Echolalie und Pronominalumkehr bei Kind von 2,5 Jahren

Hier könnt ihr euch rund ums Thema Sprachverzögerung/Sprachstörung austauschen und Erfahrungen bezüglich UK (unterstützter Kommunikation) weitergeben. Logopäden dürfen natürlich auch gerne hier Tipps geben!

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rena99
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Beitragvon rena99 » 05.04.2018, 16:57

Hallo Anna,

das klingt doch schon viel besser. Berichte mal weiter!

LG
Rena
Rena mit Tochter (V.a. Autismusspektrumsstörung, Zwangsstörung)
"Jeder Zwang ist Gift für die Seele." (Ludwig Börne)

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AnnaMB
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Beitragvon AnnaMB » 05.04.2018, 18:12

Gerne. Der Arzt hat zwar betont, dass er kein Kinder- und Jugendpsychiater ist und somit natürlich auch keinerlei Diagnose stellen kann. Er hat aber ganz klar gesagt, dass er zum jetzigen Zeitpunkt keinerlei Grund sieht, mehr zu machen als zu beobachten.

AnnaMB
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Beitragvon AnnaMB » 16.12.2018, 15:49

Hallo ihr Lieben!

Nach mehr als einem halben Jahr melde ich mich noch einmal mit dem neuesten Stand zu meinem Sohn (und zu mir).

Zunächst mal möchte ich euch nochmals für eure wirklich großartige Hilfe danken. Ich habe mir eure ehrlichen Worte sehr zu Herzen genommen, mir psychologische Hilfe gesucht und arbeite weiter daran, wieder mehr auf meinen Instinkt und nicht auf meine Ängste zu hören. Das hat mir (und damit hoffentlich auch meinem Kind) sehr gut getan und hilft hoffentlich auch dabei, die nun erneut auftretenden "Probleme" zu meistern.

So ist es uns seit April ergangen: Beim Entwicklungsgespräch in der Kita gab es eigentlich fast nur Positives zu berichten, allerdings war mein Mann dort, weshalb ich nicht im Detail weiß, was besprochen wurde. In den Monaten darauf entwickelte sich unser Sohn munter weiter, und zwar so, dass ich den damaligen Beitrag heute nicht mehr über ihn schreiben könnte - eigentlich sind alle "Anzeichen", die damals gegeben waren, heute verschwunden. Umso überraschter war ich, als ich im nächsten Entwicklungsgespräch Mitte November (da war er gerade zwei Wochen drei Jahre alt) mit folgendem konfrontiert wurde:

1. Er verstehe vieles nicht, könne Geschichten nicht richtig wiedergeben, wenn man ihn danach frage. Er habe Schwierigkeiten, Spiele zu verstehen (Beispiel war ein Ballspiel, bei dem er andere Kinder mit einem Ball "abwerfen" sollte).
2. Seine Sprache sei noch immer sehr einfach, ohne Nebensätze etc.
3. Er erzähle sehr wenig, etwa von zu Hause oder vom Wochenende.
4. Er trage zwar keine Windel mehr, man habe aber das Gefühl, dass er trotzdem nicht immer wisse, wann er aufs Klo gehen müsse. Er sei außerdem, als er mal einen "Unfall" hatte, selbst völlig entsetzt gewesen.
5. Das Auffälligste aus Sicht der Kita: Er spiele kaum mit Gleichaltrigen, wenn er spiele, dann nur mit einem einzigen, kleineren Mädchen.

Am Ende des Gesprächs wurde mir empfohlen, mich an eine Frühförderstelle zu wenden, man vermute einen Asperger-Autismus.

