4.870 Euro für vollstationäre Betreuung dazu zahlen?!

Unsere Kinder werden älter, verlassen die Schule und auch oft das Elternhaus. Wie sehen die Perspektiven für behinderte Jugendliche und junge Erwachsene aus? Wo können sie arbeiten? Wo finden sie geeignete Wohnformen? Hier können sich Eltern austauschen und informieren!

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Lotte und Dennis
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Beitragvon Lotte und Dennis » 22.10.2018, 12:43

@Bianca! Wie du schreibst, liest man viel Verbitterung raus. Tut mir leid für dich.

Glück bedeutet nicht immer viel Geld zu haben. Man kann auch mit wenig glücklich sein. Glaub mir, ich weiß wovon ich rede.

Und wie du dich ausdrückst, diskriminierst du selber gerade jeden Geringverdiender.

😢

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Lotte und Dennis
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Beitragvon Lotte und Dennis » 22.10.2018, 12:47

@Bianca

P.s. Ich verstehe auch nicht, warum du mich persönlich angreifst und mir Vorwürfe machst, ohne überhaupt etwas von mir zu wissen?

Trotzdem liebe Grüße und einen sonnigen Tag!

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Beitragvon Biancamit2 » 22.10.2018, 15:41

Lotte und Dennis hat geschrieben:@Bianca! Wie du schreibst, liest man viel Verbitterung raus. Tut mir leid für dich.

Glück bedeutet nicht immer viel Geld zu haben. Man kann auch mit wenig glücklich sein. Glaub mir, ich weiß wovon ich rede.

Und wie du dich ausdrückst, diskriminierst du selber gerade jeden Geringverdiender.

😢


Wo genau diskriminiere ich die Geringverdiener?
Und nein, ich bin nicht verbittert. Uns geht es finanziell gut und ich weiß sehr genau dass Geld und Glück nicht viel miteinander zu tun haben.
Aber ich bin einfach total genervt von den überheblichen Gutverdienern, die immer meinen die Geringverdiener runter machen zu müssen. Und ihnen aufs Butterbrot schmieren, dass sie ja selbst Schuld haben an ihrer Lage. Nur um das eigene Gewissen zu beruhigen. Damit man sich selbst keine Schuld daran geben muss. Und dann die eigenen Beschäftigten mit Mindestlohn abspeisen um an den verkauften Produkten genug zu verdienen.... Und wo wäre der Firmenboss ohne seine schlecht bezahlten Bandarbeiter? Nur mal als Beispiel? Aha... am Ar....wäre er. Denn alles alleine machen kann er nicht, er ist angewiesen auf seine Billiglöhner. Aber die sind ja selbst schuld, ist ja jeder seines Glückes Schmied. Und nun hör ich auf hier zu schreiben, denn in diesem Thread sollte es darum nicht gehen, und mit dir zu diskutieren bringt auch nix, weil du nicht siehst worum es mir geht....

Grüßle
Bianca mit Sohn (2004, Skoliose, LRS) und Tochter (02.2009 Frühchen 29+0, ICP, PVL, spastische Diparese, und manch anderes) und zwei Sternchen *2003 *2008 fest im Herzen

Lisaneu
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Beitragvon Lisaneu » 22.10.2018, 16:44

Inga hat geschrieben:Ja, das war etwas naiv. :wink:
Um da mal Zahlen in den Raum zu werfen. Ein Heimplatz für Behinderte kosten zwischen 4-8 Tausend Euro, meist so irgendwas in der Mitte also 5-6 T.
Rund um die Uhr 1 zu 1 ist VIEL teurer!
Osteuropäische PFLEGEkräfte betreuen (fast) nie Kinder, zudem ist bei einem Kind nicht nur Pflege, sondern auch Erziehung notwendig.
Rund um die Uhr mit deutschen Fachkräften kostet (wenn man Nachts wach sein muß) +/- 18.000 €, wenn eine Nachtwache reicht, wird es etwas billiger. Wenn auch zeitweise Nichtfachkräfte eingesetzt werden können, noch mal etwas günstiger. Dann kann man je nach Situation noch die Schulzeit abrechnen.
Unser Ältester ist gerade in eine eigene Wohnung gezogen. Er wird außerhalb der Werkstatt-Zeiten (Unterwegs von 6:30-16 Uhr) immer betreut, nachts ist nur eine Nachtwache nötig, welche schlafen kann. Mehr als die Hälfte der Zeiten werden von Nicht-Fachkräften abgedeckt. Unser Model ist NICHT Kostendeckend, heißt wir als ehemalige Pflegeeltern haben Danielo regelmäßig paar Tage bei uns, weil nicht genügend Personal für das Geld was er bekommt zu Verfügung steht. Für uns ist das so okay, wir haben das auch so beantragt, weil wir wissen, dass dies nur eine begrenzte Zeit so ist, bis Michelle in 2 Jahren dazu zieht und dann die Karten neu gemischt werden.
So, nun die Kosten: die Maßnahme kosten rund 7000 € im Monat plus Grundsicherung (also Miete und Lebensunterhalt).


