AVWS - Diagnostik / Pädaudiologie

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Sheila0505
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AVWS - Diagnostik / Pädaudiologie

Beitragvon Sheila0505 » 17.12.2017, 01:35

Hi, ich hätte mal eine Frage bzgl. der AVWS Testung in der Pädaudiologie. Ich versuche mich kurz zu halten.

Also im SPZ wurde unser Sohn (mal wieder) getestet. Es zeigten sich im Leistungstest, als auch in der logopädischen Diagnostik Auffälligkeiten, welche das SPZ dazu veranlassten auf AVWS testen zu lassen. Insbesondere in der auditiven Merkfähigkeit hatte er wohl sehr schlecht abgeschnitten (ich müsste aber jetzt nachlesen, kann ich aber nicht, weil ich unseren Ordner bei den Großeltern vergessen habe).

Nun waren wir in der Pädaudiologie. Dort folgte vorerst eine Untersuchung, ein AVWS Fragebogen und anschließend wurde er (7 3/4 Jahre alt) zu mehreren Einzeluntersuchungen aufgerufen. Was genau alles gemacht wurde weiß ich nicht, weil ich mit dem kleinen Bruder im Wartebereich wartete und unser Sohn sich teilweise sehr schwer tut zu berichten und stets nur vereinzelte Erlebnisausschnitte/Bruchstücke - durcheinander - nacherzählt.

Dann waren wir fertig und die Ärztin hatte uns in ein Zimmer gebeten. In 2 Sätzen erklärte sie, dass sein Gehör wohl einwandfrei sei, er aber wohl z.B. große Schwierigkeiten hatte, Gesagtes zu verstehen, wenn ihm via Kopfhörer von beiden Seiten etwas gesagt bzw. abgespielt werden würde.

Nun sollen wir erneut kommen, denn es folgt eine weitere Testung bei der Logopädin der Pädaudiologie. Auf Nachfrage meinerseits, wäre der Verdacht auf AVWS Lt. Ärztin nun wohl erhärtet.

Nun frage ich mich, was denn dort anderes rauskommen sollte als bei der logopädischen Testung im SPZ? Vermutlich macht mich aber auch nur wieder die eine Woche Wartezeit verrückt, denn irgendwie geht nie wirklich was voran.

Das Andere was mich interessieren würde: Ist es nicht so, das bspw. ADHS definitiv ausgeschlossen sein müsste um eine AVWS-Diagnose zu stellen? Denn die ADHS-Testung im SPZ ergab ein "nicht eindeutiges" Ergebnis und der Verdacht darauf steht nach wie vor bei seinen Diagnosen.

Und kann mir jemand sagen, wie es nach einer AVWS Diagnose weitergehen würde? Schulisch, als auch therapeutisch? Seinem Lehrer sagte AVWS z.B. erstmal gar nichts - er musste für das SPZ einen entsprechenden Fragebogen bzgl. AVWS ausfüllen und erkundigte sich danach.

Ich habe hier schon einige Male von "hochgradiger AVWS" gelesen. Also das hat er sicherlich nicht. Ich gehe vielmehr davon aus, dass wenn er es hat, es vielmehr eine "normale" oder vielleicht sogar "milde" AVWS wäre, also nicht "hochgradig".

Wie gut ist denn eine AVWS therapierbar? Kann man das überhaupt sagen? Wäre eine AVWS mit entsprechender Förderung vielmehr eine temporäre "Baustelle"? Kann man eine AVWS durch entsprechendes Training und Förderung in den Einzelbereichen also auch "wegtherapieren" oder bleibt diese bestehen und man trainiert und übt mit dem Kind kontinuierlich die einzelnen Teilbereiche?

Sorry die naive Fragerei, ich versuche mich soeben an das Thema heranzutasten.

Liebe Grüße Sheila

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Lea3103
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Beitragvon Lea3103 » 17.12.2017, 08:33

Hallo wir sind momentan noch nicht ganz so weit wie ihr, aber ähnlich ;-)

Unsere kleine Tochter ist neg. auf ADHS getestet, hab aber im sprachorientierten logischen Denken und Sprachverständnis beim IQ Test so schlecht abgeschnitten, dass kein eindeutiger IQ ermittelbar war.