Ganz kurz meine Einschätzung dazu, in dem Wissen, dass ich das als Mutter natürlich kaum objektiv bewerten kann, ich versuche es aber ;-)
1. Das kann ich nicht bestätigen. Ich habe nicht das Gefühl (auch nie gehabt), dass er Verständnisprobleme hat. Er muss Dinge erst mal kapieren, ja. Aber bisher hat er dafür eigentlich nie lange gebraucht. Das mit dem Ballspiel kann ich nicht beurteilen.
2. Das mit der Sprache stimmt absolut. Er spricht in sehr einfachen Sätzen, beschreibt eher als dass er richtig erzählt, und er scheint manchmal Probleme zu haben, die richtigen Worte zu finden. Dass er keine Nebensätze benutzt, wäre mir persönlich jetzt gar nicht auffällig für einen gerade Dreijährigen erschienen. Aber er fängt zum Beispiel jetzt erst richtig an, Fragen zu stellen. "Warum" fragt er noch fast gar nicht, da fallen mir vielleicht 2-3 Beispiele ein. Und er fragt ganz oft Dinge, die er eigentlich weiß - das hatte ich mir als sein typisches "Üben durch Wiederholen" erklärt.
3. Auch das stimmt, das Erzählen fällt ihm sehr schwer, und von ihm selbst aus kommt da nur sehr wenig.
4. Mit Verlaub: Das ist Schwachsinn. Das Kind ist trocken und sauber. Ja, ganz selten passieren ihm noch Unfälle (der letzte ist inzwischen Wochen her), aber das stufe ich als völlig normal ein mit (ich wiederhole mich ;-)) gerade einmal drei Jahren. Er ist da sehr selbständig und geht einfach manchmal "auf den letzten Drücker" zur Toilette, auch oft ohne was zu sagen - das typische "Mama, ich muss Pipi!" kennen wir kaum von ihm. Passt für mich aber komplett ins Bild, so war er schon immer - möglichst alles alleine machen, für Eltern ziemlich anstrengend ;-) Und ja: Er ist wirklich total entsetzt, wenn er einen "Unfall" hat - das sehe ich aber eher als "Beweis" dafür, dass er wirklich sauber ist: Er ekelt sich dann total davor, verständlicherweise. Kam mir zumindest nicht komisch vor.
5. Stimmt definitiv und ist uns auch aufgefallen: Er spielt kaum mit Gleichaltrigen. Mit den älteren Vorschulkindern kam er ganz gut zurecht (die sind nun aber weg), mit Jüngeren klappt es auch gut. Nur mit den 3-4-Jährigen nicht. Unsere Theorie dazu: Er ist sprachlich nicht auf einer Ebene mit den Gleichaltrigen. Ältere leiten ihn an, Jüngere machen, was er will. Darum sucht er sich die aus - aber das ist nur unsere laienhafte Erklärung. In das eine Mädchen, mit der oft spielt, war er fast schon verliebt - ist inzwischen wohl wieder vorbei ;-), beruhte aber auf Gegenseitigkeit. Deren Mutter hat mich sogar mal angesprochen: Es sei auch meinem Sohn zu verdanken, wie leicht die Eingewöhnung ihrer Tochter gelaufen sei :-) Das fand ich total süß. Er ist tatsächlich sehr fürsorglich, auch mit seinem kleinen Bruder (was dem nicht immer passt).

Ihr könnt euch vorstellen, was meine erste Reaktion nach diesem Gespräch war: Panik. Zum Glück habe ich mich aber besonnen (unter anderem durch eure Ratschläge damals!), erst mal in Ruhe mit meinem Mann gesprochen und dann mit der Kinderärztin. Deren Urteil war ziemlich deutlich: "Schön, dass Ihr Erzieher eine Fortbildung gemacht hat, aber er soll Sie damit bitte in Ruhe lassen." Zufällig waren wir nur eine Woche vor dem Gespräch bei der KiÄ zur U7a, die komplett unauffällig war. Dort hatten wir angesprochen, dass er wenig mit anderen spielt, sie hält das in dem Alter für komplett normal.

Ich muss noch ergänzen, dass er durchaus viel mit anderen interagiert, bei sämtlichen Aktivitäten mit Eifer und Spaß dabei ist (Singen, Turnen, Ausflüge, Aufführungen etc.). Er macht mit, er fügt sich ein, er fällt nicht (negativ) auf, er stört keinerlei Abläufe - das wurde mir auf Nachfrage auch seitens der Kita ausdrücklich bestätigt.

Wir waren auf Empfehlung der KiÄ dann bei einem KJP zu einem Erstgespräch. Es war eine sehr heilsame Erfahrung. Der Termin dauerte eine gute Stunde. Er sprach erst kurz mit unserem Sohn, dann lange mit uns, während unsere Kinder im Hintergrund spielten - er beobachtete ihn währenddessen natürlich laufend. Fazit: Er sieht keine Anhaltspunkte für einen Anfangsverdacht auf Autismus. Was er sieht, ist ein Kind, das allem Anschein nach völlig normal entwickelt ist, vermutlich sprachlich durch seine Hörprobleme hinterher und eventuell eher auf logisch-analytischer Ebene begabt als auf sozial-emotionaler ;-)

Wir haben nun kommende Woche noch mal einen Termin beim Kinderarzt, um die Ohren überprüfen zu lassen und ggf. nochmal zum Pädaudiologen zu gehen. Was ich nämlich habe, ist das deutliche Gefühl, dass seine sprachlichen Probleme mit dem Hören zu tun haben könnten.

