AVWS Diagnostik trotz weiterer „Baustellen“?

Hier könnt ihr euch über Hör- und Sehbehinderung austauschen.

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Alexandra2014
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Beitragvon Alexandra2014 » 21.11.2017, 18:01

Wir werden sehen. Ich möchte nur auch nicht gleich mit einer Extrawurst kommen... Psychologen sind da ja manchmal etwas empfindlich. :lol:
R. *12/2007, Autismus-Spektrum-Störung, okzipitale Epilepsie mit Ausbreitung nach frontozentral

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Alexandra2014
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Beitragvon Alexandra2014 » 23.11.2017, 10:56

Huhu!

Unseren pädaudiologischen Termin haben wir nun hinter uns gebracht und wir haben gemischte Gefühle bezüglich der Ergebnisse.
Aber der Reihe nach:

das Team war toll, das Kind fühlte sich wohl und hat ganz prima mitgemacht.
Der normale Hörtest war komplett unauffällig, auch das Hören mit Störschall hat bestens geklappt. Das Hören, bei gleichzeitiger Eingabe unterschiedlicher Wörter auf das rechte und das linke Ohr, hat nicht besonders gut geklappt.

Während Kind mit Vater beim Hörtest war, hatte ich schon mal ein umfangreiches Gespräch mit der Psychologin, die kurz darauf die Tests mit Kind durchführen sollte.
Insbesondere habe ich natürlich die weiteren Baustellen angesprochen, die motorische und verbale Dyspraxie und natürlich die visuelle Wahrnehmungsstörung. Ich habe deutlich darauf hingewiesen, dass nonverbale Tests ja Hauptaugenmerk auf die visuelle Verarbeitung legen und dass das bei Kind nicht klappen KANN.

Die Psychologin war sehr verständnisvoll, verstand das Problem. Sie sagte, sie teste erstmal die auditiven Dinge und würde danach noch einen normalen IQ Test versuchen wollen.
So weit so gut.
Ich wurde auch direkt gefragt, wie es für´s Kind besser ist, ob wir dabei sein sollten oder nicht. Dafür einen dicken Daumen hoch!
Auch alle Gespräche über das Kind, fanden OHNE Kind statt. Super!👍

Nun fing die Testerei an:
Kind zeigte ganz „wunderbar“ die von mir zuvor beschriebenen Auffälligkeiten.
Beim Wiederholen der Zahlenfolgen, ließ sie mit wunderbarer Regelmäßigkeit die erste Zahl weg. Ein ähnliches Bild ergab sich beim Nachsprechen der Quatschwörter. Auch dort ließ sie immer die erste Silbe weg, als sei sie nicht existent (ist für sie vermutlich auch so) usw.
Auch die leichte Ablenkbarkeit fiel ganz gut auf.

Nun folgte der Versuch des IQ-Tests. Wie ich sehen konnte, kam der SON R 6-40 zum Einsatz, also ein nonverbaler Test (was ja bei auditiven Problemen sicher auch Sinn macht, aber bei visuellen eben nicht funktioniert).
Mosaike, Matritzen, Musterlücken im Gitternetz ergänzen. KATASTROPHE!
Es klappte fast nix, was mir ja vorher klar war. :? Visuomotorik kann das Kind nicht, Raum/Lage kann das Kind nicht, das konnte nicht funktionieren. Dazu ein schwaches Kontrastsehen und Gesichtsfeldausfälle nach unten und die einfache Deckenlampe war auch noch hinter dem Kind. Sie warf also selbst Schatten auf den Arbeitsbereich. :roll: :!:

Nun hätte ich eigentlich erwartet, dass die Psychologin sagt „ok, das funktioniert ja tatsächlich nicht“ (zumal ihr der Bericht der visuellen Testung von PROVISION vorlag und wir ja deutlichst drüber gesprochen hatten), nonverbaler IQ Test nicht durchführbar...

