Wir sind schuld

Zum Teil unterscheiden sich die rechtlichen und organisatorischen Strukturen zwischen Deutschland und den verschiedenen Nachbarländern erheblich. Hier in dieser Rubrik sammeln wir alle landesspezifischen Infos.

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melly210
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Beitragvon melly210 » 11.11.2018, 23:48

Yvonne, ok ich habe selber kein schwerbehindertes Kind, eventuell würde ich das als Selbstbetroffener anders sehen. Aber aus meiner aktuellen Lage würde ich sagen, wäre mein Sohn schwerbehindert und hätte er Geschwister, würde ich wohl eine von zwei Maßnahmen verfügen: 1. Möglichkeit: er bekäme seinen Erbteil in Geld, und von dem Geld sollen eben Dinge bezahlt werden die ihm das Leben schön machen. Urlaube, sinnvolle Therapien und so Sachen. Oder 2. Möglichkeit: das behinderte Kind erbt eine Immobilie die langfristig vermietet wird und erhält dann die Mieteinnahmen. Ich kenne auch jemanden der das so gemacht hat.

Ich denke die Chance daß auch nach dem Tod der Eltern die behinderten Kinder weiterhin gewisse Extras erhalten ist deutlich höher, wenn das die verbleibenden Verwandten nicht aus ihrer eigenen Tasche zahlen müssen. Ggf. kann man auch einen Sachwalter außerhalb der Familie bestellen wenn man trotzdem Zweifel an den Verwandten hat.

Zu der Unterhaltspflicht habe ich nun nochmal nachgelesen: es ist tatsächlich so, daß es da wohl keine absolute Altersgrenze gibt. Allerdings wird auch jetzt schon in den meisten Bundesländern ab einem gewissen Alter der Betroffenen auf die Einhebung verzichtet, wenn die Betroffenen im Heim leben. Eben weil das auch in den Dunstkreis dieser Regressabschaffung bei Pflege fällt.

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Maria Herbstvogel
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Beitragvon Maria Herbstvogel » 12.11.2018, 06:53

Mhhh...

Die unterhaltspflicht der Eltern erlischt erst mit selbsterhaltungsfähigkeit des Kindes....

Und bevor Mindestsicherung gewährt wird, wird geschaut, was an Einkommen (sprich unterhalt) des betroffenen da ist.

Das hat mit Regress nix zu tun.

Hab ich das richtig verstanden ?

Silvia & Iris
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Beitragvon Silvia & Iris » 12.11.2018, 07:36

Liebe Maria,

ja, deshalb muss ich auch mit beim 60 jährigen Kind als Elternteil noch aufkommen... - wenn dieses nie selbständig geworden ist...

und es hat daher, weil es nicht dem Arbeitsmarkt zur Verfügung steht, auch keinen Anspruch auf Mindestsicherung... - auch ich nicht, da auch ich dem Arbeitsmarkt nicht zur Verfügung stehe durch die Betreuung des Kindes...

LG
Silvia
Liebe Grüße
Silvia
Tochter *03/2003, PCH, HG-versorgt, ein Sonnenschein
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Beitragvon Maria Herbstvogel » 12.11.2018, 08:23

... darf ich fragen woher du die Info hast ?
Vom Familiengericht oder von der zuständigen Sozialabteilung ???
Und aus welchem Bundesland bist du denn ?

Liebe Grüsse,

Maria

Silvia & Iris
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Beitragvon Silvia & Iris » 12.11.2018, 08:46

Ich habe diese Info bzgl der monatlichen Zahlung wenn das Kind in einer Einrichtung betreut wird direkt von der BH erhalten.

Aussage: Es bleiben 20 % Pflegegeld,
erhöhte Familienbeihilfe

zusätzlich sind 11 % des Familieneinkommens abzugeben. Lebenslänglich.
Und falls man jetzt doch eine Unterstützung braucht, weil man dann zu wenig zum Leben hat und mit 60 noch keinen Pensionsanspruch und auch keine Arbeitsstelle mehr findet... - dann greift der Link, den ich initial eingestellt habe...

Und die Information, dass ich nun mein Kind nur entweder für die ganze Woche oder gar nicht in eine Betreuung geben kann habe ich von einer Tagesstätte erhalten. - Tageweise außer Haus geht nicht mehr...