Hat da vielleicht jemand von euch Erfahrungen?? Ich kann gar nicht einschätzen, wie gravierend diese Sprachprobleme überhaupt sind. Denn er spricht ja viel und auch nicht "schlecht" in dem Sinne, dass man ihn nicht versteht oder er keine richtigen Sätze spricht oder so. Aber definitiv anders als alle anderen Kinder in dem Alter, die ich kenne. Er erzählt halt kaum "frei", und wenn, dann fällt es ihm sehr schwer. Für mich wäre wichtig zu wissen, ob wir einfach abwarten sollten oder ob es besser wäre, ihn da irgendwie zu fördern, weil ansonsten irgendetwas verloren gehen könnte oder er wirkliche Probleme bekommen könnte - denn die hat er bisher nach wie vor absolut nicht!

Und was sind ansonsten eure Einschätzungen zu der ganzen Sache?

Liebe Grüße und mal wieder sorry für den langen Text.... Anna

Lisaneu
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Beitragvon Lisaneu » 16.12.2018, 20:29

Hallo Anna!

Ganz ehrlich - ich finde NICHTS in der Beschreibung, was bei einem gerade mal 3jährigen Kind auf Asperger-Autismus hinweist. Das gemeinsame Spiel beginnt bei Kleinkindern unterschiedlich schnell. Manche sind schon mit 2 Jahren voll in einer Gruppe integriert und spielen aktiv mit anderen Kindern, andere erst mit 5. Und am Anfang ist es oft noch in der 1:1 Situation (mit EINEM anderen Kind) leichter als in der Gruppe.

Rein sprachlich sehe ich nichts auffälliges, aber schaden kann es keinesfalls, wenn ein Pädaudiologe das Gehör überprüft. Wenn damit ein Zusammenhang besteht (Kind spricht nicht gut, weil es nicht gut hört) ist meistens leicht Abhilfe zu schaffen, z.B. mit einem Paukenröhrchen.

Wenn ich deinen ersten Beitrag mit dem jetzigen vergleiche sehe ich aber ganz gewaltige Fortschritte und keinen Grund, warum es nicht so weiter gehen sollte :wink: . Dennoch - wenn Dir die Sprachentwicklung Sorgen machen sollte ist eine gute LogopädIn der Ansprechpartner.

Bezüglich Asperger-Autismus: woran macht der Erzieher diese Vermutung fest? Die Punkte sind zwar ganz nett aufgeführt (und teilweise von dir plausibel widerlegt), deuten aber nicht auf speziell auf Asperger-Autistmus hin.

Sprachlich sind Asperger-Autisten meistens durchaus fit. Mein älterer Sohn hat mit 3 Jahren problemlos Geschichten nacherzählt und in verschachtelten Sätzen (oft mit 3 Nebensätzen in einem Hauptsatz) gesprochen. War schon eher in der anderen Richtung auffällig :P . Mit Gleichaltrigen hat er auch nicht gespielt, aber durchaus älteren Kindern, wo er damals noch ein bisschen der "süße Kleine" war, der von den 5-6jährigen Mädels betüdelt wurde. Die ganzen Auffälligkeiten kamen erst in den Jahren später auf.

Daher will ich Asperger-Autismus nicht ausschließen. Es kann sein, dass sich bei deinem Sohn im Alter von 5-8 Jahren mal klarere Anzeichen zeigen, die für so eine Diagnose sprechen. Das ist im Fall DANN abzuklären. Jetzt da was zu tun käme mir vor wie bei 5jährigen, der noch hie und da die Buchstaben verwechselt, Legathenie zu befürchten. Und ehrlich gesagt wüsste ich als Mutter von 2 diagnostierzierten Autisten gar nicht, was "man" mit 3 Jahren tun KÖNNTE. Die allgemeinen Verhaltensregeln im Umgang mit Autisten kann man anwenden, klar. Das schadet auch keinem gesunden Kind. Aber sonst? Zumindest ich kenne keine Autismus-Therapie für 3jährige mit unauffälligem Verhalten (also nicht aggressiv oder extrem verschreckt, etc.).

Die sprachlichen Defizite würde ich (wie oben beschrieben) mit Profis wie PädaudiologIn und LogopädIn abklären. Wenn wo was "verloren gehen" könnte, dann im sprachlichen Bereich (was ich nach deiner Schilderung aber eher nicht vermute)und da kann man was tun. Bezüglich Autismus oder nicht weiß ich absolut nichts, was "verloren gehen" könnte. Da reicht es, wenn du dich dann kratzt, wenn es juckt :wink: !
Sohn 3/2010 hochfunktionaler Asperger-Autist + ADHS
Sohn 7/2012, gehörlos + kurzsichtig + frühkindlicher Autist
Mama und Papa stark kurzsichtig (Kommentar eines Optikers: Wie habt ihr euch überhaupt gefunden?)