Aber nein, der Test wurde gewertet. Sie meinte ernsthaft, der Test sei ja leider sehr schwach ausgefallen, etwa bei einem Alter von 5,5 Jahren (Kind ist 10). :roll:
Ich bin nicht oft sprachlos, aber da war ich es leider erstmal.

Trotz allem und trotz dieses Ergebnisses, hilft man uns aber weiter. Und das finde ich wiederum ganz toll!
Wir sollen nun beim Pädakustiker eine FM Anlage anpassen lassen und sowohl Zuhause, als auch in der Schule ein paar Wochen testen. Mit der Anlage haben wir dann auch den nächsten Termin in der Pädaudiologie. Ergeben sich daraus objektiv und subjektiv Vorteile für das Kind, steht einer Verordnung der Anlage nichts entgegen.

Einen Termin beim Pädakustiker habe ich schon nächste Woche. Starten werden wir dann mit der FM Anlage nach den Ferien im Januar. Ich bin gespannt!

Gestern Abend habe ich dann noch ein wenig recherchiert über den SON R 6-40 und fand heraus, dass dieser IQ Test ganz offiziell nicht geeignet ist für Menschen mit visueller Wahrnehmungsstörung.
Das hätten wir uns, vor allem aber dem Kind, also wirklich sparen können.
Daraufhin habe ich der Chefärztin noch kurz eine Email dazu geschrieben und darum gebeten, diese nicht verwertbaren Testergebnisse doch bitte zumindest aus dem Bericht zu lassen.

Gruß
Alex

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Beitragvon Petra*3 » 23.11.2017, 11:07

Huhu,
Wir stehen im Prinzip genau andersrum an der gleichen Stelle: AVWS hgr. klar, aber visuell gibt es scheint es im tiefen Süden (Ulm, Allgäu) keine Anlaufstelle. ich hätt das eigentlich auch mal gern dokumentiert, weil ich das als massiv empfind, da ja bei uns irgendein Ausgleich hören über Optik wegfällt. IQ-Testung hatten wir xmal mit hoch bis normal bis dezent niedrig (abhängig von der Testsituation+Kindsverfassung geringste Störgeräusche/Hektik vermindern Ergebnis massiv). Wegen der Aufmerksamkeit werden wir jetzt mal Medis testen, ob die eventuell bißle helfen können bzw sozusagen als Beweis das da nix ADS beteiligt ist (falls die wirkungslos bleiben).
mfg petra

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Beitragvon Elke35 » 23.11.2017, 13:08

Hallo zusammen!

Erstmals super, dass ihr eine tolle Stelle gefunden habt. Dann natürlich der IQ Test nonverbal, der ja dann logischerweise NUR visuell sein kann (wie denn auch sonst :shock: ) , das ist natürlich ärgerlich, zumal das Ergebnis ja wieder nicht interpretierbar sein KANN.

Es ist aber auch schwer bei Kindern mit Wahrnehmungsstörungen solche Tests zu machen, denn genau diese Wahrnehmungsstörungen verursachen ja erstens die Probleme und zweitens dann schlechte Testergebnisse logischerweise. Die Grundintelligenz ist bestimmt normal, nur wie testen? Muss man das denn überhaupt testen. Kann man nicht umgekehrt einfach andere Sachen ausschließen....Ich finde es schlimm, was wir über unsere Kinder teilweise ergehen lassen müssen, sie haben es ja so schon schwer genug.

Lg

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Beitragvon Alexandra2014 » 23.11.2017, 20:46

Hallo Elke,
das Problem ist, dass man ohne nachgewiesene normale Kognition, die Diagnose AVWS per Definition nicht gestellt werden darf.
Ich hatte aber von Anfang an deutlich gemacht, dass es uns nicht um eine Diagnose für die KK (für Hilfsmittel) geht, sondern wir nur wissen möchte, ob es auditive Probleme gibt und wie wir dem Kind helfen können.
Notfalls kaufen wir die FM Anlage selbst, wenn die KK meint, dass die Befunderhebung nicht ausreicht.

