Erfahrungen in Lindlar?

Hier könnt ihr euch rund ums Thema Sprachverzögerung/Sprachstörung austauschen und Erfahrungen bezüglich UK (unterstützter Kommunikation) weitergeben. Logopäden dürfen natürlich auch gerne hier Tipps geben!

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PaulaW
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Erfahrungen in Lindlar?

Beitragvon PaulaW » 20.10.2018, 11:36

Ihr Lieben !

Wir hsben jetzt Lindlar ins Auge gefasst und der KiA unterstützt unseren Wunsch. Es gibt dort keine Wartezeiten.

Über weitere Berichte von Euch würden wir uns freuen. Insbesondere natürlich ob Euch die Kur geholfen hat.

Bei uns geht es primär um die Verständlichkeit.

Danke und
liebe Grüsse

Paula
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Kaja
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Beitragvon Kaja » 20.10.2018, 18:05

Hallo Paula,

wir waren vor einigen Jahren mit unserem Sohn (u. a. HFA, Schwerhörigkeit, damals 10 Jahre) für vier Wochen in Lindlar. Für unser Kind war es wichtig, dass es Einzeltherapien gab (bei den Gruppentherapien in den vorangegangenen Rehas hat er sich regelmäßig ausgeklinkt) und das Essen nicht in großen Speiseräumen, sondern nur mit der Begleitperson in der Ferienwohnung stattfand.

Unser Sohn hatte täglich drei Einzellogopädieeinheiten mit unterschiedlichen, auf die Bedürfnisse des Kindes abgestimmten Ansätzen, sowie ergänzende Ergo- und Logopädie. Zusätzlich konnte man zwei Einheiten therapeutisches Reiten in der Woche in Anspruch nehmen.

Da die Zielgruppe (damals) eher erwachsene Patienten nach Schlaganfall war, gab es kaum Therapiekinder. Unseren Sohn hat das nicht gestört. Aber wenn dein Kind eher kontaktfreudig ist und das gemeinsame Spiel mit anderen Kindern mag, solltest du diesen Aspekt bei deiner Entscheidung mit einbeziehen.

Aufgrund der komplexen Behinderung unseres Sohnes hielten sich die Erfolge trotz der Therapiedichte leider in Grenzen. Verglichen mit völlig ausgebliebenen Erfolgen bei der ersten und den nur sehr kurz anhaltenden Effekten der zweiten Reha hat uns aber die Tatsache, dass die wenigen Verbesserungen sehr lange bis dauerhaft anhielten, schon überzeugt.

Viele Grüße Kaja

Anne1301
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Beitragvon Anne1301 » 20.10.2018, 20:04

Hallo Paula,

wir sind kürzlich erst aus Lindlar zurückgekehrt. Wir waren 4 Wochen mit den Mädels da. In dieser Zeit waren noch jeweils zwei Jungs (14/12 Jahre alt) mit ihren Müttern für zwei Wochen während der Ferien da. Ansonsten hast du da Erwachsene mit v.a. neurologischen Problemen (wie Kaja schon schrieb) und ambulante Therapiekinder aus der Gegend. Uns hat das aber nicht gestört, da die Kinder zusammen gespielt haben und man schöne Ausflüge in die Umgebung machen kann wo auch immer andere Kinder sind.

Wir hatten pro Kind meist drei Mal Logo, zwei Mal Ergo und ein Mal Physio pro Tag. Oft zwei oder drei Therapien hinter einander, dann Mittagspause und nachmittags ging es dann weiter bis max. 16:15h.
Reiten haben wir am Wochenende bei einer dortigen Therapeutin gemacht, allerdings selbst bezahlt.

Insgesamt fanden wir es sehr gut da. Die Therapeuten sind alle sehr nett und haben aus unserer Sicht auch Ahnung. Es wurde viel spielerisch gemacht. Die Kinder hatten drei verschiedene Logopädinnen, zwei verschiedene Ergotherapeutinnen die sich alle abgesprochen hatten. Jede hat eine andere Baustelle in Angriff genommen.

Die Wahrnehmung der beiden hat sich schon nach kurzer Zeit verbessert, und insbesondere bei der Großen die Aussprache. Sie ist viel besser zu verstehen. Es wurde dort auch wieder viel für die Mundmotorik gemacht und man hat gute Übungen für zu Hause mitbekommen (die wir z.T. Nicht kannten).

Insgesamt ist es natürlich anstrengend und die Kinder mussten sich auch oft konzentrieren. Aber sie fanden es toll und sind immer gern hingegangen.

Wir hatten eine etwas längere Wartezeit, da eine Wohnung mit zwei Schlafzimmern belegt war, aber ansonsten haben sie die normalen FeWos mit einem Schlafzimmer schnell verfügbar.

Wir haben für nächstes Jahr jetzt wieder reserviert, da wir davon überzeugt sind und auf weitere tolle Fortschritte hoffen, die zu Hause mit je einer Therapie wöchentlich nicht realisierbar sind.

