Kostgewöhnung bei Z.n. Ösophagusathresie

Hier könnt ihr Fragen rund ums Thema Ernährung stellen. Usern, deren Kinder über eine Sonde ernährt werden, möchten wir hier ebenfalls eine kleine Austauschplattform bieten.

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Patrycja
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Kostgewöhnung bei Z.n. Ösophagusathresie

Beitragvon Patrycja » 16.10.2017, 00:07

Hallo zusammen,
ich wende mich an Eltern oder ehemalige Betroffene.
Zur Zeit beschäftigt mich die Frage ob es "normal" ist das mein Sohn (bald 12 M, mehrere Fehlbildungen, alle soweit korigiert) sich übergibt sobald sein Brei was gröbere Stücke enthält ( Brei aus Gläschen).
Wir probieren es hin und wieder aus, lassen ihn auch an feste Nahrung probieren (Obst, weiches Brot), welches er zwar im Mund bearbeitet, dieses aber auch ausspuckt.
Wir waren erst vor 3 Tagen wieder im KH, es wurde die Speiseröhre und Magen gespiegelt, die infrage kommende Engstelle sei gut passierbar wurde auch bougiert.
Laut Aussage der Chirurgen sollte es kein Problem darstellen Brei mit kleinen weichen Stücken zu schlucken.
Trotzdem hat er sich schon wieder seit Entlassung 3x übergeben.

Wir haben für uns beschlossen das wir weiterhin bei gut pürierten Brei bleiben, und wir ihm je nach Reaktion ( veränderte Schluckabläufe, Reflux oder ähnlichem), den Versuch festere Nahrung zu geben abbrechen.
Ich würde mich sehr über Erfahrungen bezüglich der Gewöhnung an andere Konsistenzen der Nahrung bei Baby/Kleinkind Z.n. Korrektur der Ösophagus freuen.

Ich möchte nur noch loswerden, das es einen auf den Keks geht, wenn Eltern von nichtbetroffenen Kindern, einen immer unterschwellig vermitteln das man zu vorsichtig seie, dieser Wettstreit mit "normalen" Eltern bezüglich der Entwicklung der Kinder empfinde ich nur als Anstrengend.
Damit ich nicht falsch verstanden werde, es ist schön wenn man ein Kind ohne gesundheitlichen oder sonstige Einschränkungen großwerden sehen kann (kann ich nicht wissen, ich hab nur den Kleinen), aber verdammt nochmal schaut einen nicht immer so an, wenn man mit euch ins Gespräch kommt.
Mir sind die Dinge bewusst in denen mein Sohn noch nicht soweit ist, dafür feier ich jeden seiner Schritte die er in seinem Tempo voran macht.

Danke fürs durchlesen :D

Valentin2014
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Beitragvon Valentin2014 » 16.10.2017, 12:29

Hallo Patrycia,
unser jüngster Sohn ist ein ÖA- Kind, 3,5 Jahre , immer noch ein Sondenkind.
Die orale Essensanbahnung ist bei uns alles andere als befriedigend.

Die Chirurgen sagten uns das Gleiche, ....nach der OP kann er ganz normal Essen!!

Wenn dein Kind feinpürriertes Essen kann und möchte, ist das schon grossartig.
Setz dich bitte nicht unter Druck, er ist gerade mal 1 Jahr auf dieser Welt!

Ich bin 4-Fach-Mama, und werde auch schon mal von Erstlingseltern 'belehrt' :lol:

LG Valentin s Eltern

Patrycja
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Beitragvon Patrycja » 16.10.2017, 16:32

Vielen Dank liebe Eltern von Valentin,
nach unserem turbulenten Start als Familie habe ich erst jetzt Zeit gefunden mich wie uns ständig empfohlen den Austausch mit anderen Eltern zu suchen.
Dann wünsche ich dem Valentin alles gute für die Zukunft!!

