundlich?
Wo habt ihr gute Erfahrungen gemacht?
Eure Infos sind für so manche Familie mit einem besonderen Kind sicherlich Gold wert!

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Alexandra2014
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Beitragvon Alexandra2014 » 31.01.2019, 10:58

... mein Sohn ist ja übrigens so drauf, wenn der zwei- dreimal an derselben Stelle geschimpft hat oder Streit angefangen, dann setzt der das auf Wiederholungsschaltung, weil das muss dann immer so sein an der Stelle. Kein Witz. :roll: Das ist gaaaanz schwer wieder rauszukriegen, wo es sich mal festgefressen hat ...
Das kann es nicht sein, als einer vom mehreren Aspekten?
Tendenziell würde ich eher sagen „nein“, das passt nicht so gut.
Dann müsste ja auch eigentlich Autofahren immer problematisch sein und nicht erst nach über 5 Stunden.
Wir sind auf dem Weg in den Norden mal in einen Stau geraten und ich hatte echt Bedenken. Aber nö, alles easy.
Auf dem Rückweg vom Skiurlaub letztes Jahr hatte ich mit Problemen überhaupt nicht gerechnet und da war es dann echt heftig.
Wir haben auch einen DVD Player im Auto, Hörspiele dabei, Essen und Trinken, Kuscheldecke usw. Ich hatte sogar ihre Sitzerhöhung noch extra aufgepolstert, damit der Poppes nicht weh tut. :lol:
Aber der Skiurlaub war auch körperlich sehr anstrengend für sie, auch wenn das Ski- und Liftfahren wirklich gut geklappt hat.

Naja, mit der Zeitverschiebung und der regelmäßigen Einnahme der Tabletten, ist das ja auch nicht so einfach. Bei 6 Stunden Unterschied müsste ich sie nachts dafür wecken. Auch blöd.
Nee, USA ist gestrichen. :lol:

Gruß
Alex
R. *12/2007, Autismus-Spektrum-Störung, okzipitale Epilepsie mit Ausbreitung nach frontozentral

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Alexandra2014
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Beitragvon Alexandra2014 » 31.01.2019, 11:05

Hallo,
also ich möchte auch mal reinquatschen. Ich finde es total wichtig, dass sich mehr Eltern mit behinderten Kindern in der Öffentlichkeit zeigen. Wir haben oft das Gefühl, wir sind da draußen ganz allein unterwegs, weil eben genau aus diesen Gründen viele zuhause bleiben oder ohne ihre Kinder wegfahren. Und außerdem wird es nicht besser, macht das jetzt. Mit kleineren behinderten Kindern ist es noch besser. Mit zunehmenden Alter nimmt das Verständnis immer mehr ab. Ich finde die anderen Fluggäste können das ruhig mal für ein paar Stunden aushalten. Normale Menschen schätzen danach bestimmt ihr eigenes Leben wieder mehr.
Wir haben uns einmal nach einem Flug überlegt, ob wir nächstes Mal Ohropax verkaufen, dann ist der Flug gleich finanziert.
LG
Else
Ich bin jetzt nicht der Typ, der mit Kind Zuhause bleibt, weil es andere nerven könnte.
Aber jeder weiß, wie anstrengend Langstreckenflüge sind, schon ohne dass irgendetwas besonderes ist.
Ich mag das auf diese Weise weder dem Kind, noch uns, noch den anderen antun.
Und wenn andere dadurch genervt sind, stresst mich das, das überträgt sich auf‘s Kind und es wird noch schlimmer.

Bei einem 2 Stunden Flug egal, aber nicht bei 10 Stunden! :?

