Wer diagnostiziert visuelle Wahrnehmungsstörung?

Hier könnt ihr euch über Hör- und Sehbehinderung austauschen.

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Annemaries Mama
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Wer diagnostiziert visuelle Wahrnehmungsstörung?

Beitragvon Annemaries Mama » 17.07.2018, 16:51

Die Frage stellt sich evtl. bei einem Kind, das ich kenne. Wohin können sich die Eltern wenden ?
LG Kerstin

mit Annemarie *2011 (ADS) und Konrad *2015

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melly210
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Beitragvon melly210 » 17.07.2018, 18:00

Ein auf sensorische Integartionstherapie (SI) spezislisierter Ergotherapeut.

Annemaries Mama
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Beitragvon Annemaries Mama » 17.07.2018, 18:35

Darf ein Therapeut auch eine Diagnose erstellen ?
LG Kerstin

mit Annemarie *2011 (ADS) und Konrad *2015

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Alexandra2014
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Beitragvon Alexandra2014 » 17.07.2018, 19:25

Nein, darf er nicht. Wird auch niemand anerkennen.
Am besten wäre die Diagnostik in der nächstgelegenen Uniklinik beim Augenarzt.
R. *12/2007, Autismus-Spektrum-Störung, okzipitale Epilepsie mit Ausbreitung nach frontozentral

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Beitragvon die_ottilie » 17.07.2018, 19:56

Hallo ,
ein ergotherapeut darf einen few2 machen (frostig entwicklungstest der visuellen wahrnehmung ) . anhand der ergebnisse kann ein arzt dann die Diagnose stellen.

vg
ergotherapeutin, selbst mit NF1 betroffen

-don't be afraid to be different-

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Tanja2014
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Beitragvon Tanja2014 » 17.07.2018, 20:03

Hallo,

bei uns wird das im SPZ von Psychologen getestet/diagnostiziert. Manche Förderschulen Sehen haben auch Beratungsstellen/Frühförderstellen, die solche Testungen anbieten.
Viele Grüße
Tanja
mit B. (*2012) - Extremfrühchen, spastische ICP beinbetont GMFCS Level 1
und Wirbelwind (*2013)

Annemaries Mama
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Beitragvon Annemaries Mama » 17.07.2018, 20:13

Vielen Dank !
LG Kerstin

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Sheila0505
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Beitragvon Sheila0505 » 17.09.2018, 20:28

Hi, ich hatte heute die gleiche Frage gestellt und sie dann gelöscht, als ich diesen Thread entdeckt habe.

An dieser Stelle würde ich gerne weiterfragen:

Wir sollen zu einem speziellen Optiker gehen, welcher wohl einen sehr guten Ruf genießt und mit speziellen Vermessungen und Testverfahren auf eine visuelle WS prüfen kann.
Allerdings ist das nicht billig, allein für die erste Vermessung/Sitzung kann es bis zu 150€ kosten, wurde mir telefonisch mitgeteilt. Also 25€/15min.

Termin haben wir vereinbart (allerdings bekamen wir nicht bei ihm einen Termin dafür, sondern beim Kollegen) und selbstverständlich soll es nicht am Geld scheitern, auch wenn ich mit 200-300€ dafür rechne. Realistisch?

Dennoch habe ich mich gefragt, ob das nicht auch unsere Augentagesklinik machen kann und habe dort angerufen: ja und sie hätten sogar spontan einen Termin frei (Sehschule bei unserer Orthoptistin - vom Geschwisterkind).

Wir sind bisher sehr zufrieden mit dieser Augentagesklinik, fahren rund 2 Std (einfach) extra dorthin (also Hin-und Rückweg 4 Std Fahrtdauer) weil wir uns in der Augenklinik in unserer Nähe nicht so gut aufgehoben fühlten und die weiteren Augenkliniken in näherer Umgebung von unseren Kinderärzten nicht empfohlen wurden.

Am Telefon fragte ich explizit 2x danach, ob sie auf visuelle Wahrnehmungsstörung testen können, das wurde wiederholt bejaht. Allerdings hatte ich zwischen den Zeilen den Eindruck, als wäre es die routinemäßige Sehschulenbegutachtung welche stattfinden soll und kein spezieller Test.

Jetzt haben wir uns überlegt beides zu machen:
1. Sehschule (Termin bekamen wir durch Terminausfall sofort)
2. im Anschluss die kostspielige Diagnostik beim Optiker.

Was haltet ihr davon bzw. wie hört sich das für euch an? Meint ihr die Sehschule macht nun wirklich diesen Test darauf? Wie sieht dieser Test eigentlich aus? Hat der einen Namen? Weil dann könnte ich nochmal genauer nachfragen..

