Gibt es Erfahrungen mit CBD?

Hier geht es um Epilepsie und die Behandlung verschiedener Epilepsie-Formen mit Medikamenten.

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Vater von Julie
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Re: Gibt es Erfahrungen mit CBD?

Beitragvon Vater von Julie » 18.05.2019, 23:37

Wie ist bei euch der THC-Anteil bei den vom Arzt verschriebenen Rezepten - auch unter 0,2%? Soweit ich das richtig verstanden habe, ist CBD nur freiverkäuflich, wenn der THC-Gehalt unter 0,2% liegt.

Allerdings ist es ja so, dass CBD müde macht. Ist es vorstellbar, dass um dem entgegenzuwirken ein höherer THC-Anteil verschrieben wird? z. B. 0,5%?

Und stimmt es, dass CBD umso mehr wirkt, je höher der THC-Anteil ist?

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Elisabeth85
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Re: Gibt es Erfahrungen mit CBD?

Beitragvon Elisabeth85 » 19.05.2019, 09:45

Hallo Mike,

über den THC-Gehalt unseres CBD-Öls weiß ich jetzt leider nichst. Bei dem vorher gekauften stand auch nichts auf der Verpackung... Wir haben nicht die Erfahrung gemacht, dass CBD Theo müde machen würde. Sia meinte weiter vorn auch eher das Gegenteil - das es wach macht. Irgendwo habe ich mal gelesen, dass CBD überhaupt erst bei extrem hoher Dosierung manchmal Nebenwirkungen wie Schläfrigkeit machen kann, aber "irgendwo" ist jetzt als Quelle auch keine so tolle Referenz...

Liebe Grüße,
Elisabeth
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Re: Gibt es Erfahrungen mit CBD?

Beitragvon JanisQ » 19.05.2019, 10:47

Hallo,
also mich machen bereits 3 Tropfen/4% müde. Ich hab das eine Weile als Schlafmittel genutzt,
musste aber alle 2-3 Wochen die Dosis erhöhen um davon zu schlafen.
Als ich dann bei 12 Tropfen angekommen war, hatte ich so viel Tagesüberhang, dass Autofahren nicht mehr
möglich war. Jetzt nehme ich nur noch 2-3 Tropfen abends.
Es wirkt dann den ganzen Folgetag reizabschirmend.
Viele Grüße
Janis
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Re: Gibt es Erfahrungen mit CBD?

Beitragvon Sia » 19.05.2019, 21:01

Hallo Zusammen

Die Wirkung von CBD hat nichts mit dem THC Gehalt zu tun. CBD ohne THC kann genauso gut wirken. Die Frage ist halt, ob die Person, die es einnimmt CBD oder THC braucht. Oder die Kombination. Es sind zwei verschieden Wirkstoffe. Wenn CBD mit höherem THC Anteil besser wirkt, stellt sich die Frage, ob CBD die richtige Wahl ist oder ob es besser wäre THC verschreiben zu lassen!
CBD macht grundsätzlich nicht müde sondern wach und aktiv. Wenn man es zum Schlafen braucht, ist die richtige Einnahme entscheidend. THC macht müde!

Wenn man CBD nimmt, das nicht mit Öl sondern mit Alkohol aufbereitet wird, macht es möglicherweise müde.

Zudem kann CBD Medikamente bzw. andere Wirkstoffe beeinflussen. Es gibt Wirkstoffe, die sehr gut mit CBD harmonieren und dadurch wirkt ein Medikament möglicherweise stärker und länger. Andersrum wahrscheinlich auch möglich. Es kommt also auch immer darauf an, was zusätzlich eingenommen wird.
Eine schöne Zeit wünscht
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Re: Gibt es Erfahrungen mit CBD?

Beitragvon Sia » 19.05.2019, 21:18

@Ario - Was mir zum CBD Öl von Limucan auffällt ist, dass der THC Gehalt nicht aufgeführt wird. Zumindest habe ich das weder auf dem Produkt noch auf der Homepage erkennen können. Und ich habe auch nicht explizit gelesen, dass es mit Blüten hergestellt ist. Wenn es mit anderen Teilen aus der Hanfpflanze hergestellt wird, würde das den günstigen Preis erklären - zumindest bei uns in CH ist CBD wesentlich teurer.
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Re: Gibt es Erfahrungen mit CBD?