Wie äußert sich die mögliche AVWS bei euch?

Unsere hat vor allem Probleme mit den Lauten. Sie kann r von ch nicht unterscheiden und schreibt z.B. Bach Bar.

Wir sollen auf jeden Fall Logopädie machen, dort sind aber 6 Monate Wartezeit ..

Mein Problem ist, dass ich gar nicht weiß, ob es sinnvoll ist, die Testung in der Pädaudiologie zu machen, weil es zumindest bei uns keinen Nachteilsausgleich geben soll..

Viele GRüsse

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Engrid
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Beitragvon Engrid » 17.12.2017, 08:48

Hallo,

also ich kann hier nur eins beitragen: der Pädaudiologe ist, im Gegensatz zur Logopädie, der zuständige Facharzt. Für irgendwelche Hilfen in Folge der Diagnose, zb die Übernahme spezieller Therapien oder Hilfsmittel (FM-Anlage, ...), eventuelle spätere Nachteilsausgleiche usw braucht es eine MEDIZINISCHE, also fachärztliche Diagnose. Die wiegt einfach mehr. Deshalb muss die Pädaudiologie auch die komplette Diagnostik machen, und verlässt sich nicht auf Vorbefunde von Logopäden u.a.
Einen Nachteilsausgleich, falls es den (noch) „nicht geben soll“, muss man u.U. individuell durchsetzen, dafür braucht es auch eine medizinisch valide Diagnose. (Der Nachteilsausgleich geht auf das Diskriminierungsverbot, also im Grunde auf das Grundgesetz zurück; der ist nicht für jede Störung festgelegt, aber dass jemand wegen einer Störung/Behinderung nicht benachteiligt werden darf, ist damit allgemein festgelegt.)

Grüße
Engrid
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Elke35
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Beitragvon Elke35 » 17.12.2017, 08:55

Hallo!

Mein Kind hat AVWS und zwar schon Richtung hochgradig.

Gerne dazu mehr per PN

Aber allgemein kann ich sagen:

AVWS ist trainierbar, aber DIE Therapie gibt es nicht. Die Kinder lernen es zu kompensieren.
Schulisch gibt es mit dieser Diagnose schon Nachteilsausgleiche oder ähnliches (je nach Land) und das war eigentlich auch der einzige Grund, wofür wir die Diagnose schirftlich benötigten!
Und ja, Lehrer oder das Umfeld können meist mit dem Begriff nichts anfangen.
Auch mein Sohn hört 100%, oder sagen wir sogar 120 %....der hört wirklich alles.....ist aber trotzdem hörbeeinträchtigt durch die AVWS - also fehlhörig.


Lg

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Alexandra2014
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Beitragvon Alexandra2014 » 17.12.2017, 08:57

Hallo Sheila,

das liest sich ganz genau, wie bei unserer Tochter.
Wir waren im November in der Pädaudiologie und auch bei ihr war das Problem, dass sie auf beiden Ohren gleichzeitig gesagtes nicht differenzieren konnte.

In der logopädischen Testung werden z.B. Quatschwörter gesagt, die er wiederholen muss, dann Zahlenreihen, die er wiederholen muss.
Das war bei uns sehr auffällig. Von mehrsilbigen Wörtern, hört sie die erste Silbe nicht, bei den Quatschwörtern (sind immer drei aneinander gehängt) hörte sie das erste nicht, von den Zahlenreihen fehlte die erste Zahl.
Auch Doppelkonsonanten am Ende hört sie nicht. Sie sagt z.B. „verrück“, statt „verrückt“.

Die entsprechende Therapie führt die Logopädin durch. Die sollte sich mit der Problematik aber auch gut auskennen.
Wir haben deswegen extra gewechselt.

Zusätzlich bekommt unsere Tochter ab Januar eine FM Anlage (Phonak Roger Fokus), die wir Zuhause und in der Schule testen werden.
Das Kind bekommt angepasste Hörgeräte (in coolen Farben :lol: ), die es aber nur in den „Arbeitssituationen“ tragen muss. Die Lehrerin (und Zuhause Mutti) trägt dann ein Mikrofon um den Hals, so dass das gesagte, mit herausgefilterten Störgeräuschen, direkt im Kopf deines Sohnes landet.  8)
Die Ärztin hat von vielen positiven Erfahrungen berichtet, auch im sozialen Bereich.