Danke für die Info, Inge :) ! Mir war schon klar, dass ich mich da in ein Gebiet vorwage, von dem ich nicht viel Ahnung habe.

Nur kommt MIR ein Betrag von Euro 4870,- wirklich extrem viel Geld vor. Der Vollzeitverdienst meines Mannes, mein Teilzeitverdienst, die FB für zwei Kinder (einmal erhöht) und das Pflegegeld für Alexander ist IN SUMME über 1000 Euro weniger.
Sohn 3/2010 hochfunktionaler Asperger-Autist + ADHS
Sohn 7/2012, gehörlos + kurzsichtig + frühkindlicher Autist
Mama und Papa stark kurzsichtig (Kommentar eines Optikers: Wie habt ihr euch überhaupt gefunden?)

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Beitragvon Steffi 71 » 23.10.2018, 16:26

Ich habe gerade gelesen, wie sich dieser Thread verselbständigt hat und es gar nicht mehr um die die Sache an sich geht.
Ich möchte mich hier weder rechtfertigen noch entschuldigen,dass wir zu den besser verdienenen Eltern gehören.Fakt ist,das Amt hat wesentliche Ausgaben die aufgrund von Selbständigkeit und Altersvorsorge einen beträchtlichen Betrag ausmachen,nicht in ihre Berechnungen mit einbezogen.Das würde natürlich auch den Einkommensüberhang deutlich verändern.
Um das noch mal deutlich zu sagen,dass wir als "Besserverdiener"deutlich mehr zuzahlen müssen steht völlig außer Frage........aber 70% ist völlig utopisch!
Eine Pflegekraft für zu Hause ist keine Lösung,es geht bei unserem Sohn nicht um pflegerische Unterstützung (ich arbeite selbst in der Pflege),sondern Probleme im sozial-emotionalen Bereich,mit der wir als Eltern zunehmend überfordert sind.
Steffi
Linus,globale Entwicklungsverzögerung aufgrund einer Hypoxie(?),Wahrnehmungsstörungen,hypotoner Muskeltonus,

Lotte und Dennis
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Beitragvon Lotte und Dennis » 23.10.2018, 17:06

Hi!

Sorry Steffi, ich war an der Diskussion mit schuld. Das wollte ich nicht.

Jetzt zum Thema:

Zitat Intakt.info.de


Werden Eltern zum Unterhalt herangezogen?
Bei Eltern von volljährigen behinderten oder pflegebedürftigen Kindern entfällt die Einkommens- und Vermögensprüfung. Diese zahlen bei:

- "Eingliederungshilfe" oder "Hilfe zur Pflege" einen einheitlichen Unterhaltsbeitrag von 32,08 Euro* pro Monat.

und bei

- "Hilfe zum Lebensunterhalt" einen einheitlichen Unterhaltsbeitrag von 24,68 Euro* pro Monat.

gesamt maximal 56,76 Euro* pro Monat (außer wenn sie selbst "Hilfe zum Lebensunterhalt" oder "Grundsicherung im Alter und bei Erwerbsminderung" erhalten oder aufgrund dieses pauschalen Unterhaltsbeitrages selbst bedürftig werden würden.)

Rechtsquellen: (§§ 93, 94 SGB XII)
* EURO-Beträge seit 1.1.2016 Zitat Ende.

Wenn euer Sohn eine Pflegestufe hat, müsste er dann nicht zu der o.g. Gruppe gehören?

Ich kann mir einfach nicht vorstellen, dass euch das als Familie in Existenzängste bringen soll.

Klar, einkommensabhägig ist richtig. Aber das geht dann doch zu weit! Andersrum würde ich verstehen. 70% für euch zum Leben und 30% als Eigenleistung.

Leider arbeiten in Behörden auch nur Menschen die mal Fehler machen. Anders kann ich es mir in eurem Fall nicht erklären!

Familien sollen Augrund der Behinderung ihrer Kinder nicht benachteiligt werden, aber genau das würde euch passieren.

Ich hoffe sehr, es gibt für euch eine vernünftige Lösung ✊🏻🍀!

LG

Lotte

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Beitragvon Lotte und Dennis » 23.10.2018, 17:11

Sorry, hier die Passage für minderjährige Kinder, ebenfalls von intakt.info.de!

Wenn das Einkommen und Vermögen des behinderten Menschen oder der Eltern von minderjährigen Kindern mit Behinderung eine gewisse Grenze übersteigt, muss der Anteil über der Grenze für kostenpflichtige Leistungen der Sozialhilfe verwendet werden.

