Organspende und Haushaltshilfe

Mit einem besonderen Kind sind Eltern oft Dauergäste beim Kinderarzt. Hinzu kommen Krankenhausaufenthalte und Besuche bei Spezialisten und im Sozialpädiatrischen Zentrum.
Welche Untersuchungen machen Sinn? Wo ist mein Kind in guten Händen? Zahlt die Krankenkasse alle Behandlungen? Fragen über Fragen...

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JasminsMama
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Organspende und Haushaltshilfe

Beitragvon JasminsMama » 20.12.2017, 17:08

Hallo zusammen,

vielleicht kann mir jemand aus Erfahrung berichten:

Mein Lebensgefährte ist Nierenkrank. Ich komme als Spender in Frage.
Wie es aussieht wird diese Spende demnächst (im nächsten 1/2 Jahr) nötig sein.

Unsere Frage jetzt, was machen wir mit meinem Kind???

Sie kann nicht zu ihrem Vater (es besteht kaum Kontakt) und alleine bleiben kann sie natürlich auch nicht.

Ich muss als Spender ca. 10 Tage (je nach Entnahmentechnik) in der Klinik bleiben.

Haben wir Anrecht auf eine Haushaltshilfe?

Wenn ja, zahlt das Jasmins Pflegekasse, obwohl meinen KH Aufenthalt die KK meines LG zahlt?

Was gehört zu den Aufgaben einer Haushaltshilfe?

Eine Haushaltshilfe wäre allerdings nur hilfreich, wenn wir jemanden aus der Familie finden, der bei uns wohnt in dieser Zeit. Das ist aber bisher nicht absehbar, denn die einen arbeiten und die anderen (Oma) sind zu alt um so eine Aufgabe zu übernehnen.

Wie kann so etwas funktionieren, falls niemand bei uns wohnen kann? *seufz*

Ich hoffe sehr, dass jemand aus der Familie hier einzieht in der Zeit, weil wir auch noch einen (etwas komplizierten) Hund zu Hause haben, aber ich will halt gerne auf alle Eventualitäten vorbereitet sein, daher dachte ich ich frage Euch mal, wie so ein Betreuungsproblem gelöst werden kann, falls niemand hier einziehen kann.

Danke für Eure Ideen und Input.

LG
Sandra
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Kaja
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Beitragvon Kaja » 20.12.2017, 17:50

Hallo Sandra,

https://www.gesetze-im-internet.de/sgb_5/__27.html
Spender von Organen oder Geweben oder von Blut zur Separation von Blutstammzellen oder anderen Blutbestandteilen (Spender) haben bei einer nach den §§ 8 und 8a des Transplantationsgesetzes erfolgenden Spende von Organen oder Geweben oder im Zusammenhang mit einer im Sinne von § 9 des Transfusionsgesetzes erfolgenden Spende zum Zwecke der Übertragung auf Versicherte (Entnahme bei lebenden Spendern) Anspruch auf Leistungen der Krankenbehandlung.

Die Krankenbehandlung umfaßt ... häusliche Krankenpflege und Haushaltshilfe,
Also müsste auch in deinem Fall ein Anspruch auf Haushaltshilfe i.S. § 38 SGB V bestehen.

Viele Grüße Kaja

joris
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Beitragvon joris » 21.12.2017, 08:43

Hallo Sandra,

ich würde bei deiner KK und bei der KK deines Lebensgefährten nachfragen, wer die Kosten trägt und ob sie geeignete Stellen kennen (z.B. Familienpflegerinnen), die euch unterstützen. In einer ähnlichen Situation hatten wir uns für eine "Kombilösung" entschieden: Oma für die "Oberaufsicht", da sie körperlich zu mehr nicht in der Lage gewesen wäre, jeden Nachmittag eine Hilfe, die das Kind zusätzlich betreute (Freunde, bezahlte Studentin...) und Haushaltshilfe. Die Haushaltshilfe war sehr nett und hat alle Arbeiten übernommen, die typischerweise in einem "normalen" Haushalt anfallen (einkaufen, kochen, Küche reinigen,Bad putzen, Böden reinigen, staubwischen, Wäsche waschen, falten und bügeln...). Wir hatten einen "Notfallplan" mit Nummern von Freunden, Bekannten, die eingesprungen wären, wenn eine Hilfe nicht gekonnt hätten. Ich habe im Vorfeld quasi überall (Nachbarn, Schulfreunde, Freunde, Bekannte)angefragt, ob jemand uns helfen kann/möchte. Es hat mich sehr gefreut, so viele Angebote zu bekommen, damit hatte ich gar nicht gerechnet.
Für den Hund könntest du beim Tierheim nachfragen, vielleicht können die einen geeigneten "Gassigeher" empfehlen.
Falls du in der Familie doch noch jemanden finden solltest, dann kann auch der Verdienstausfall von der Krankenkasse übernommen werden.
Ich wünsche euch eine gute Lösung und alles Gute für die OP, ich finde deine Spende großartig!
Herzliche Grüße
Joris

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Beitragvon JasminsMama » 21.12.2017, 09:02

Hallo zusammen,

danke für Eure Nachrichten.

Ich hoffe wirklich sehr, dass wir in der Familie jemanden finden...da wäre ich am entspanntesten. :)

Eine Haushaltshilfe zusätzlich wäre natürlich gut, dann ist auch die Oberaufsichtsperson :) entlastet.

@Joris: Kann ich mir die Haushaltshilfe selbst suchen, oder schickt die KK jemanden?

Wie kann man den Verdienstausfal denn geltend machen? Muss man da bei der KK einen Antrag stellen, für die Person, die den Ausfall hat?

Ich werde bei der bzw. den KK mal nachfragen, wenn klar ist wann die OP sein wird. Die ganzen Voruntersuchungen dauern ja auch ne Weile, da haben wir hoffentlich noch Zeit zu klären wie alles abläuft.

LG
Sandra
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Beitragvon TimsMama2009 » 21.12.2017, 10:51

Hallo Sandra,
zu aller erst mal alles Gute für Euer "Vorhaben" - ich weiß wie es ist, wenn es um die Nierenproblematik geht... :?

Du kannst Dir die HH selbst suchen - in unserem Fall war es einmal mein Mann, der unbezahlt freigestellt war und ein weiteres mal meine Mutter. Die haben dann (zeitversetzt) ihren Lohnausfall von der KK bekommen. Insofern kannst Du das Ganze relativ entspannt angehen.

Du brauchst eine Verordnung über HH über die erforderlichen Stunden. Der Betreffende lässt sich bei seinem Arbeitgeber unbezahlt freistellen (oder Du beauftragst eine Agentur) und der AG meldet dann der KK den entgangenen Lohn. Ist die Sache von der KK bewilligt (das erfährt man recht schnell), geht das alles reibungslos.

Lieben Gruß und wie gesagt alles Gute!
Nicole
Grüße von Nicole (*72) und Tim (*09), Lissenzephalie, Balkenagenesie, Erweiterung der Seitenventrikel, seit Febr. 2010 West-Syndrom (nicht anfallsfrei mit auffälligem EEG) und seit Nov. 2013 PEG - kann nicht sprechen, nicht laufen, nicht sitzen, nicht krabbeln - ABER unser Li-La-Launebär
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Beitragvon joris » 21.12.2017, 16:43

Hallo Sandra,

die Haushaltshilfe kannst/musst du dir selber suchen, wir haben das aber über eine Agentur geregelt.

Alles Gute,
Joris


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