AVWS Diagnostik trotz weiterer „Baustellen“?

Hier könnt ihr euch über Hör- und Sehbehinderung austauschen.

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Alexandra2014
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Beitragvon Alexandra2014 » 22.10.2017, 20:14

Hallo Lisa,

da gebe ich dir bezogen auf Alex Tochter völlig recht :wink:
@Alex: Lass uns bitte wissen, war raus gekommen ist :wink:
LG
Angie
Na klar! :D

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cosili
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Audiologisches Zentrum fragen!

Beitragvon cosili » 08.11.2017, 11:44

Hi,
Wir haben ein ähnliches Problem. Waren 2014 in der Diagnostik und da hat meine Tochter den visuellen Test nicht gut gemacht. Warum weiß keiner, visuell ist sie wirklich fit. 2017 waren wir erneut wegen auditiver Probleme da und man sagte mir ernsthaft: egal wie die Tests heute ausfallen, da sie 2014 den Test nicht gut gemacht hat, wird sie definitiv keine AVWS haben 😳 Na, das war ja mal ein Argument!
Wir haben uns dann an die Förderschule für Hören und Kommunikation gewandt. Die sehen eine AVWS ganz anders und sagen, ein Kind darf auch "Nebenbaustellen" haben.
Generell ist das Thema AVWS ein sehr schwieriges, in Schleswig-Holstein darf zB. Gar keine AVWS diagnostiziert werden 😟
Wir sind leider auch immer noch ohne Diagnose, trotz bestehenden Problemen. Es ist mit den Tests einfach nicht zu erfassen!
Ich wünsche euch ganz viel Glück!
Liebe Grüße
F.05/06 V.a.Hochbegabung, J 11/08 V.a.AVWS

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Alexandra2014
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Beitragvon Alexandra2014 » 21.11.2017, 14:50

Hallo cosili,

vielleicht wäre Bochum dann auch eine Anlaufstelle für euch, da sie dort ja einen neuen Test verwenden.
Ich habe auch im Vorfeld abgeklärt, ob die visuelle Wahrnehmungsstörung und die Dyspraxien ausschließend für die AVWS Diagnose sind und die Professorin antwortete mir höchstpersönlich, dass es eine Diagnose zwar erschwert, sie das aber schon hinbekommen..

Wir fahren in etwa genauso weit, wie ihr bis Bochum. :wink:

Gruß
Alex

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Beitragvon Elke35 » 21.11.2017, 15:11

Also fast immer hat ein Kind doch mit AVWS noch Nebenbaustellen.

Es ist ja eine Wahrnehmungsstörung in dem Sinn und warum sollte sich das auf einen einzigen Bereich beschränken. Ok, bei manchen Kindern vielleicht und vielleicht sind die weiteren Bereiche nur minimal schwächer als 'normal'. Aber meistens ist doch noch irgendwo ein Wahrnehmungsbereich mit dabei.

Vor allem bei AVWS ist ganz oft Motorik (Koordination) dabei. Auch Raum-Lage Wahrnehmung ist mit dabei. Das hängt ja alles zusammen.

Man kann das ja nicht isoliert sehen - diese Bereiche bauen ja aufeinander auf.

Bei uns ist jedenfalls AVWS am stärksten ausgeprägt, aber gleichzeitig hat er sicher in seiner Koordination Schwierigkeiten (was aber jetzt nicht heißt, dass er etwas nicht kann, er kann alle Bewegungen und auch Sportarten, nur die Qualität ist eben anders, als bei anderen Kindern) und auch im Raum-Lage Bereich. Und alles beeinflusst sich gegenseitig.

Von daher, ich würde mich da nicht abwimmeln lassen.

lg

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Beitragvon Alexandra2014 » 21.11.2017, 15:51

Elke, der letzte Pädaudiologe hat aufgrund der expressiven Sprachentwicklungsverzögerung eine Testung komplett verweigert und uns nach Hause geschickt. Er könne bei verwaschener Aussprache nicht testen. :evil:
Was soll man da machen?
Klar, da fahre ich nie wieder hin, aber das half in dem Moment ja auch nicht. :?

