Mardorf im August - brauche Tipps

Hier könnt ihr über eure Aufenthalte in Kurhäusern berichten, Fragen bezüglich Kuren stellen und generell zum Thema Mutter-Kind-Kur schreiben.

Moderator: Moderatorengruppe

Benutzeravatar
Nata
Stamm-User
Stamm-User
Beiträge: 231
Registriert: 23.03.2005, 00:29
Wohnort: Konstanz

Mardorf im August - brauche Tipps

Beitragvon Nata » 01.06.2018, 20:51

Hallo zusammen,
fahre mit meinem inzwischen 15-Jährigen mehrfachbehinderten Sohn Anton zur Kur nach Mardorf. Es ist recht weit von uns, kann also nicht so leicht abhauen und fange an zu zweifeln, ob es die richtige Entscheidung war, denn ich bin ja doch recht viel dort allein mit Anton, der auch sehr anstrengend sein kann, wenn es ihm langweilig wird.
Auf der anderen Seite habe ich eine Kur und auch einen Tapetenwechsel bitter nötig.
Bin nicht besonders Kurerfahren und würde mich daher auf Eure Tipps sehr freuen.
Herzlich
Natalja
Natalja mit Anastassia 8/97, einer Leseratte und Anton 1/03, Zwerchfellhernie, perinatale cerebrale Schädigung, Hydrocephalus et vacuo, mehrfach behindert aber ein Sonnenschein

Werbung
 
michi79
Stamm-User
Stamm-User
Beiträge: 353
Registriert: 01.08.2007, 11:31

Beitragvon michi79 » 09.06.2018, 23:41

Hallo Natalja,
ich selbst fahre Mitte Juli mit meinen 3 Kids nach Mardorf zur Kur. Vielleicht magst du kurz schildern, inwiefern du Tipps brauchst. Möchtest du wissen, was man dort in der Umgebung Unternehmen kann? Fährst du mit Auto? Gern kannst du mich auch per PN anschreiben. Ich war bereits 2016 mit meinen Kids dort, und werde auch in 2 Jahren wieder verfügen eine Kur zu bekommen.

Liebe Grüße
Michaela
Liebe Grüße
Michaela

Benutzeravatar
Nata
Stamm-User
Stamm-User
Beiträge: 231
Registriert: 23.03.2005, 00:29
Wohnort: Konstanz

Beitragvon Nata » 26.06.2018, 17:19

Hallo michi79,
danke für deine Antwort! Mich interessiert so einiges.
Wir fahren zuzweit, mein 15-Jahrige mehrfachswerstbehinderter Sohn Anton und ich.
Mich interessiert was könnte ich dort mit meinem Kind am Wochenenden und auch an den Abenden unternehmen? Gibt es Ausflügsmöglichkeiten für Rollikinder?
Welche Hilfsmittel soll ich mitnehmen? Wie sind die Therapien dort? Wie oft bekommt mein Sohn KG?
und ganz praktische Dinge, wie Baden. Bekomme ich Hilfe hierbei vom Personal? Wir baden Anton zuhause immer zuzweit.
Gibt es dort W-LAN im Haus? Wie gut? Fernseher auf dem Zimmer? Einen CD-Player oder änliches? Oder soll ich ihn mitbringen? Mein sohn hört sehr gerne Müsik und beruhigt sich dabei gut.
Anton ist sehr gerne im Wasser. Wo kann ich dort mit ihm Baden gehen so, dass es nicht zu anstrengend ist für mich alleine, denn ich muss ihn ja ins Wasser tragen. Bei uns am Bodensee muss man überall sehr lange reingehen, bis es tief genug ist. Und das ist für mich mitlerweile zu anstrengend.
Danke im Voraus für die Antworten!
Natalja
Natalja mit Anastassia 8/97, einer Leseratte und Anton 1/03, Zwerchfellhernie, perinatale cerebrale Schädigung, Hydrocephalus et vacuo, mehrfach behindert aber ein Sonnenschein