LG
Silvia
Liebe Grüße
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Lisaneu
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Beitragvon Lisaneu » 12.11.2018, 12:08


Und die Information, dass ich nun mein Kind nur entweder für die ganze Woche oder gar nicht in eine Betreuung geben kann habe ich von einer Tagesstätte erhalten. - Tageweise außer Haus geht nicht mehr...

LG
Silvia

Hallo Silvia,


hat diese Aussage (tagesweise außer Haus geht gar nicht) irgendeine Rechtsgrundlage oder ist sie eine (interene) Regelung in eben DIESER Tagesstätte?
Sohn 3/2010 hochfunktionaler Asperger-Autist + ADHS
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Mama und Papa stark kurzsichtig (Kommentar eines Optikers: Wie habt ihr euch überhaupt gefunden?)

Silvia & Iris
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Beitragvon Silvia & Iris » 12.11.2018, 14:13

Nein, das kam nun per Erlass :( zumindest in NÖ
Liebe Grüße
Silvia
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Beitragvon melly210 » 12.11.2018, 15:18

Silvia, aber wenn ihr 20 % vom Pflegegeld + die erhöhte FBH bleibt sollte das wohl das was ihr vom Familieneinkommen beisteuern sollt aufwiegen ?

Ronja123
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Beitragvon Ronja123 » 12.11.2018, 15:29

Yvonne, ok ich habe selber kein schwerbehindertes Kind, eventuell würde ich das als Selbstbetroffener anders sehen. Aber aus meiner aktuellen Lage würde ich sagen, wäre mein Sohn schwerbehindert und hätte er Geschwister, würde ich wohl eine von zwei Maßnahmen verfügen: 1. Möglichkeit: er bekäme seinen Erbteil in Geld, und von dem Geld sollen eben Dinge bezahlt werden die ihm das Leben schön machen. Urlaube, sinnvolle Therapien und so Sachen. Oder 2. Möglichkeit: das behinderte Kind erbt eine Immobilie die langfristig vermietet wird und erhält dann die Mieteinnahmen. Ich kenne auch jemanden der das so gemacht hat.

Ich denke die Chance daß auch nach dem Tod der Eltern die behinderten Kinder weiterhin gewisse Extras erhalten ist deutlich höher, wenn das die verbleibenden Verwandten nicht aus ihrer eigenen Tasche zahlen müssen. Ggf. kann man auch einen Sachwalter außerhalb der Familie bestellen wenn man trotzdem Zweifel an den Verwandten hat.
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Hallo Melly,
ganz so einfach ist das alles aber nicht! Wenn das Kind erbt, dann wird das Sozailamt sofort alles einkassieren bis auf den Freibetrag von derzeit 5.000,-- €. Hat man ein Behindertentestament gemacht, dann kommt das Sozialamt nicht an diesen Erbteil dran, allerdings auch nicht das behinderte Kind! Das Erbteil wird sozusagen "tiefgefroren". Das ist deswegen weil das Kind im sogenannten Behindertentestament als Zwischenerbe (auch Vorerbe) eingesetzt wird und das Vermögen für den Nacherben erhalten bleiben muss. Lediglich die Einnahmen aus dem Erbteil wie Mieteinnahmen oder Zinsen stehen dem behinderten Kind zu! Bei geistigen Behinderungen muss für die Verwaltung des Nachlasses dann auch ein Dauertestamentsvollstrecker benannt werden der dann Rechenschaft ablegen muss.
Ganz wichtig beim Behindertentestament ist auch, dass das Erbe für das Kind über dem Pflichtteil liegen muss.

Was Unterhaltsanspruch betrifft so weiß ich nur, dass wenn das Kind dauerhaft voll erwerbsgemindert ist eine Zuzahlung erst bei einem Jahreseinkommen der Eltern über 100.000 € jährlich in Betracht kommt.
In anderen Fällen kenne ich mich da allerdings nicht aus!

LG
Karin
Karin
mit Tochter 18 J. Down Syndrom

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monika61
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Beitragvon monika61 » 12.11.2018, 15:38

Hallo Karin,

Du redest von Deutschland, aber hier geht es um Österreich.

LG
Monika


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