Gruß
Alex
R. *12/2007, Autismus-Spektrum-Störung, okzipitale Epilepsie mit Ausbreitung nach frontozentral

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Beitragvon Elke35 » 21.11.2017, 15:54

Puh. Aber eigentlich HAT man ja wegen der Höreinschränkung diese verwaschene Sprache.

Nein, das half dir natürlich nichts in dem Moment, aber dann such dir einen besseren Pädaudiologen.

Das leuchtet doch sogar mir als Laie ein, dass das so ist - es ist halt ähnlich wie bei schwerhörigen Menschen oder gehörlosen Menschen, die sprechen auch nicht sauber.

AVWS ist auch eine Hörbeeinträchtigung, eine andere halt. Also eine Art Fehlhörigkeit eben.

:cry:

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Beitragvon Alexandra2014 » 21.11.2017, 15:59

Bei uns kommt ja auch noch die visuelle VWS dazu, die motorische Dyspraxie (Radfahren, Skifahren, Fußball, Basketball geht aber) und die medikamentös eingestellte Epilepsie.
Das macht es z.B. unmöglich, einen standardisierten IQ Test durchzuführen, der barrierefrei ist. Somit kommt nie ein Ergebnis raus, was die tatsächliche Intelligenz widerspiegelt.

Man muss also zusätzlich jemanden finden, der sich auch ohne aussagekräftigen IQ Test an die AVWS Testung heranwagt. Wir benötigen die Diagnose auch nicht, um z.B. Hilfsmittel über die KK finanziert zu bekommen, oder andere Hilfen.
Uns geht es nur darum, das Kind besser zu verstehen und ihr besser helfen zu können und um mehr Verständnis in der Schule (wenn sich das Kind nicht richtig konzentrieren kann, weil einer flüstert, einer mit dem Stuhl ruckelt etc.).

Gruß
Alex
R. *12/2007, Autismus-Spektrum-Störung, okzipitale Epilepsie mit Ausbreitung nach frontozentral

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Beitragvon Elke35 » 21.11.2017, 16:18

Ich verstehe das sooooo gut. Uns ging es wirklich auch so ähnlich.

Muss es ein IQ Test sein, reicht ein Entwicklungstest nicht aus? Ein IQ Test kann kein Ergebnis liefern, wenn das Kind die Aufgabenstellungen nicht versteht. Da wäre es wichtiger die einzelnen Teilbereiche des Tests anzuschauen und keinen Gesamt-IQ, denn der kann nicht stimmen, bei einem Kind mit Wahrnehmungsstörungen.

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Beitragvon Alexandra2014 » 21.11.2017, 16:58

Ich verstehe das sooooo gut. Uns ging es wirklich auch so ähnlich.

Muss es ein IQ Test sein, reicht ein Entwicklungstest nicht aus? Ein IQ Test kann kein Ergebnis liefern, wenn das Kind die Aufgabenstellungen nicht versteht. Da wäre es wichtiger die einzelnen Teilbereiche des Tests anzuschauen und keinen Gesamt-IQ, denn der kann nicht stimmen, bei einem Kind mit Wahrnehmungsstörungen.
Tja, das kommt immer auf die Person an, die testet. Zieht sie den Test einfach blind durch, um zu „irgendeinem“ Ergebnis zu kommen und fertig zu werden oder will sie rausfinden, was wirklich im Kind steckt, um ihm zu helfen.

Ich habe schon so viel Schubladendenken erlebt (bei Pädagogen und Ärzten), dass ich die Hoffnung schon fast aufgegeben habe.
Das Schlimme daran ist, dass auch mein Kind erst nach einiger Zeit auftaut und auch nur, wenn es sich verstanden fühlt, wohlfühlt.
Antipathien führen zu sofortiger und nachhaltiger Arbeitsverweigerung. Da kommt dann nur noch „weiß nicht“, „kann ich eh nicht“... :?
Dummerweise hat sie auch noch sehr sensible Antennen und merkt auch sofort, wenn meine Stimmung kippt. :o

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Beitragvon Elke35 » 21.11.2017, 17:11

Ja ich finde so Testsituationen auch total schrecklich und mein Kind ist wohl echt ähnlich gstrickt wie deines.

Vielleicht kannst du beim Test mit dabei bleiben (darauf bestehen).


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