Psychotherapie und unterstützte Kommunikation

Hier könnt ihr euch rund ums Thema Sprachverzögerung/Sprachstörung austauschen und Erfahrungen bezüglich UK (unterstützter Kommunikation) weitergeben. Logopäden dürfen natürlich auch gerne hier Tipps geben!

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osljudith
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Psychotherapie und unterstützte Kommunikation

Beitragvon osljudith » 01.01.2019, 14:35

Hallo,
Das Schwarmwissen ist gefragt...
Meine Tochter (11) hat ein umfassendes Sprachverständnis (versteht Vorlesegeschichten ab 5 Jahren, interessiert sich für Politik und Weltall) und keine aktive Lautsprache. Sie kann Symbole zuordnen und auch abstrakt aus zwei Dingen auswählen („wenn das, dann schau da hin, wenn das, dann schau dort hin“). Nun ist absehbar, dass sie aufgrund eines langen traumatischen Krankenhausaufenthaltes wieder in eine psychisch labile Lage kommt. Das ist schon einmal passiert. Die Frage nach therapeutischer Begleitung konnte nicht beantwortet werden- für diese Personengruppe gäbe es nichts, da für Psychotherapie auch immer eine „Antwort“ wichtig sei...
Daher suche ich hier Rat. Gibt es Erfahrungen zu psychologischer Begleitung bei komplexer Beeinträchtigung ohne Lautsprache? Wir wohnen in Leipzig. Vielen Dank schon jetzt für alle Antworten!
Judith *09/07, Dupl. Xq27.3, Monos. 3p. Sitzt, robbt und versteht viel, kommuniziert nonverbal. Ein ausgeglichenes Kind.
Schlafbez. Hypoventilationssyndrom -> CPAP, PHT, verschlossener ASD2, neurog. Blasenentleerungsst., Z. n. ARDS, Port, Sonde für Medikamente. Sehr infektanfällig

mehr von uns: www.dasbewegteleben.wordpress.com

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Lisaneu
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Beitragvon Lisaneu » 01.01.2019, 14:59

Hallo osljudith,

kann deine Tochter Gerbädensprache? Ich kenne die Situation in Leipzig nicht, aber in den meisten größeren Städten gibt es gebärdensprachige Psychotherapeuten (kann man über google sicher schnell finden)

Auch wenn deine Tochter keine Gebärdensprache kann, würde ich dann einfach gebärdensprachkompete Therapeutinnen (die auch mit Kindern arbeiten) offen ansprechen und klar sagen, was gebraucht und erwartet wird. Meine Erfahrung ist, dass Therapeuten, die öfter mit Menschen mit anderer Wahrnehmung (wozu ja auch Gehörlose gehören) zu tun haben, einen besseren instinktiven Zugang und auch mehr Erfahrung im finden von Lösungen haben, als Therapeutinnen, die bisher nur mit sprechenden Patienten zu tun hatten.

Verstehst du, was ich meine? Auch wenn so ein Therapeut noch nie speziell in UK Therapie gemacht hat, wird er offener sein, es zu versuchen. Und er wird flexibler sein und sich vermutlich schneller damit vertraut machen wie wer komplett "unbedarfter :wink: ".
Sohn 3/2010 hochfunktionaler Asperger-Autist + ADHS
Sohn 7/2012, gehörlos + kurzsichtig + frühkindlicher Autist
Mama und Papa stark kurzsichtig (Kommentar eines Optikers: Wie habt ihr euch überhaupt gefunden?)

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Tanja2014
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Beitragvon Tanja2014 » 01.01.2019, 16:39

Hallo,
es werden doch auch traumatisierte Kleinstkinder per "Spieltherapie" behandelt, da ist es doch auch nicht notwendig, dass eine verbale Antwort von Kind kommt. Vielleicht lässt sich in der Richtung ein passendes Angbeot finden....
Viele Grüße
Tanja
mit B. (*2012) - Extremfrühchen, spastische ICP beinbetont GMFCS Level 1
und Wirbelwind (*2013)

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Engrid
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Beitragvon Engrid » 01.01.2019, 17:18

Hallo,

so wie Du Deine Tochter beschreibst, sollte sie nicht eigentlich eine Talkerversorgung haben?
Für eine Psychotherapie ist zwischen verbaler Sprache und Talken (oder sonstiger alternativen Kommunikationsform kein Unterschied (wenn der Talker gut angenommen ist), Antwort ist Antwort.

Edit: Ich habe jetzt in Deinem Blog gelesen. Zustimmung, Ablehnung, Gefühle kann Judith ja ganz gut ausdrücken. Vielleicht braucht die Therapeutin zumindest anfangs Dich als Erklärbär oder Übersetzerin, aber ansonsten sollte doch da eine inklusive Therapie gut möglich sein, wenn Ihr jemand mit entsprechender Bereitschaft findet.
Wünsche Euch viel Erfolg dabei!

Grüße
Engrid
mit Sohn vom anderen Stern (frühkindlich autistisch)
"Wir sehen die Dinge nicht wie sie sind, wir sehen sie wie wir sind." (Anais Nin)

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Beitragvon MarthasAnja » 01.01.2019, 19:48

Hi.
Vielleicht haben die bei LunA ja einen Tipp bzw. bereits eine(n) Therapeuten/in, die im Bereich nonverbale Kommunikation fit ist...?
VG Anja
Anja (*79) mit M. (*Dezember 2012) unbalancierte Translokation 7p/13q entwicklungsverzögert, (korregierte) Poly- und Syndaktylien, angeborener Polstar (links operiert und Linsen-korrigiert), Diabetes MODY 2 und G. (*2007) und W. (*2015) dazu noch Mann mit 2 Großen (*2000 und 2002)

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Beitragvon Felicitas E. » 01.01.2019, 20:42

Hallo!
Seid ihr in einem SPZ angebunden?
Ich würde dort mal fragen ob sie jemandem wissen. Dort sind ja eher Körperbehinderte Patienten zu finden.
Liebe Grüße Felicitas,26 Jahre, Spina Bifida und Diabetes
Das Leben ist keine Gerade!


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