Gruß
Alex
R. *12/2007, Autismus-Spektrum-Störung, okzipitale Epilepsie mit Ausbreitung nach frontozentral

melly210
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Beitragvon melly210 » 31.01.2019, 12:31

Hallo,
also ich möchte auch mal reinquatschen. Ich finde es total wichtig, dass sich mehr Eltern mit behinderten Kindern in der Öffentlichkeit zeigen. Wir haben oft das Gefühl, wir sind da draußen ganz allein unterwegs, weil eben genau aus diesen Gründen viele zuhause bleiben oder ohne ihre Kinder wegfahren. Und außerdem wird es nicht besser, macht das jetzt. Mit kleineren behinderten Kindern ist es noch besser. Mit zunehmenden Alter nimmt das Verständnis immer mehr ab. Ich finde die anderen Fluggäste können das ruhig mal für ein paar Stunden aushalten. Normale Menschen schätzen danach bestimmt ihr eigenes Leben wieder mehr.
Wir haben uns einmal nach einem Flug überlegt, ob wir nächstes Mal Ohropax verkaufen, dann ist der Flug gleich finanziert.
LG
Else


Ich bin jetzt nicht der Typ, der mit Kind Zuhause bleibt, weil es andere nerven könnte.
Aber jeder weiß, wie anstrengend Langstreckenflüge sind, schon ohne dass irgendetwas besonderes ist.
Ich mag das auf diese Weise weder dem Kind, noch uns, noch den anderen antun.
Und wenn andere dadurch genervt sind, stresst mich das, das überträgt sich auf‘s Kind und es wird noch schlimmer.

Bei einem 2 Stunden Flug egal, aber nicht bei 10 Stunden! :?

Gruß
Alex
Sehe ich auch so. Ob Andere genervt sind ist für mich nicht ausschlaggebend, sondern ob es für das Kind oder für uns stressig ist. Für meinen Sohn wäre fliegen aktuell Streß pur, und das will ich ihm für "nur" Urlaub nicht antun. Der hat in Disneyworld, Kroatien und Co genausoviel Spaß.

Falls ihr die Zeit habt, wäre eventuell eine Überfahrt mit Kreuzfahrtschiff was für euch, wenigstens eine Strecke ? Die Überstellungsfahrten sind meist eher günstig und dann fällt der Flug weg und die Zeitumstellung ist langsam. Braucht aber halt Zeit.

else
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Beitragvon else » 31.01.2019, 15:09

Hallo,
klar, ich weiß das. Deswegen sind wir zuletzt 2010 mit einem großen Flugzeug geflogen und träumen weiter von einer Fernreise. Für mich wäre es allerdings viel entspannter, wenn unsere Gesellschaft behindertenfreundlicher wäre und jeder Verständnis hätte, nicht nur das Bordpersonal.
Eine Freundin hat erzählt, bei ihrem Flug war das Flugzeug dann in zwei Lager gespalten, die Meckerer und die, die sich auf ihre Seite gestellt haben und das laute Kind verteidigt haben.
LG
Else

melly210
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Beitragvon melly210 » 31.01.2019, 16:14

Hallo,
klar, ich weiß das. Deswegen sind wir zuletzt 2010 mit einem großen Flugzeug geflogen und träumen weiter von einer Fernreise. Für mich wäre es allerdings viel entspannter, wenn unsere Gesellschaft behindertenfreundlicher wäre und jeder Verständnis hätte, nicht nur das Bordpersonal.
Eine Freundin hat erzählt, bei ihrem Flug war das Flugzeug dann in zwei Lager gespalten, die Meckerer und die, die sich auf ihre Seite gestellt haben und das laute Kind verteidigt haben.
LG
Else
Hm. Ich finde man sollte Babies/Kleinkinder/Behinderte wenn es nicht unbedingt sein muß solchen für sie arg stressigen Situationen aussetzen. Habe ich mir auch bevor ich selbst ein Kind hatte oft gedacht, wenn auf Langstreckenflügen so ein armes Würmchen stundelang durchgeschrien hat. Ich verstehe schon, daß Manche sich das dann in der Situation nicht nur denken sondern das dann auch zu den Eltern sagen. Klar, manchmal muß es sein, aber in 90 % der Fälle geht es doch nur um einen normalen Urlaub und es ist schlichter Egoismus der Eltern, die lieber in Thailand als in Kroatien Urlaub machen wollen...
Ich denke wenn es einen speziellen Grund abgesehen von Urlaub gibt warum man das macht, trifft man dann im Zweifelsfall auch auf mehr Verständnis bei Personal und Passagieren, wenn man ihnen erklärt warum man dem Kind den Flug zumutet.