Falls du noch Fragen hast, gerne.

Gruß
Anne
A. (*2012) und B. (*2014) vermtl. unbekannter Gendefekt, Epilepsie, Rumpfhypotonie, globale Entwicklungsverzögerung (insbesondere Feinmotorik und Sprache)

PaulaW
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Beitragvon PaulaW » 21.10.2018, 07:42

Herzlichen Dank Ihr Lieben !

Zwei Fragen noch: Kann man Freitags nach Hause ?

Meint Ihr die Küche wäre evtl bereit Extrawünsche zu
erfüllen ? Unser Sohn hat eine Ess Störung und mag nur
wenige Lebensmittel. Ist der Ess Raum sehr laut ? Evtl kann
man ja das Essen mit aufs Zimmer nehmen.Täglich selber
kochen würde mich stressen.

Letzte Frage: Sorry. Ist die Gruppen Logo obligatorisch ?
Könnte mir vorstellen dass das bei uns nicht geht. Aber
wir probierens wenn die Logopäden das möchten.

Herzlichen Dank und
liebe Grüsse

Paula

ps. Dass wenige Kinder da sind ist kein Problem denke ich
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Beitragvon Anne1301 » 21.10.2018, 10:45

Hallo Paula,

stell dir das Ganze als Urlaub in der FeWo mit täglichen Therapien vor. Das heißt du hast Selbstverpflegung. Du kannst aber für 8 Euro pro Person Mittagessen bestellen, welches dann von einem Restaurant geliefert wird.
Es gibt keinen gemeinsamen Speisesaal.
Für die Patienten, die nicht selbständig sind gibt es beim Pflegestützpunkt einen kleinen Essraum. Dort essen sie dann gemeinsam bzw. werden beim Einnehmen der Mahlzeiten unterstützt. Das wird aber sicherlich irgendwie extra vergütet. Und ist bestimmt auch nichts für euch.

Man kann die Therapeuten auch bitten, das Kind zur nächsten Therapie zu bringen, sodass man etwas mehr Zeit hat z.B. zum Kochen. Allerdings fehlt dann das Feedback zur Therapiestunde, kann man aber auch am nächsten Tag einholen.
Unsere Große haben wir teilweise such alleine zu den Therapien gehen lassen, um ihre Selbständigkeit zu fördern.
Diese finden in ca. 4 verschiedenen Häusern statt die nebeneinander stehen. Es ist aber kein abgegrenztes Gelände.

Du hast keine Anwesenheitspflicht ( „Urlaub FeWo“) und kannst dich frei bewegen. Also auch am Wochenende nach Hause fahren.

Die Gruppensitzungen sind nur für die Erwachsenen. Die Kinder bekommen Einzeltherapie.

Nachmittags gibt es ab und an Programm, dass ist aber auch eher für die Erwachsenen gedacht.

Gruss
Anne
A. (*2012) und B. (*2014) vermtl. unbekannter Gendefekt, Epilepsie, Rumpfhypotonie, globale Entwicklungsverzögerung (insbesondere Feinmotorik und Sprache)

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Beitragvon PaulaW » 21.10.2018, 13:53

Herzlichen Dank Anne. Dein Bericht hilft uns sehr.
Klingt super für uns.
Alles Liebe Paula
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Beitragvon PaulaW » 23.10.2018, 16:52

Ihr Lieben!
Könnt Ihr mir vielleicht noch sagen, ob Ihr die Unterkunft selber bezahlen musstet?
Gerade sagte mir die nette Dame aus Lindlar, dass es keine Verträge gibt und man es selber zahlen müsse sehr wahrscheinlich.
Bei 4 Wochen kommt ja da ganz schön was zusammen.
Unser Junior ist zwar privat versichert, aber wir haben einen abgespeckten Tarif.
Könnte mir vorstellen, dass die Kasse sich mal wieder querstellt.
Vielleicht kann man das ja auch irgendwie über Pflege oder so abrechnen.

Wäre dankbar für einen Tipp.

Danke und
liebe Grüsse
Paula
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Samoida
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Beitragvon Samoida » 23.10.2018, 22:02

Hallo,
Wir waren im Frühjahr auch in Lindlar. Wir haben uns auch komplett selbst versorgt, was gar kein Problem war (habe meist für 3 Tage gekocht 😀). Wir haben das Angebot genutzt, dass sie die Kinder zur nächsten Therapie bringen, so war unser Sohn häufig von 8.30 bis 11.30 unterwegs. Trotzdem haben wir immer super Rückmeldungen bekommen. Ich hab ihm dann immer was zu trinken und ein bisschen Obst/Snack mitgegeben und ich konnte dann in der Zeit mit der kleinen Schwester (die als Begleitkind mit war), kochen, einkaufen usw. und da sie es so spielerisch machen, ging er immer gern hin.

Bei uns hat die Private Versicherung einen Satz von (ich glaube) 80€ pro Tag als freiwillige Leistung erstattet. Frag doch am besten mal bei der Versicherung nach.

Lg Sara


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