Ausnahme: Blinde und schwerstpflegebedürftige Menschen (Öffnet internen Link im aktuellen FensterPflegestufe III) müssen höchstens 40% des Einkommens über der Einkommensgrenze einsetzen.

Bei den Leistungen ohne Eigenbeteiligung gibt es keine Grenzen.

Die Einkommensgrenze wird gebildet aus

dem Grundbetrag in Höhe von 718 Euro (Öffnet internen Link im aktuellen FensterZweifacher Eckregelsatz),
angemessenen Kosten der Unterkunft
und
einem Familienzuschlag in Höhe von 251 Euro (70% des Eckregelsatzes) für jede Person, deren Unterhalt vom Leistungeberechtigten (Mensch mit Behinderung) oder dessen unterhaltspflichtigen Eltern überwiegend übernommen wird.
Zum Vermögen zählen z.B. Sparguthaben, Wertpapiere oder Lebensversicherungen. Die Vermögensgrenze setzt sich zusammen aus

dem Grundbetrag in Höhe von 2600 Euro
und
einem Familienzuschlag in Höhe von 615 Euro (70% des Eckregelsatzes) für den Ehepartner und 256 Euro für jede weitere Person, deren Unterhalt vom Leistungeberechtigten (Mensch mit Behinderung) oder dessen unterhaltspflichtigen Eltern überwiegend übernommen wird.

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Beitragvon NicoleWW » 23.10.2018, 17:21

Hallo,

also dass der Hauskredit nicht mit berechnet wird kann eigentlich nicht sein, dass ist wie Miete. das einzige was sein kann dass er nicht im vollem Umfang anerkannt wird sondern ein angemessener Betrag genommen wird. Gleiches gilt für Autokredite usw. Wie das mit Rente ist weiß ich nicht.

Leider hab ich da auch nichts rechtliches. Aber ich kann mir auch nicht vorstellen dass das so richtig ist, auch nicht dass das Amt 70% einkassieren darf für ein Kind wenn 4 Personen insgesamt zum Haushalt gehören..

Völlig unabhängig davon was verdient wird.

Ich würde in Widerspruch gehen und mich direkt an die nächst höhere Stelle wenden, das wirkt manchmal Wunder.

Liebe Grüße
Nicole
Nicole (70, Morbus Bechterew, Asthma) mit

J.M. (92)
J.C. (93)
J.E. (95, ADHS, E80.4)
A.M. (04, F93.3, F98.8, F81,1)
S.F. (04,F84.5, F98.8, J30.3, E80.4, J45.0)
V.L. (07, J45.1, F98.0)
J.K. (07, F84.5, F98.0)

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Beitragvon mariannna » 23.10.2018, 17:55

NicoleWW hat geschrieben:Hallo,

also dass der Hauskredit nicht mit berechnet wird kann eigentlich nicht sein, dass ist wie Miete. das einzige was sein kann dass er nicht im vollem Umfang anerkannt wird sondern ein angemessener Betrag genommen wird.


1.Ein angemessener Betrag für Wohnkosten ist ja bereits in der Berechnung (des Einkommensüberhangs) enthalten.

2. Das "Amt" "kassiert nichts ein", sondern fährt seine eigene Unterstützung zurück, da eine gute Einkommenssituation vorliegt. Der Steuerzahler bzw die Solidargemeinschaft wird trotzdem noch etwas zuschießen.

3. Bei dem Eigenanteil geht es nicht um 70% des Einkommens, sondern um 70% des EinkommensÜBERHANGS. (Einkommensüberhang=Einkommen minus Alg 2 für eine 3köpfige Familie)

LG,marianna

P.S.Mich erinnert die Berechnung an die Berechnung bei BaFög, da wurde die Hausabzahlung meiner Eltern auch nicht bei der Berechnung des Unterhalts berücksichtigt.
Es wurde ein relativ hoher Betrag als Unterhalt ermittelt, den meine Eltern mir angeblich zahlen würden und das Bafög fiel dann entsprechend
kleiner aus.

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Lotte und Dennis
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Beitragvon Lotte und Dennis » 23.10.2018, 18:03

mariannna hat geschrieben:3. Bei dem Eigenanteil geht es nicht um 70% des Einkommens, sondern um 70% des EinkommensÜBERHANGS. (Einkommensüberhang=Einkommen minus Alg 2 für eine 3köpfige Familie)


Hallo Marianna!

Wird immer das ALG einer Dreiköpfigen Familie als Berechnung genommen? Auch wenn es wie in dem Fall um eine Vierköpfige Familie geht (oder vielleicht noch mehr Familienmitglieder)?

Das kommt mir ziemlich unfair vor. Nehmen wir mal an, der Überhang beträgt 1000€. Davon würden dann also 700€ Eigenanteil sein. Dann bliebe für die restlichen Familienmitglieder 300€, egal wieviele Kinder?

LG

Lotte


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