Das nicht eindeutige Ergebnis der ADHS Testung könnte sogar auf die AVWS Diagnose zurückgeführt werden. Unkonzentriertheit und Umtriebigkeit sind Symptome der AVWS. Das ist bei uns auch der Fall.
Ich könnte mir vorstellen, dass mit der AVWS Diagnose das ADHS bei euch vom Tisch ist. Denn wenn es nicht eindeutig war, spricht ja auch einiges gegen die ADHS Diagnose.

Gruß
Alex
R. *12/2007, Autismus-Spektrum-Störung, okzipitale Epilepsie mit Ausbreitung nach frontozentral

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Beitragvon Alexandra2014 » 17.12.2017, 09:07

Hallo,

also ich kann hier nur eins beitragen: der Pädaudiologe ist, im Gegensatz zur Logopädie, der zuständige Facharzt. Für irgendwelche Hilfen in Folge der Diagnose, zb die Übernahme spezieller Therapien oder Hilfsmittel (FM-Anlage, ...), eventuelle spätere Nachteilsausgleiche usw braucht es eine MEDIZINISCHE, also fachärztliche Diagnose. Die wiegt einfach mehr. Deshalb muss die Pädaudiologie auch die komplette Diagnostik machen, und verlässt sich nicht auf Vorbefunde von Logopäden u.a.
Hallo Engrid,

in der Pädaudiologie arbeiten Logopäden, die Teile der Tests durchführen. Z.B. das Nachsprechen der Zahlenreihen, der Quatschwörter, die Phonemdiskrimination etc. Die Ergebnisse werden anschließend mit der Ärztin/dem Arzt besprochen und die Diagnose wird vom Arzt gestellt.
So wie Sheila schrieb, ist auch ihr Termin beim Logopäden in der Pädaudiologie.
Deswegen verstehe ich deinen Einwand irgendwie nicht...

Gruß
Alex

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Beitragvon Engrid » 17.12.2017, 09:14

Hallo Alex,

du hast recht. Ob Sheilas Sohn im SPZ eine fachärztliche Diagnostik bekommen hat, lässt sich hier nicht klar rauslesen. Da steht
in der logopädischen Diagnostik Auffälligkeiten, welche das SPZ dazu veranlassten auf AVWS testen zu lassen
. Wie auch immer, sie selber weiß es ja. :wink:
Erfahrungsgemäß ist vielen nicht klar, dass die Diagnostik da verschiedene Wertigkeiten hat aus Sicht von Amt und KK. Dann drängt plötzlich die Zeit, Hilfe muss her, und man muss dann erst in die Warteschleife zur fachärztlichen Diagnostik ...
Engrid
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Beitragvon Alexandra2014 » 17.12.2017, 12:07

Hallo Alex,

du hast recht. Ob Sheilas Sohn im SPZ eine fachärztliche Diagnostik bekommen hat, lässt sich hier nicht klar rauslesen. Da steht
in der logopädischen Diagnostik Auffälligkeiten, welche das SPZ dazu veranlassten auf AVWS testen zu lassen
. Wie auch immer, sie selber weiß es ja. :wink:
Erfahrungsgemäß ist vielen nicht klar, dass die Diagnostik da verschiedene Wertigkeiten hat aus Sicht von Amt und KK. Dann drängt plötzlich die Zeit, Hilfe muss her, und man muss dann erst in die Warteschleife zur fachärztlichen Diagnostik ...
Aber Sheila war doch nun schon in der Pädaudiologie, wo sich der Diagnoseverdacht erhärtet hat. Fachärztlicher geht es doch nicht. :lol:
Im SPZ entstand ja nur der Verdacht aufgrund der Leistungsdiagnostik und logopädischer Auffälligkeiten...

Das ist auf jeden Fall besser, als bei uns, wo man einfach davon ausging, dass das Kind aufgrund der kognitiven Situation nicht versteht und es einfach abgehakt hat.