Gruß
Alex
R. *12/2007, Autismus-Spektrum-Störung, okzipitale Epilepsie mit Ausbreitung nach frontozentral

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Beitragvon Alexandra2014 » 20.04.2018, 08:25

Guten Morgen! :D

Diese Woche war nun der Kontrolltermin mit der FM Anlage in der Pädaudiologie.

Die Verordnung der FM Anlage auf Dauer wurde empfohlen. Yeah!

Allerdings hatte ich ggü. dem letzten Mal den Eindruck, als hätten die Mitarbeiter dort noch nie eine FM Anlage aus der Nähe gesehen.
Die nette Dame, die den Hörtest mit und ohne Anlage durchführte, wusste erstmal gar nicht, was und wie sie überhaupt testen soll, kam auch mit dem Gerät (Mikrofon) nicht zurecht (hat erstmal überall drauf rum gedrückt :shock: ).
Das Gleiche bei der Überprüfung der auditiven Wahrnehmungsleistung bei der Psychologin. Sie sagte mir, sie wisse gar nicht, was sie genau jetzt machen soll. :?:
Das fand ich ärgerlich und auch sehr unprofessionell. Man wusste ja, dass wir kommen und warum. Da hätte man das durchaus vorher im Team klären können, was da explizit gemacht werden soll. Für 30 Minuten Testung insgesamt, waren wir so ganze 2,5 Stunden in der Praxis. :roll:

Ich bin wirklich froh, dass wir da nicht mehr hin müssen. Nun heißt es hoffen, dass die KK die Anlage auch bewilligt. :?

Gruß
Alex
R. *12/2007, Autismus-Spektrum-Störung, okzipitale Epilepsie mit Ausbreitung nach frontozentral

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Beitragvon Angela77 » 20.04.2018, 09:43

Super, Daumen sind gedrückt :wink:
LG
Angie
Bene (2008): regressiver Autismus, schwerste expressive Sprachentwicklungsstörung (bei sehr gutem Sprachverständnis!), Bildung von Casiomorphin und Gliadorphin
Vorstellung plus Diäteffekte:
http://www.REHAkids.de/phpBB2/ftopic73493.html

Primär nächtliche Epilepsie im motorischen Sprachzentrum (leider erst erkannt im März 2015!!!)

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Beitragvon Alexandra2014 » 20.04.2018, 10:50

Danke Dir! Normalerweise ist die KK recht entspannt. Mal sehen... :wink:
R. *12/2007, Autismus-Spektrum-Störung, okzipitale Epilepsie mit Ausbreitung nach frontozentral

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Beitragvon Silvia & Iris » 20.04.2018, 11:20

Liebe Alex,

auch bei diesen Anlagen kommen ständig neue Produkte auf den Markt, daher macht es echt Sinn keine zu kaufen, sondern eher zu mieten...

- wir hatten vor 6 Jahren das Vergnügen ein Auslaufmodell zu erhalten (die neue Generation war bereits am Markt :roll: und diese hat wirklich nicht das gebracht... inzwischen (Schulwechsel) sind wir hier auf den derzeitigen Stand - und es ist auch ein ganz anderes Gerät... - und mein Kind akzeptiert es sehr gut! - Das vorherige konnte er nicht leiden...

da gibt es ja auch verschiedene Modelle - und man arbeitet daran, dass man generell die Beschallung einer Klasse optimieren will - was wahrscheinlich dann wieder zu einer Steigerung der Schülerzahlen führen wird... - da ja alles nun besser gehört werden kann soll durch seitliche und hinter Lautsprecher passieren...

Die Testklassen sind sehr zufrieden damit und es profitieren dadurch ALLE Schüler...

LG
Silvia
Liebe Grüße
Silvia
Tochter *03/2003, PCH, HG-versorgt, ein Sonnenschein
Sohn *03/2006 AVWS + was so dazu gehört


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