LovisAnnaLarsMama
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Beitragvon LovisAnnaLarsMama » 16.12.2018, 21:29

Hallo Anna,
dein Kind ist in etwa so alt wie meines. Ich finde an der Schilderung deines Sohnes absolut nichts auffälliges:
Im Kindergarten würden es die meisten normalentwickelten Kinder mit knapp drei Jahren nicht schaffen bei einem Spiel mit Abwerfen richtig zu reagieren.
Mit anderen Kindern zu spielen funktioniert bei sehr vielen Kindern in diesem Alter noch nicht, das entwickelt sich in diesem Alter gerade. Erzählungen vom Wochenende macht meine Tochter jetzt in der ersten Klasse und da hat selbst meine Plaudertasche Probleme etwas sinnvolles zu sagen, weil das Wochenende schnell vergessen ist.
Dein Sohn ist trocken- das können erschreckend viele Kinder bei uns im Kindergarten noch nicht mit drei Jahren. Wenn Unfälle im Spiel passieren ist das völlig normal, das passiert auch noch bei vier bis fünfjährigen.
Hinsichtlich der Sprache kann ich nur sagen, dass er auch im Normalbereich zu sein scheint.
Ich kann jetzt nur mit meinen Kindern vergleichen: der Große ist schon etwas grenzwertig mit seinen Fähigkeiten. Sprachlich, mathematisch und auch technisch/naturwissenschaftlich ziemlich begabt. Dafür ist das Sozialverhalten XXX. Jeden Tag Ausraster vom feinsten...
Der Kleine hat es dank Hirnschaden schwer und hat jetzt mit drei Jahren etwas über 10 Worte zur Verfügung, einige Worte hat er mal gesagt, die er aber nicht wiederholt. Er ist schon kommunikativ, und clever, aber wenn er ein Wort lernt, muss es extrem wichtig für ihn sein, z.B. Eiebah für Eisenbahn oder "Kakao". Ich habe schon verschiedene Ansätze für Kommunikation ausprobiert, die findet er aber doof, bzw. kommt damit nicht klar und verweigert sie. Er guckt häufig Leute nicht an und läuft beim Einkaufen oder Spazierengehen völlig ungeniert weg, egal wie unbekannt die Umgebung ist.
Wenn man bei beiden genau hinschaut, wird man bestimmt viele Auffälligkeiten finden, die auf Autismus hindeuten- allerdings finde ich diese zwar anstrengend, aber auch noch gerade im Rahmen- mehr darf es nicht sein.
Bleib ruhig und warte einfach ab, wie sich dein Kind weiter entwickelt, der aktuelle Stand ist ziemlich gut.
LG LovisAnnaLarsMama
Meine drei kleinen Wunder: Wunderkind (2009), Schneckenkind (2011) und der kleine Bruder (2015): Hemiparese, expressive Sprachenwicklungsstörung, Epilepsie und diverse Baustellen nach Asphyxie/Frühgeburt

melly210
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Beitragvon melly210 » 16.12.2018, 22:16

Also ich kann mich da den anderen nur anschließen. Meiner war sprachlich mit 3 ca so weit wie deiner. Keine Nebensätze, erzählen hat er da gerade erst angefangen. Jetzt mit fast 4 kommen die Nebensätze häufiger, erzählen tut er jetzt recht zuverlässig wenn man ihn fragt was er gemacht hat, allerdings nur 2-3 Sätze. Die ganzen W-Fragen sind mit ca 3,25 so richtig geballt losgegangen. Wir waren jetzt wegen seiner Mundmotorik bei einer Logopädin die mir von einer befreundeten Logopädin als sehr gut empfohlen wurde. Die hat seine Sprachentwicklung als absolut normal beurteilt ! Klar gibt es Kinder die auch schon weiter sind. Aber nur weil ein Kind kein Überflieger in einem bestimmten Bereich ist, ist das noch lange nicht krankhaft.

Zum spielen mit anderen Kindern: das beginnt mit 3 rum doch erst. Da schaffen sie es mit einem anderen Kind für ein paar Minuten gemeinsam zu spielen. Das macht er ja auch. Meiner spielt auch jetzt mit 4 lieber mit den 1-2 Jahre älteren Kindern als mit den gleichaltrigen.

