Wer diagnostiziert visuelle Wahrnehmungsstörung?

Hier könnt ihr euch über Hör- und Sehbehinderung austauschen.

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Anna-Alice
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Beitragvon Anna-Alice » 17.09.2018, 21:16

Hallo Sheila,

es ist ein Schuss ins Blaue (ich bin keine Spezialistin dafür und kenne Dein Kind nicht), aber habt Ihr in Erwägung gezogen, auf das Irlen-Syndrom zu untersuchen?

Ich bin darauf gekommen, weil mich Deine Schilderung an die Tochter einer guten Bekannten erinnert, die damit diagnostiziert wurde.

Viele Grüße
Anna

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Sheila0505
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Beitragvon Sheila0505 » 17.09.2018, 21:25

Hallo Tanja, habe soeben erst deine Nachricht gesehen.

Ja genau, eine VVWS wird vermutet. Inwiefern die Augenkompensation hier eine Rolle spielt, weiß ich nicht. Es war nur eine Auffälligkeit, welche lt. Therapeut bei VVWS vorkommen kann.

Unser Kleiner (anderes Kind) zeigt z.B. ein intermittierendes Auswärtsschielen und die Kompensation der Augen ist nicht gut. Auch dort driftet das eine Auge weg und nur eines konzentriert sich auf das Objekt. Er aber schafft es noch, dass andere Auge dazu zu holen und schielt auch im Alltag gelegentlich.

Bei unserem älteren Sohn haben wir noch nie etwas in dieser Richtung gesehen bzw. bemerkt. Vermutlich hatte ich es deswegen oben so betont, weil es mich so erschrocken hatte.

Aber du meinst, dass das eher auf eine reine Fehlsichtigkeit hindeutet und weniger auf eine VVWS?
Dann wäre es ja gut, sicherheitshalber zur Sehschule zu gehen - da bin ich bei dir, danke für den Input.

Ach vermutlich ist es tatsächlich das Beste, wir machen Beides und sehen zu was dabei rauskommt.

Fakt ist: Wir wären schon so langsam froh, wenn man endlich wüsste woran es liegt und woher seine Probleme tatsächlich herrühren, weil wir ihn sicherlich besser entsprechend fördern und unterstützen könnten. Er möglicherweise sogar Hilfsmittel in der Schule bekommen könnte, damit kenne ich mich aber nicht aus und ohne Diagnose ja auch schwierig zum Recherchieren.


Lieben Dank Dir, Tanja

Sheila

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Beitragvon Sheila0505 » 17.09.2018, 21:34

Hallo Anna, davon hatte ich hier in diesem Thread (auf welchen ich ja recht frech aufgesprungen bin ;) ) gelesen und natürlich gegooglet. Aber ich kann nicht bestätigen, dass er recht lichtempfindlich wäre und das wäre ja eines der Hauptsymptome oder?

Nebenbei läuft bei uns soeben noch eine genetische Untersuchung die Chromosomensätze betreffend.
Auch da weiß ich nicht, ob es was ergeben wird.

Liebe Grüße Sheila

Anna-Alice
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Beitragvon Anna-Alice » 17.09.2018, 21:46

Hallo Sheila,

ich bin ja auch keine Expertin dafür :wink: und bin mir demzufolge nicht sicher, wie die Lichtempfindlichkeit in dem Fall zu interpretieren ist. Die Tochter meiner Bekannten ist zumindest nicht im klassischen Sinne lichtempfindlich bzw. wurde das nicht so wahrgenommen (was aber auch daran hängen könnte, dass sich verschiedene Symptome überlagern, sprich: ob sie z.B. so unruhig und angespannt war/ist weil sie das Licht stört oder weil sie Konzentrationsprobleme hat oder wegen beiden Faktoren ist (von außen) nicht so ganz klar ersichtlich).
Ich habe gerade gelesen, dass Ihr zwei Untersuchungen bei Spezialisten machen lassen werdet, die können da bestimmt mehr dazu sagen.

Viele Grüße
Anna

Sheila0505
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Beitragvon Sheila0505 » 17.09.2018, 22:00

Hi Anna, sorry es war offenbar nicht dieser Thread wo ich darüber gelesen hatte. Es war ein Anderer über welchen ich via Suchfunktion gestoplert war. Soeben bemerkt.

Ich werde das Irlen auf jedenfall im Hinterkopf behalten, danke dir. Jeder Input hilft mir gerade weiter. Noch vor ein paar Monaten hatten wir die Ursachenforschung schon nahezu aufgegeben.
Irgendwie ergibt sich halt doch immer wieder neuer Input und wenn er irgendwie (egal wie) Probleme mit dem Sehen haben könnte/sollte, dann müssen wir dem auch nachgehen.
Ich suche heute noch ein wenig Infos über das Irlen, maybe kommt es ja doch in Frage.