Gruß
Alex

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Beitragvon Sheila0505 » 17.12.2017, 14:32

Hi danke für eure Antworten. Ich versuche euch einzeln zu antworten, weil ich beim Schreiben nicht im Hinterkopf habe, wer was geschrieben hatte.

@Lea: Also noch wissen wir noch gar nicht, ob er eine richtige AVWS hat. Ende nächster Woche wissen wir dann wohl mehr. Also wie sich es äußert, ist für mich schwierig zu beantworten. Die letzten 2 Jahre waren wir in der Annahme, dass seine Unkonzentriertheit und seine motorische Unruhe und Defizite (Entwicklungsstörungen) für seine Auffälligkeiten hauptverantwortlich sind und diese wiederum von seinem Hochwuchs und seiner Wahrnehmungsproblematik inkl. schwachem Gleigewicht herrühren. ADHS kam dann von seiten des SPZs ins Gespräch und es wurde dort ein Testungsblock veranlasst. Seine Therapeuten waren sich allerdings allesamt im Vorfeld darüber einig, dass es eher kein ADHS ist und seine Probleme andere Ursachen haben.
ADHS konnte im SPZ nicht eindeutig diagnostiziert werden, sodass er in einigen Bereichen wohl eindeutig ADHS Marker erfüllt und in anderen überhaupt nicht. Lt. SPZ war es ihrerseits Ermessenssache ob sie die Diagnose stellen oder nicht. Sie hätten sie ihm also auch stellen können, taten es aber nicht. Ich war froh darüber, weil ich selbst auch nicht davon überzeugt war und bin.

Jetzt rückt natürlich alles in ein anderes Bild und ich bin selbst noch am Sortieren und vorallem am Informationen sammeln znd rückblickend zu reflektieren.
Aber um das besser Einschätzen zu können, müsste ich mich mit den AVWS Markern besser auskennen, damit hatte ich mich aber noch gar nicht so richtig auseinandergetzt.
Nachdem der Verdacht darauf nun erhärtet ist, habe ich mir einen AVWS Ratgeber bestellt um mich zumindest ein wenig einzulesen. Denn selbst wenn er es doch nicht haben sollte, so hat er zumindest offensichtlich einige Marker erfüllt und durchaus Probleme im diesem Bereich.

Ich kann dazu eigentlich nur sagen, dass es z.B. im Kindergarten damals schon sehr auffällig war, dass er z.B. Lieder nicht nach- und mitsingen konnte. In den 4 Jahren Kindergarten hat er nicht ein einziges Lied mit nach Hause gebracht, sondern nur einzelne Fetzen und bei Feierlichkeiten "gröhlte" er stets nur einzelne Worte mit - meist die Letzten einer Strophe.

Ich hoffe, dass er das jetzt nie liest: Aber er ist generell sehr unmusikalisch und selbst die Jüngsten hatten in der Kita meist ein besseres Rhythmikgefühl. Er findet sich aber durchaus musikalisch und "singt" auch gerne :)
Was bei ihm auch immer so war bzw. sehr oft auffiel: Er bekommt oft gar nicht mit, was gesagt wurde oder auch direkt zu ihm gesagt wurde. Man muss ihn dann irgendwie "einfangen" z.B. durch visuelle Kontaktaufnahme (Schnipsen vor seinen Augen) oder durch Körperkontakt (Hand auflegen). Natürlich ist das nicht immer - also nicht dauernd und in allen Alltagssituationen - der Fall, sondern vielmehr bspw. im Kindergarten damals bei Sitz- oder Stuhlkreisen, bei Kinderbesuch oder Geburtstagsfeiern (Action). generell wenn gespielt wird und was los ist. Und jetzt in Schule fällt es schon sehr auf, sodass der Lehrer sich für einen Schulbegleiter ausgesprochen hatte. Inbesondere deswegen, weil unser Sohn so vieles nicht mitbekommt, davonfliegt und anderes macht, er sehr oft 1:1 Kontaktaufnahme braucht um den Unterrichtsinhalt folge leisten zu können. Dazu kommt seine motorische Unruhe, er "stört oft", für andere Kinder ist es manchmal oder auch des öfteren sehr schwierig neben ihm zu sitzen. Er lenkt andere ab, braucht unheimlich viel Platz und stützt sich wohl während des Schulalltages auch auf seine Banknachbarn (Gleichgewicht und er sucht lt. Ergotherapie den Halt aufgrund seiner Wahrnehmungsproblematik).
Allerdings hatte ich vor 1-2 Wochen ein Telefongespräch mit seinem Klassleiter und es hat sich wohl die letzten Wochen einiges gebessert. Nun möchte er ihm ein halbes Jahr länger Zeit geben und dann erneut über die Möglichkeit einer Schulbegleiterbeantragung sprechen. Momentan läuft es aber anscheinend so gut, dass er empfielt abzuwarten.
Da unser Sohn ein pathologisches EEG III hat, wurde anfangs vermutet, dass seine Unkonzentriertheit und sein "einfangen müssen" daher rühren könnte. Wir hatten nun ein erneutes SchlafentzugsEEG, allerdings weiß ich noch nicht, was dieses ergeben hatte.