michi79
Stamm-User
Stamm-User
Beiträge: 353
Registriert: 01.08.2007, 11:31

Beitragvon michi79 » 28.06.2018, 23:15

Hallo Natalja,
Dann will ich mal versuchen, deine Fragen zu beantworten.
Also man kann dort am Wasser sehr schön spazieren gehen abends, aber auch im Ort selber. Am Wasser lang ist ein wunderschöner, fester weg, wo man auch gut das fahren, inlinen usw. kann. Ausflugsmöglichkeiten? Die Boote sind meist nicht für Rollstuhlfahrer geeignet, müsste man von der anderen Seite des Steinhuder Meers ran. Mit öffentlichen Verkehrsmitteln wegzukommen war zumindest vor 2 Jahren noch schwierig. Es fahren regulär KEINE rollstuhlgerechten Busse. Wenn man so etwas bräuchte, müsste man es anmelden und hat dann leider seine festen Zeiten, also keine Flexibilität. Mit dem Auto hat man viele Möglichkeiten, Hannover ist nur ne knappe halbe Stunde entfernt, es gibt den Dinopark und einige andere Orte Drumherum, wo man schön Kaffee trinken oder Eis essen kann und einfach nur bummeln oder auch shoppen kann.
Fernseher gibt es keine in den Zimmern, nur im Aufenthaltsraum ist ein Gerät. Auch keine Radios oder cd-player im Zimmer. Fernseher kann man für 1,50 Euro pro Tag ausleihen. W-LAN gibt es auch nur im Aufenthaltsraum, aber recht gut. Lifter gibt es vor Ort, nur Liftertücher muss man selbst mitbringen. Therapie hatte mein Sohn jeden Tag. Immer im Wechsel - 1 Tag KG und 1 Tag im Wasser. Du kannst zu bestimmten Zeiten mit deinem Sohn ins Schwimmbad, da helfen die Angestellten auch beim liften ins Wasser. Ansonsten haben die wohl neuerdings auch duschstühle, wie ich von Iris gehört habe. Allerdings nützt uns das z.b. nichts, weil mein Sohn auf seinem duschstuhl seine sitzschale nach Maß drauf hat, sonst kann er nicht sitzen. Also muss ich unseren wieder mitnehmen.

Wann genau fahrt ihr denn? Wir sind bis 7.8. dort.
Wenn du weitere Fragen hast, schick mir am besten eine PN, weil ich aktuell nicht so oft hier bin, Stress kurz vor der Kur halt noch.

LG und einen schönen Abend Michaela
Liebe Grüße
Michaela

Nicole Pladwich
Stamm-User
Stamm-User
Beiträge: 533
Registriert: 14.10.2005, 21:25
Wohnort: Bochum

Beitragvon Nicole Pladwich » 15.08.2018, 16:59

Hallo zusammen, wir , das ist mein Sohn Marcel und ich wir fahren am 28.08.2018 zum 7. mal nach Mardorf und wir freuen uns schon sehr darauf. Freue mich schon neue Mütter mit ihren Kids kennen zu lernen ,
LG Nicole
Nicole geb.70, Marcel und Pascal geboren `94 in der 28 SSW Marcel Hydrocephalus, Hirnblutung 3-4 Grad, Tetraspastik, PEG,sitzt im Rolli,Hüftumstellungsosteotomie re.`08 kann nicht sprechen, Pascal Entwicklungsverzögert,
Wir drei sind trotz allem eine glückliche Familie

Benutzeravatar
Nata
Stamm-User
Stamm-User
Beiträge: 231
Registriert: 23.03.2005, 00:29
Wohnort: Konstanz