MarcelundMama
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Beitragvon MarcelundMama » 31.01.2019, 20:49

Hallo,
. Für mich wäre es allerdings viel entspannter, wenn unsere Gesellschaft behindertenfreundlicher wäre und jeder Verständnis hätte, nicht nur das Bordpersonal.
Else



Da bin ich ganz bei Dir.


Den Unterschied, wie die Gesellschaft auf ein behindertes Kind reagiert, merke ich insbesondere dann, wenn wir mit meiner Freundin und ihrem Sohn unterwegs sind. Währed mei Sohn und ich unverständins entgegengebracht wird und wir bei Sohnemanns "Ausrastern" mit bösen Blicken torpediert werden, werden meine Freundin und ihr Sohn in haargenau derselbsen Situation nur mitleidig und verständnisvoll angeschaut. Da motzt keiner, oder mischt sich mit "gutem Rat" ein. Warum das so ist? Ganz einfach, ihr Sohn hat das Down Syndrom gepaart mit autistischen Zügen, man sieht ihm seine Bihinderung also an, während mein Sohn absolut "normal" aussieht...


Gruss!

Jo
Joanna (49) & Marcel (11.2011) ASS Diagnose Juni 2014 und ADHS im Januar 2018 als "Sahnehäubchen" oben drauf... ;o)

grace
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Beitragvon grace » 31.01.2019, 22:38

Hallo Alexandra,

Ich würde drei Plätze in der ersten Reihe der Sitzplätze ganz rechts oder ganz links buchen, am besten einen großen Flieger nehmen der zwei Gänge hat.

Dann seid ihr nicht mittendrin und deine Tochter kann auch mal kurz aufstehen, sich bewegen, mit den Füßen hampeln usw. ohne andere Passagiere zu stören.

Was das Jammern und die Lautstärke betrifft würde ich abwarten wie stark das dann tatsächlich wird und ob das wirklich für die Reihe hinter Euch so störend ist, im Flugzeug ist es ja sowieso immer sehr geräuschvoll und viele Passagiere haben ja sowieso Kopfhörer auf... im Notfall kannst du ja immer noch deiner Tochter ein paar beruhigungstropfen geben.

In die Business Class würde ich aber auf gar keinen Fall gehen, da kannst du dann tatsächlich Leute treffen die dort ihre Ruhe haben wollen und sich beschweren.

LG

Grace

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Beatrice1967
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Beitragvon Beatrice1967 » 18.02.2019, 22:00

Hallo

Konnte jetzt nicht alle Beiträge lesen, aber eine mir bekannte Familie aus Deutschland hat eine Amerika-Reise mit 2 Jungs mit Muskel-Dystrophie Duchenne von langer Hand geplant und die Zusicherung der Fluggesellschaft bekommen, als es um die Masse der Sitze ging.

Erst als sie die Reise antreten wollten, merkte man, nein, das passt ganz und gar nicht. Die Familie konnte nicht mitfliegen. Während die spontane Annullation des Flugs sie zum Glück nichts kostet, da eine Stiftung dies zahlte, muss die Familie bereits gebuchte Ausflüge in Amerika zahlen, auch das Fahrzeug, das sie nun nicht brauchten und behindertengerechte Hotelzimmer.

Falls es ein nächstes Mal gibt und als Tipp für alle anderen, die ebenfalls fliegen wollen, raten sie, darauf zu bestehen, dass man Probesitzen kann, bzw. dass die behinderten Kinder dies können.

Es gibt einen Presseartikel zu diesem "Fall" - enthält für andere vielleicht noch mehr Tipps
https://www.swr.de/swraktuell/baden-wue ... y-100.html

Liebe Grüsse

Bea
selbstbetroffen von Cerebralparese und kongenitaler Amblyopie, hochgradiger Kurzsichtigkeit und Makuladegeneration,
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Bücher-und Homepage-Fee im Schweizer Forum für Eltern behinderter, chronisch kranker oder mit Fehlbildung geborener Kinder
www.dasanderekind.ch


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