Ich finde auch, daß sich dein Sohn von dem was du beschreibst gut entwickelt :-)

AnnaMB
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Beitragvon AnnaMB » 17.12.2018, 22:20

Hallo und vielen lieben Dank für eure tollen Antworten :-) Ich finde es immer schön, von anderen Kindern zu lesen.

Ehrlich gesagt habe ich das Gefühl, dass die Kita nur deshalb das Thema Autismus wieder aufgebracht hat, weil ich damals damit "angefangen" habe... Mehr oder weniger hat der Erzieher auf Nachfrage meines Mannes sogar eingeräumt, dass sie quasi auf Nummer sicher gehen/nichts übersehen wollen - wohl damit wir nicht in zwei, drei Jahren ankommen und uns beschweren, warum denn niemand eine Förderung angestoßen habe. Es mag weit hergeholt klingen, aber uns kommt es momentan so vor. Unsere größte Sorge betrifft daher auch gar nicht so sehr unseren Sohn - vielmehr haben wir beide Angst, dass ihm- bewusst oder unbewusst- nun ein Stempel aufgedrückt werden könnte. Deshalb wollen wir im neuen Jahr noch mal in aller Ruhe das Gespräch mit der Kita suchen.

Ich habe selbst gar nicht mehr das Gefühl, dass unser Sohn sich nicht "normal" entwickelt. Ja, die Sprache ist etwas merkwürdig, aber da hoffe ich nun einfach auf den Pädaudiologen oder einfach die Zeit ;-) Was ich aber nach euren Posts noch viel mehr als vorher glaube, ist, dass er irgendwie ziemlich "streng" beurteilt wird für einen Dreijährigen. Nach allem, was ihr schildert und was ich selbst gelesen habe, muss er das alles noch gar nicht können/wollen. Umso komischer finde ich diese Messlatte, weil bei seinem kleinen Bruder meinem Anschein nach anders verfahren wird: Der spricht nämlich mit seinen 21 Monaten, wenn's hoch kommt, 15-20 Wörter, und wagt sich gerade an die ersten zaghaften Zweiwortsätze - da heißt es, die Sprachexplosion kommt bestimmt bald! Genau das, was wir auch glauben, wir machen uns bei ihm null Sorgen, da er alles versteht und tiptop kommuniziert in seinen Möglichkeiten ;-) Ob sich das auf die Kita überträgt oder ob wir beim Großen sorgenvoller sind, weil die Kita da wiederholt Alarm schlägt?!

So ganz wird uns das Thema wohl nicht loslassen, glaube ich. Aber ich habe auch definitiv das Gefühl, dass er sich richtig toll entwickelt und sowieso ein großartiges Kerlchen ist ;-)

Euch einen schönen Abend und nochmals danke!!!

AnnaMB
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Beitragvon AnnaMB » 20.12.2018, 09:04

Kleines Update: Wir waren noch mal beim Arzt, um die Ohren checken zu lassen. Das rechte Ohr ist leider komplett dicht, da hört er wohl gar nichts mehr :-(

Lisaneu
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Beitragvon Lisaneu » 21.12.2018, 10:02

Kleines Update: Wir waren noch mal beim Arzt, um die Ohren checken zu lassen. Das rechte Ohr ist leider komplett dicht, da hört er wohl gar nichts mehr :-(
Na, so schlecht ist das auch wieder nicht. Wenn es das ist, kann man was tun und sobald das Ohr wieder frei ist wird sich auch sprachlich merkbar was bessern :) . Bei so was ist erkennen einfach wichtig. Und dein Sohn ist noch jung genug um die kleinen Defizite schnell aufzuholen.
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AnnaMB
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Beitragvon AnnaMB » 21.12.2018, 11:18

Ja, meinst du? Ich hoffe ja sehr, dass es wirklich "nur" an den Ohren liegt. Wir waren gestern auf Empfehlung der KiÄ noch beim HNO. Dort war der Hörtest (Bera?) in Ordnung, mit seinem Gehör an sich scheint alles ok zu sein. Allerdings sind die Mandeln sowie die Polypen wohl sehr stark vergrößert. Laut der Ärztin ist es wohl wahrscheinlich, dass er tageweise ganz normal hören kann und dann wieder fast gar nicht - das würde sich ja mit unseren Eindrücken decken. Wir sollen nun 4 Wochen lang Cortison-Nasenspray geben. Dann wird entschieden, ob er operiert werden muss (Mandeln verkleinern und Polypen raus). Ich weiß gar nicht, was ich mir für ihn wünschen soll, denn so eine OP ist ja keine Kleinigkeit. Aber so weiter gehen kann es ja auch nicht ewig...


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