LG Patrycja :D

ritja
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Beitragvon ritja » 16.10.2017, 19:57

Hallo Patrycia,

unser Marius ist 18 Monate und auch ein ÖA-Kind. Er hatte eigentlich nie Probleme mit dem Essen, aht meiner Meinung nach auch immer sher schnell gegessen. Stückchen im Brei mochte er allerdings auch gar nicht, er spuckte alles aus, obwohl die Gastro mit 12 Monaten zeigte, dass kaum noch eine Narbe sichtbar war und auch keine Engstelle festgestellt wurde.
Unser Chriug meinte, ÖA-Kinder entwickeln oft Eigenheiten bei Essen, für die es anatomisch gar keinen Grund gibt, und dass man ihnen einfach die Zeit geben soll, die sie brauchen um sich an festere Nahrung zu gewöhnen.
Andere Eltern erzählten mir, dass ihre Kinder mit 10-12 Monaten schon am Familientisch mitessen und sie gar keinen Brei mehr kochen, davon waren wir auch mit 14 Monaten noch weit entfernt.
Wir versuchten es mit der Zeit mit Dingen, die er selbst in die Hand nehmen konnte, weiches Gemüse (Brokoli), weichgekochte Nudeln, Hirsesnips usw. und das funktionierte. Oft wissen die Kinder selbst sehr gut, was geht und was nicht. (auch wir w
aren natürlich sehr vorsichtig, haben anfangs alles in winzige Stücke geschnitten). Aber mit der Zeit hat er selbst größere Stücke Brot usw. abgebissen und einfach geschluckt ohne Probleme.
Seit 4 Wochen koche ich jetzt auch keinen Brei mehr und Marius isst bei uns mit. Bratwurst, Nudeln, Gemüse, Reis, Brot ist alles kein Problem, irgenwann diesen Sommer hat er dann einfach angefangen mitzuessen.
Stücken im Brei mag er immer noch nicht :wink: , ins Jogurt dürfen keine Obststückchen oder Getreideflocken, auch wenn sie noch so klein sind.

Ich hoffe, dass es bei euch auch irgendwann einfach von selber mit dem Essen klappt.

lg

Annemaries Mama
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Beitragvon Annemaries Mama » 16.10.2017, 20:08

Hallo Patrycja,

es gibt öfters Kinder, die Brei mit Stückchen nicht mögen, weil ihnen die gemischte Konsistenz unangenehm ist oder sie Schwierigkeiten haben, einen Teil des Essens kauen zu müssen und andere Teile einfach schlucken können.
LG Kerstin

mit Annemarie *2011 (ADS) und Konrad *2015

JohannaG
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Beitragvon JohannaG » 16.10.2017, 20:13

Hallo Patrycja,

ich trau mich hier rein, obwohl ich kein ÖA-Kind habe...

wollte aber dalassen: zwischen "das dürfte kein Problem sein" und "das ist kein Problem" liegen oft Welten....

Meine Jüngste ist ein Extremfrühchen gewesen. Organisch gesund, keine Fehlbildungen. Trotzdem war sie im Mund-Rachenraum extrem empfindlich, hat vom Schnuller Würgereiz bekommen, hat lange nichts stückiges gegessen (obwohl bei ihr ja nun wirklich kein objektiver Grund dafür da war). Ich glaube, da hatten sich in dem kleinen Köpfchen zu viele negative Empfindungen festgesetzt.

bei deinem Sohn kann ich mir das genau so vorstellen... da wurde dauernd was an ihm gemacht, OP, Spiegelung etc.... und da het er vermutlich die Erfahrung gemacht, daß es unangenehm sein kann.... und bei ganz fein püriertem weiß er: Das ist kein Problem, und darum isst er das auch ohne Angst.

Ich vermute, hier hilft einfach nur Geduld weiter. Und ein gutes, dickes Fell gegenüber denen, die es immer besser wissen.... einfach durchlaufen lassen. DAS hab ich bei allen dreien von meinen Kindern lernen müssen, wenn auch aus völlig anderen Gründen als du.

Ich wünsch euch alles Liebe,

Johanna
Johanna, *73, Morbus Bechterew;
C., (w), 11/2004, adoptiert, FASD, Bindungsstörung, lernbehindert, juvenile Polyarthritis;
J. (m) 01/2008, adoptiert, ADHS; Depressionen und ???,
M. (w) 01/2012 FG bei 23+6 SSW, Kleinwuchs, GÖR, Nahrungsmittelallergien, leichte ICP, Schielen, Weitsichtigkeit, allg Entwicklungsverzögerung


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