Danke Dir :icon_flower:

Kati_und_Ana
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Beitragvon Kati_und_Ana » 18.09.2018, 09:58

Hallo Sheila,

vieles, was Du schreibst, kommt mir bekannt vor. Meine Tochter schielt auswärts und wir waren bis Anfang des Jahres nur in einer Sehschule. Es wurden nur Standardtests gemacht (Sehstärke, Schielwinkel, dreidimensionales Sehen) und es wurde (aus kosmetischen Gründen) zu einer Schiel-OP geraten, sonst nichts.

Unsere Tochter verdreht auch Zahlen, Buchstaben, den Kopf hält sie zwar gerade, aber macht das schielende Auge zu, wenn sie etwas malt, liest sehr flüssig bis ein b/d kommt, dann fragt sie jedes Mal, was es für ein Buchstabe ist, als ob sie ihn zum ersten Mal im Leben sehen würde...

Ein Optometrist (denn ich nehme an, den Termin habt Ihr bei einem Optiker mit dieser zusätzlichen Spezialisierung) nimmt deutlich mehr Messungen und Tests vor, als eine Sehschule. Mir wurde angekündigt, der Termin dauert bis zu 2 Stunden. In diesen Stunden wären dann auch alle Messungen und Untersuchungen vorgenommen worden. Bei uns hat es letztendlich nur 1,5 Stunden gedauert, da ein Teil der Untersuchungen, die beidäugig durchgeführt werden müssen, ausgefallen ist, da meine Tochter zum damaligen Zeitpunkt nur mit dem nichtschielenden Auge geguckt und das andere komplett abgeschaltet hat!

Diese erste Sitzung war für mich wahnsinnig interessant, weil ich bisher noch nie so genau vorgeführt bekommen habe, was mein Kind eigentlich sieht! Man versteht dann richtig gut, woher die Probleme beim Lesen/Schreiben und andere Schwierigkeiten im Alltag kommen.

Laut der Optometristin hängen Probleme mit dem Fahrradfahren, fehlendes alternierendes Treppensteigen, Anrempeln, Probleme mit Buchstaben und Uhrlernen auf jeden Fall mit der visuellen Wahrnehmung zusammen. Und wir gingen von motorischen Einschränkungen aufgrund ihrer angeborenen Grunderkrankung, Tollpatschigkeit und mangelndem Interesse an der Uhr aus :roll:

Wenn Du mehr wissen möchtest, dann gerne per PN

Sheila0505
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Beitragvon Sheila0505 » 18.09.2018, 12:55

Hi Kati und Ana, das klingt wirklich sehr spannend.

Habe dir eine PN geschickt.

Liebe Grüße, Sheila

Annemaries Mama
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Beitragvon Annemaries Mama » 18.09.2018, 15:32

Hallo,

anrempeln, Hindernisse nicht wahrnehmen und Probleme beim Fahrrad fahren hatte Annemarie auch, weil sie kein räumliches Sehen hatte. Durch ihre Schiel-OP hat sie nun als "Bonus" räumliches Sehen und all das klappt deutlich besser. Fahrrad fahren geht eigentlich erst seit der OP wirklich. Es ist mit Sicherheit gut, in alle Richtungen abklären zu lassen.
LG Kerstin

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Beitragvon Kati_und_Ana » 19.09.2018, 10:26

Hallo Kerstin,

ich habe grundsätzlich nichts gegen Sehschulen und Schiel-OPs, aber bei uns wäre es tatsächlich nur eine kosmetische OP. Die Ärzte meinen, funktionell würde sie nichts bringen. Wenn wir die OP vornehmen lassen, sei die Gefahr von Doppelbildern bei ihr jedoch sehr hoch. Trotzdem drängten sie uns dazu, mit der Aussage: "Sie wollen doch nicht, dass Ihr Kind deshalb gehänselt wird. Sie wissen doch, wie gemein die Kinder sind!"

Sicherlich ist es gut, sich von verschiedenen Spezialisten die Meinung einzuholen. Dank unserer Sehschule haben sich beide Augen gleich gut entwickelt, sie hat zum richtigen Zeitpunkt die richtige Brille verschrieben und zum richtigen Zeitpunkt sie wieder abgesetzt. Aber den Eltern ein schlechtes Gewissen einzureden, nur weil sie eine kosmetische OP bei einer 6-jährigen nicht vornehmen lassen wollen, finde ich nicht in Ordnung. Ich habe mich mehrmals vergewissert, dass ich sie auch richtig verstanden habe... Irgendwie scheint ihr Sehfehler komplizierter zu sein :roll:

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Annemaries Mama
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Beitragvon Annemaries Mama » 19.09.2018, 16:40

Auch bei Annemarie waren es rein kosmetische Gründe, um den trotz Brille verbleibenden Schielwinkel zu korrigieren. Dazu wurde auch eine neue OP-Methode angewendet in Würzburg in der Uniklinik. Wenn das Risiko besteht, dass durch die OP alles schlimmer wird, ist das natürlich noch schwieriger zu entscheiden.
LG Kerstin

mit Annemarie *2011 (ADS) und Konrad *2015


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