Beitragvon Nata » 15.10.2018, 13:57

Liebe Alle!
Ich bin schon über einen Monat zurück aus Mardorf, und der Alltag hat mich längst eingeholt, trotzdem sind meine Eindrücke noch frisch genug, um sie mit Euch zu teilen.
Ich versuche hier die Infos zusammenzubringen, die aus meiner Sicht für jemanden, der zum ersten Mal in das Therapiezentrum fährt, nützlich wären.
Vorweg, muss ich sagen, dass mir diese Kur sehr gut getan hat, und ich möchte das auf jeden Fall baldmöglichst wiederholen.
Als erstes: ich wusste nicht, dass jeder Kurgast gefragt wird, ob er den Aufenthalt um eine Woche verlängern möchte und, dass es fast immer klappt. Dies war in der anderen Kur nicht so, und ich war nicht drauf vorbereitet, sonst hätte ich es gemacht. Ich finde, dass vier Wochen die optimal wären.
Zweitens, ist es sehr wichtig, die Probleme anzusprechen. Es lief anfangs nicht alles optimal bei der Betreuung meines Sohnes. Nach eine Woche gab es ein Zwischengespräch, wo ich einige Dinge bei der Kinderbetreuung bemängelt habe. Und es wurde auf ALLE meine Wünsche eingegangen.
Drittens, es gibt verschiedene Unterbringungsmöglichkeiten. Ein großes Zimmer, zwei kleine Zimmer mit einer Verbindungstür, zwei kleine Zimmer mit Verbindung durch das Bad, Zimmer mit und ohne Terrasse etc. Ich habe bestimmt nicht alles gesehen. Es wird eingeteilt je nachdem, wie viele Personen kommen, und der Behinderungsart der Kinder. Also, für eine optimale Unterbringung lohnt es sich schon bei der Anmeldung, Wünsche diesbezüglich zu äußern und Fragen zu stellen.
Über Therapien und Anwendungen kann ich nur großen Lob äußern. Gymnastik, Walken, Wasserübungen, Rückenschule – alles war top. Massagen und Fango sind so wie so das Beste. Etwas weniger hat mir die Ernährungsberatung gefallen, war zu simpel. Entspannungs- und Aufmerksamkeitsübungen sind nicht so mein Ding, habe ich trotzdem versucht, und es war ok. Psychologische Gespräche habe ich nicht gewählt, da ich eine gute Therapeutin zuhause habe, habe aber von anderen Kurgästen nur Gutes darüber gehört.
Anwendungen für die Kinder waren aus meiner Sicht sehr gut! Mein Sohn bekam Physiotherapie, Wassergymnastik und therapeutisches Baden. An den Tagen, wo er keine Wassertherapien hatte, ging ich mit ihm abends ins Schwimmbad. Das 32° warme Wasser hat ihn sehr entspannt. Seine Spastik war viel weniger ausgeprägt, und er war auch sonst fast immer ausgeglichen und rundum zufrieden.
Es lohnte sich wirklich trotz einiger Anstrengung, jeden Tag in das Schwimmbad zu gehen, denn wo hat man sonst solche Möglichkeiten, Schwimmbadlifter, große begehbaren Duschen und sonstige Hilfen. Neoprenbadehosen und Schwimmkragen gibt es dort genug, also ist es nicht schlimm, wenn ihr keine mitbringen könnt. Die motorisch aktiven Kinder haben dort so wie so viel Spaß.
Ich war übrigens froh, zwei Badeanzüge mitgenommen zu haben, denn wir hatten fast täglich Wassergymnastik und ich musste am Abend, als ich mit meinem Sohn schwimmen ging, nicht den nassen Badeanzug anziehen.
Das Essen fand ich nicht schlecht. Es gab beim Frühstück und Abendessen immer viel Auswahl. Immer frisches Obst, dass ich meistens für den Mittag auf dem Tisch aufbewahrt habe. Zu Mittag konnte man meistens zwischen einem vegetarischen und nichtvegetarischen Gericht wählen. Auf individuelle Wünsche wurde auch eingegangen. Es gibt dort große praktische Lätzchen für Kinder. Ich habe Antons Latze nicht mitnehmen müssen.
Wer besonders anspruchsvoll beim Tee oder Kaffee ist, bringt lieber welchen mit. Der Laden im Dorf hat auch nicht viel Auswahl an Tee- und Kaffesorten.
Umgebung und Ausflüge. Das Dorf ist sehr hübsch, es gibt eine lange Uferpromenade mit einigen Cafés und Restaurants. Es gibt auch ein Paar Restaurants im Dorf. Den Italiener würde ich nicht empfehlen, das Fischstübchen umso mehr.
Das Steinhuder Meer ist sehr flach. Wir konnten dort auch wegen Algenbefall nicht baden. Paddeln oder Bootsfahrten sind schön, jedoch nicht mit einem Rollykind. Mit einem Rollstuhl konnte man nur von Steinhude ein Schiff besteigen und bis dahin kamst du nur mit Bus, in dem gleichzeitig nur ein Rolly mitfahren konnte.
Das Therapiezentrum hat einen (oder zwei?) eigenen Bus. Der Fahrer war jedoch gerade im Urlaub, so, dass wir nicht in den Genuss kamen.
Ich bin an einem Wochenende mit Anton mit dem Bus nach Wunstorf gefahren. Es war eine schöne Abwechslung, aber auch sehr anstrengend wegen der langen Fahrt. Es gab auch noch eine Umleitung wegen Straßenumbau.
Also, wer mit einem Rollykind die Umgebung erkunden möchte, kommt besser mit eigenem Auto.
Nach Hannover kommt man mit dem Zug aus Neustadt und bis dahin ist es mit Bus nicht weit.
Gut, es reich fürs Erste. Bestimmt, habe ich vieles nicht erwähnt und vor allem über das geschrieben, was mir persönlich wichtig war, aber ich beantworte ich gerne Eure Fragen.
Herzliche Grüße
Natalja
Natalja mit Anastassia 8/97, einer Leseratte und Anton 1/03, Zwerchfellhernie, perinatale cerebrale Schädigung, Hydrocephalus et vacuo, mehrfach behindert aber ein Sonnenschein

Martina78
Stamm-User
Stamm-User
Beiträge: 874
Registriert: 30.09.2012, 21:41

Re: Mardorf im August - brauche Tipps

Beitragvon Martina78 » 27.06.2019, 21:45

Hallo, ich überlege, mit meinen Töchtern (kleine ist 2,5 und gesund, die andere 7,5 und schwerbehindert. Läuft etwas, ist kognitiv aber auf dem Stand von 9 Monaten) nächstes Jahr mal nach Mardorf zu fahren. Kannst du mir was über die Betreuungszeiten und den Betreuungsschlüssel vor allem für die behinderten Kinder sagen? Habe mal gehört, dass in Mardorf vor allem mütter mit ihren fast erwachsenen behinderten Kindern sind, die es zudem auch gerne "ruhig" haben. Stimmt das? Dann würden wir da nämlich nicht hinpassen. julia ist motorisch aktiv und bisweilen recht laut. Danke!
LG
Martina
Martina mit Julia (*1/2012), Pachygyrie und Epilepsie, Pflegegrad 5. Seit 6/15 sehr erfolgreich Ketogene Diät. Kann kurze Strecken laufen. Plus Neuankömmling Franziska (*12/16).
"Das Schicksal mischt die Karten, und wir spielen." (Schopenhauer)

Unsere Vorstellung: http://www.REHAkids.de/phpBB2/viewtopic ... highlight=


Zurück zu „Mutter-Kind-Kuren/Reha-Kuren“

Wer ist online?

Mitglieder in diesem Forum: 0 Mitglieder und 0 Gäste