Anlass war: sein neuer Therapeut (von dem ich überzeugt bin, dass er echt spitze ist) hat diesen konkreten Verdacht und bei seiner Untersuchung/Begutachtung erhellte sich, dass das Auge unseres Sohnes bspw. abdriftet, so wenn man es zuvor abdeckte. Es kommt also nicht dazu wie es sein sollte und nur ein Auge fixiert dann den Gegenstand.
Das war aber anscheinend nur ein Indiz von mehreren und nicht der einzige Grund dafür, weshalb er diesen konkreten Verdacht hat und nachgehen möchte.

Der Therapeut kennt unsere ATK bisher nicht und meinte nur, er würde den Optiker empfehlen, weil er mit den bisherigen Augenkliniken nicht so gute Erfahrungen machte und der Optiker (speziell bei ihm bekamen wir ja leider keinen Termin - 6 Monate können wir nicht warten) wirklich gut arbeitet.



LG Sheila

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Tanja2014
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Beitragvon Tanja2014 » 17.09.2018, 21:03

Sheila, meines Wissens sind bei visuellen Wahrnehmungsstörungen in der Regel keine organischen Ursachen erkennbar. Da geht es quasi "nur" darum, dass das, was das Auge sieht, fehlerhaft an das Gehirn übermittelt wird bzw. die übermittelten Bilder nicht richtig von Gehirn verarbeitet werden. Wenn es also darum geht, dass ein Auge abdriftet, dann denke ich, wäre da Eure Augenklinik ein passender Ansprechpartner. Bei uns werden visuelle Wahrnehmungsstörungen entweder von Psychologen im SPZ festgestellt oder durch Frühförderstellen bzw. Beratungsstellen, die an die Förderschule Sehen angegliedert sind.
Viele Grüße
Tanja
mit B. (*2012) - Extremfrühchen, spastische ICP beinbetont GMFCS Level 1
und Wirbelwind (*2013)

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Sheila0505
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Beitragvon Sheila0505 » 17.09.2018, 21:08

Nachtrag:

Was z.B. noch problematisch bei ihm ist:

- abschreiben, selbst die Hausaufgaben von der Tafel ist schwierig
- Orientierung am Arbeitsblatt
- Lesen, verrutscht in den Zeilen, hasst es zu lesen weil es ihn so anstrengt, er liest nicht gut
- er hat bereits eine AVWS und eine ADHS Diagnostik hinter sich gebracht (AVWS waren Auffälligkeiten vorhanden aber nicht ausreichend für eine Diagnose und ADHS war Grauzone und man hätte ihm die Diagnose stellen können)
- er ist motorisch extrem unruhig, kann nicht auf einen Stuhl sitzen ohne sich zu bewegen
- er verdreht Buchstaben und schreibt jetzt in der 3. Klasse noch immer gelegentlich Zahlen und Buchstaben spiegelverkehrt/umgedreht (b-p, E-3, W-M usw.) und kann die Zeilen nur mit Anstrengung einhalten. Auch schreibt er Buchstaben oft versetzt in den Zeilen, so sieht das g aus wie eine 9 weil er zu hoch ansetzt. Mit nachlassender Konzentration häufen sich Fehler.
- Konzentrationsstörungen, Ausdauer und Ehrgeiz gering
- klagt öfters über trockene Augen, sodass wir ihm gelegentlich Tropfen
- hält sein Kopf/Körper oft schief
ach und vieles mehr..

Der Therapeut hat auch den Verdacht, dass eine einseitige Hörverarbeitungsdifferenz (heißt das so?) vorliegt, worauf er selbst testen wird.
Er hört oft nicht, wenn man mit ihm spricht, er tut sich schwer beim Zuhören obwohl sein Hörvermögen einwandfrei war. Er bekommt vieles gar nicht mit, auch Schulinternas.
Er kann Erlebtes nur sehr knapp wiedergeben und den Ablauf muss man sich aus den Informationen zusammenpuzzlen, weil er in seinen Erzählungen zeitlich umherspringt.
Er hat noch niemals ein Lied mit nach Hause gebracht, nur Melodien. Aber er kann nicht ein einziges Lied singen, welches er in Kita oder Schule gelernt hatte.
Puzzlen war immer eine Katastrophe - er hasste es und wollte (oder konnte?) sich damit nie beschäftigen.
Fahrradfahren kam erst sehr spät und das musste er sich erarbeiten. Er hat heute noch viele Unfälle, so wie heute morgen auf dem Weg zur Schule als er mit dem Fahrrad stürzte :(
Er überschätzt sich oft und ist oft zu übermütig. Er stößt sich andauernd (mehrmals täglich) und fällt sogar gelegentlich von Couch oder Stuhl, weil er sich nicht ruhig halten kann.
usw.

LG


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