Wechsel PEG wann nötig? PEG oder Button?

Hier könnt ihr Fragen rund ums Thema Ernährung stellen. Usern, deren Kinder über eine Sonde ernährt werden, möchten wir hier ebenfalls eine kleine Austauschplattform bieten.

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Elli157
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Wechsel PEG wann nötig? PEG oder Button?

Beitragvon Elli157 » 25.04.2017, 16:41

Hallo zusammen,

unser 21 Monate alter Sohn hat seit 19 Monaten eine PEG. Diese ist damals problemlos eingeheilt und wir haben bis heute keinerlei Probleme damit. Da aber selbstständiges Essen noch in weiter Ferne ist (er wird ausschließlich sondiert), wird er sie auch noch eine ganze Zeit lang brauchen.
So, jetzt stelle ich mir die Frage, ob sie eigentlich mal gewechselt werden muss? Oder kann man sie - solange alles intakt ist - nutzen?
Die PEG wurde damals bei einer anderen OP von Kinderchirurgen mitgelegt. Allerdings in einer weiter entfernten Klinik, von der wir sonst nicht betreut werden. Bei uns gibt es auch gar keine Kindergastroenterologie, wir werden vom Kinderarzt betreut.
Meine zweite Frage wäre, ob eigentlich ein Wechsel auf einen Button irgendwann sinnvoll ist? Oder ist das einfach Geschmackssache, was man wählt?
Vielen Dank für eure Unterstützung!

Elli

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Mama Ursula
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Beitragvon Mama Ursula » 25.04.2017, 18:10

Hallo Elli,

Glückwunsch zur reizlosen und intakten PEG.

Ja, die kann man solange nutzen, wie sie "hält" - inzwischen kenne ich mehrere Patienten bei denen das 5-8 Jahre der Fall ist/ war :wink:

Du solltest bei einer PEG immger gut darauf achten, diese alle 2 Tage möglichst tief in den Magen zu schieben und dann zu drehen, um ein Einwachsen in die Magenschleimhaut bzw. ein Überwuchern mit Magenschleimhaut zu verhindern.

PEG oder Button ist tatsächlich Geschmackssache und bei einer so unproblematischen PEG, an der nicht gezogen wird und die sonst nicht ernsthaft stört, würde ich auch nicht "vorzeitig" wechseln, denn das geht nur unter Narkose - zumindest tagesstationär :roll:

Ich wünsche Euch, dass Euer Sohn das Sondieren weiterhin so gut verträgt. Ihr ihm Zeit lassen könnt, sich und seine Fähigkeiten zu essen zu entwickeln. Und dass die PEG so "gesund" bleibt und lange hält.

Grüßle
Ursula
Kinderkrankenschwester mit Fachweiterbildung Palliativ Care und Außerklinische Beatmung.
Pflegemutter von Jessy (16 J., schwerster Hirnschädigung wegen Sauerstoffmangel), kl.Bub (1 Jahr mit schwerster Hirnschädigung, Reflux, Spastisch-steife Knie), 2 gr. Jungs - ausgezogen.

Elli157
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Beitragvon Elli157 » 25.04.2017, 20:39

Danke für deine hilfreichen Informationen, Ursula! Dann besteht ja kein akuter Handlungsbedarf und wir lassen wir erst einmal alles wie es ist. Das Mobilisieren machen wir regelmäßig.
Ich muss mich dann vielleicht einfach noch mal genauer bzgl. Button informieren, ob das etwas für uns wäre.

Viele Grüße
Elli
E. mit großem Sohn (2010) und kleinem Sohn (2015),
33. SSW, Asphyxie, Choanalatresie, gehörlos (einseitig CI versorgt), Kolobome, Netzhautablösung, Schluckstörung, PEG

Mama Ursula
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Beitragvon Mama Ursula » 26.04.2017, 18:33

Hallo Elli,

relevante Gründe für einen Button:
- man kann zwischen den Mahlzeiten den Schlauch abmachen und bleibt dann nicht so leicht daran hängen oder das Kind kann schlechter daran ziehen.
- weniger Manipulation am Stoma, deshalb macht man den Wechsel häufig, wenn das PEG-Stoma nicht "schön" ist.
- man kann Button und Schläuche leichter reinigen und notfalls bei Verstopfung wechseln
- Buttonwechsel (etwa alle 3-8 Monate je nach Motorik und Medis und Nahrung des Kindes) ohne Narkose möglich.

mögliche Nachteile, die eintreten können, aber nicht müssen :wink:

- notfallmäßiger Wechsel überall und immer, weil die meist wassergefüllte Blockung des Buttons unvorhergesehen platzen kann und der Button dann rausrutscht - d.h. jeder der mit dem Kind umgeht, sollte das selbstständig können. Ist so ähnlich, wie wenn man Ohrstecker hat :wink:
- häufig schließt der "Ballon" von innen nicht ganz so dicht, wie die PEG-Halteplatte, warum es zu mehr "Feuchtigkeit" am Stoma und daraus resultierenden Rötungen/Reizungen kommen kann.
- sie sind verhältnismäßig teuer, weshalb es zu Diskussionen mit der KK kommen kann.

So, bei uns läuft soviel anderes parallel gerade, dass mir nicht mehr "Argumente" einfallen, aber vielleicht ergänzt noch der ein oder andere oder Du suchst hier einfach mal nach Button :wink: und findest dann sicher selber noch Argumente.

Grüßle
Ursula
Kinderkrankenschwester mit Fachweiterbildung Palliativ Care und Außerklinische Beatmung.

Pflegemutter von Jessy (16 J., schwerster Hirnschädigung wegen Sauerstoffmangel), kl.Bub (1 Jahr mit schwerster Hirnschädigung, Reflux, Spastisch-steife Knie), 2 gr. Jungs - ausgezogen.


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