Beitragvon Sia » 19.05.2019, 21:27

Hallöchen Zusammen

Da bin ich für einmal froh, dass ich in der CH wohne. Bei uns darf CBD nur verkauft werden, wenn der THC Gehalt unter 0.2% liegt. Diese Kontrollen, von denen ihr spricht, werden bei uns bei JEDEM Hersteller durchgeführt. Nur wer geprüft (Bundesamt für Gesundheit) und zertifiziert ist, bekommt die Zulassung für die Herstellung. Zudem ist es momentan noch so, dass die Apotheken (ausser eine in der ganzen Schweiz) noch gar kein CBD herstellen dürfen. Daher stellt sich bei uns die Frage nicht, ob wir es in der Apotheke kaufen oder frei verkäuflich. Für CBD werden von Ärzten auch keine Rezepte ausgestellt und es wird auch nicht von der Krankenkasse übernommen sondern muss privat finanziert werden (ausser das Kind hat Dravet oder Lennox Syndrom).
THC wird bei uns im Ausnahmefall vom Arzt verschrieben und muss durch das Bundesamt für Gesundheit für die Person bewilligt werden. Die Lizenz THC herzustellen und zu verkaufen hat ebenfalls nur eine Apotheke in der Schweiz!
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Re: Gibt es Erfahrungen mit CBD?

Beitragvon kia122 » 31.05.2019, 11:16

hey hi,
limucan ist kein thc enthalten drum stehts da nicht.
ich hol mir immer hier des euphoria, günstig aber wirkt wie eines der teueren. https://cbdler.shop/p/cannabidiol-oel-5
da sind die gleich also es muss keines der 150 euro öle bestellt werden.

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Re: Gibt es Erfahrungen mit CBD?

Beitragvon Mama Ursula » 02.06.2019, 12:36

Elisabeth85 hat geschrieben:Hallo Ursula,

danke für deine Ausführungen. Mein Apotheker sagte ähnliches. Vor allem, aber, dass der Unterschied eben auch ist, dass die Zutaten für ein Rezepturarzneimittel strengeren Qualitätskontrollen unterliegen als die Nahrungsergänzungsmittel CBD-Öle und eben deshalb auch sicherer seien.

Viele Grüße,
Elisabeth

Klar, als Apotheker würde ich das auch so betonen, denn die verdienen zur Zeit am CBD richtig gut mit.

Allerdings ist das eben auch politisch so gewollt. Von daher bin ich dankbar, dass die KK zählt und mach "volkswirtschaftlich" die Augen zu, um mich nicht immer wieder zu schämen.

Grüßle
Ursula
Kinderkrankenschwester mit Fachweiterbildung Palliativ Care und Außerklinische Beatmung.
Pflegemutter von Jessy (16 J., schwerster Hirnschädigung wegen Sauerstoffmangel), kl.Bub (1 Jahr mit schwerster Hirnschädigung, Reflux, Spastisch-steife Knie), 2 gr. Jungs - ausgezogen.

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Re: Gibt es Erfahrungen mit CBD?

Beitragvon loni » 05.06.2019, 15:05

Ich kann euch das CBD Öl von Hanfosan.de empfehlen, schmeckt milder als das von Limucan.

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Elisabeth85
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Re: Gibt es Erfahrungen mit CBD?

Beitragvon Elisabeth85 » 06.07.2019, 11:55

Hallo liebe Gemeinde,

nachdem wir nun ein paar Monate CBD-Öl getestet haben, wollte ich mich nun noch einmal melden um auf die Eingangsfrage dieses Threads zu antworten. Aus unserer Dokumentation der Anfälle geht hervor, dass sich mit zunehmender Steigerung des CBD-Öls die Anfallsserien etwas verkürzten (von durchcsnittlich 10 auf 5 min). Zu einer wesentlichen Verminderung der Häufigkeit kam es nicht, eher änderte sich die Verteilung der Anfälle, von nicht nur nachts auf auch tagsüber, das kann jedoch aber auch am zusätzlich abends gegebenen Frisium liegen. Immerhin mussten wir zwei Monate nur zweimal mit einem Notfallmedikament unterbrechen. Mit zunehmender CBD-Dosis kam jedoch auch der Eindruck einer Verschlechterung der muskulären Hypotonie, was jedoch auch als Resultat monatelanger täglicher Anfallsserien und Erschöpfung gedeutet werden kann. Zur Zeit befinden wir uns in stationärer Behandlung in einem Epilepsiezentrum. Hier wurde das Öl abgesetzt, was nicht zu einer Veschlechterung führte. Wie immer ist die Einschätzung schwierig. Einen durchschlagenden Erfolg hinsichtlich der Epilepsie haben wir nicht erreicht.

Viele liebe Grüße,
Elisabeth
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