Ich und die Familie finden seine Aussprache oft (aber nicht immer) sehr verwaschen und unverständlich. Die Logopädie sah aber diesbezüglich keinen Handlungsbedarf.
Wenn unser Junge etwas erzählt, dann stolpert er oft im Redefluss und stottert teilweise. Er macht oft den Eindruck, als strendge ihn es an, weil er dann stets Pausen einlegt und mehrmals fest mit den Augen zwinkert.
Auch war es schon immer so, dass ich immer nur Bruchstücke beim Nacherzählen von Erlebten erfahren habe. Er bringt immer zeitliche Abläufe durcheinander und gibt nur einzelne Ausschnitte vom Erlebten wieder. Es ist halt kein flüssiger Erzählstrang, sondern irgendwie "durcheinander", zeitlich als auch inhaltlich.
Lesenlernen war für ihn sehr schwierig, aber er übt jeden Tag und es wird besser. Rechtschreibung, naja - er ist erst in der 2. Klasse. Seine Rechtschreibung ist nicht gut, aber ich möchte das auch nicht überbewerten. Ich denke, da haben überaus viele noch Probleme.
Wo wir aber sehr oft anecken, ist, dass er oftmals Sachen falsch versteht, falsch in Erinnerung hat und dann steif und fest behauptet, dass seine Variante die Richtige ist. Er würde wohl auch jeden Lügendetektortest bestehen, denn er ist dann absolut davon überezugt, dass es so war bzw es ist wie er sagt. Das kann manchmal sehr anstrengend sein und es endet dann - insbesondere zwischen ihm und anderen Kindern - letztendlich im Streit.
Wenn man ihm etwas eindringlich sagt, er es verinnerlicht, dann weiß er es später auch noch zu nahezu 100%. Ansonsten vergisst er schnell wieder etwas, was man zu ihm gesagt hat. Bekommt es manchmal erst gar nicht richtig mit, hört nicht richtig zu oder wir irgendwie durch andere Sachen überspeichtert - zumindest ist das mein Gefühl als Mama.

In der Schule ist er sehr vergesslich, weiß oft nicht was als Hausaufgabe auf bzw. was sie mit dem Lehrer besprochen hatten, vergisst Aufträge und Utensilien und ist generell etwas chaotisch (zerbeißt Schreibutensilien, stopft seine Unterlagen zerknittert in den Ranzen, Fundkiste ist sehr oft gefüllt meinen Sachen..).
Ansonsten kann ich dir leider nicht wirklich darauf anworten. Ich blicke da noch zu wenig durch :-/
Ich danke dir aber für deine Antwort. Falls es bei uns doch zu einer AVWS Diagnose kommt, dann werde ich mich wohl bzgl Nachteilsausgleich schlau machen. Ich weiß gar nicht, ob unser Bundesland diesbzgl. Nachteilsausgleich gewährleistet.
Nachdem ich allen geantwortet habe, beschäftige ich mal gleich damit.

Danke für den Hinweis.

Liebe Grüße Sheila

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@Engrid: Ja stimmt, da hatte ich mich wohl etwas missverständlich ausgedrückt. Ich hatte nicht mit dem Gedanken gespielt, die logopädische Testung in der Pädaudiologie aufgrund der Testung im SPZ abzusagen. Sicherlich nicht.
Ich hatte das wohl nur dazu geschrieben, weil ich insgeheim glaube, dass es mit der logopädischen Testung im Vorfeld und deren Ergebnisse wohl mit erhöhter Wahrscheinlichkeit auf AVWS hinauslaufen wird. Dieses ständige Warten und die Ungewissheit zwischen Testungsblöcke macht mir persönlich schon immer etwas zu schaffen, weil ich mich dem Abwarten so schwer tue. Wahrscheinlich wollte ich nur hören: "Ja dann ist es anzunehmen" oder "Nein, hatten wir auch. Muss nichts heißen." => um im Vorfeld schon besser Abwägen und Einschätzen zu können. Was natürlich absoluter Quatsch wäre, weil wir im Grunde ja doch die zweite Testung in der Pädaudiologie abwarten müssen und wir erst dann definitv bescheid wissen.

Liebe Grüße Sheila


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@Elke: Oh vielen lieben Dank für die Infos und dein Angebot. Ich werde dir später (falls der Kleine früher aufwachen sollte, dann heute abend) noch eine PN schreiben.

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@Alexandra: Finde ich sehr interessant. Bei euch wurde dann also eine AVWS diagnostiziert?
Bei uns fielen in der sprachheilpädagischen Untersuchung im SPZ (Logopädin/SET 5-10 von Petermann + Anamnesebogen AVWS) auch Schwierigkeiten bspw. beim "Kunstwörter-Nachsprechen" und Nacherzählen einer Bildergeschichte auf. Geprüft wurden Sprachverständnis, Lexikon/Semantik, Phonetik/Phonologie, Morphosyntax, Orofazialer Bereich, Auditive Wahrnehmungs- und Verarbeitung-/Merkfähigkeit und die Atmung und Stimme.

Auffällig waren die Auditive Wahrnehmungs- und Verarbeitung-/Merkfähigkeit (Entwicklungsalter 5-5,5 Jahre) und die Atmung und Stimme.
Insbesondere beim Kunstwörter Nachsprechen hatte er lt. Bericht "große Probleme".

Naja, wir werden sehen was bei der logopädischen Diagnostik in der Pädaudiologie rauskommen wird. Aber wenn er es haben sollte, dann hast du mir mit deinen Informationen z.B. bzgl. FM Anlage (Phonak Roger Fokus) und dem ADHS schon sehr weitergeholfen.

Ich danke dir für deine Antwort :)

Liebe Grüße Sheila

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@Engrid + Alexandra: Also ja, er hatte vor der logopädischen Diagnostik im SPZ einen psychologischen Entwicklungstest (WISC-IV) zur Einschätzung der intellektuellen Leistungsfähigkeit. Dabei kam heraus, das er bei einem normalen IQ ein unausgewogenes Leistungsprofil aufweist. Beim Untertest Buchstabenreihenfolge hatte er z.B. wohl sein schlechtestes Ergebnis und insgesamt hatte er beim Schwerpunkt Arbeitsgedächtnis die größten Probleme. Dieser Teilbereich "Arbeitsgedächtnis" zeigte eine Differenz von ca. 25 Testwerte zu seinem besten Ergebnis und knapp 20 TW vom Gesamtergebnis (IQ).

Daraufhin folgte die logopädische bzw. sprachheilpädagogische Untersuchung und wiederum darauf letztendlich die Indikation einer AVWS Testung in der Pädaudiologie.
Ich weiß natürlich nicht ob das so der richtige Weg ist bzw. wie es sonst gehandhabt wird, aber bei uns lief es zumindest so ab.

Liebe Grüße Sheila

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Beitragvon Alexandra2014 » 17.12.2017, 14:52

Hallo Sheila,

ich bin gespannt auf das Ergebnis eures EEG.
Epilepsie spielt bei uns ja auch eine Rolle, allerdings medikamentös eingestellt.

Bei uns lief die komplette Testreihe in der Pädaudiologie, also auch der IQ Test.
Euer Weg übers SPZ klingt für mich aber logisch.

Gruß
Alex
R. *12/2007, Autismus-Spektrum-Störung, okzipitale Epilepsie mit Ausbreitung nach frontozentral


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