Andere Heilungsmethoden

Hier könnt ihr Diskussionen bezüglich religiöser Fragen und Meinungen führen - oder auch einfach über religiöse Feste wie Taufen, Konfirmationen etc. brichten. Für Familien mit besonderen Kindern haben religiöse Sitten und Gebräuche schließlich auch einen besonderen Charakter.

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Sia
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Andere Heilungsmethoden

Beitragvon Sia » 03.02.2017, 11:41

Hallo Zusammen

Ich habe gesehen, dass es schon mal einen Thread "Wunderheiler" gab. Eine solche Diskussion will ich hier nicht auslösen und wenn es doch soweit kommt, darf dieser Thread gerne geschlossen werden. Auf "Abheben" habe ich nämlich auch keine Lust und dennoch interessiert mich folgendes:

Es gibt viele Dinge, die man machen kann, die "heilen". Nicht im Sinne von Wunderheilung sondern mehr alternative Methoden, die eine Problematik unterstützen. Egal ob Reiki, energetisches Heilen, Zeichen nach Körbler, Geolen ... und so weiter ...

Diese "Therapeuten" ... "Berater" ... "Medien" ... wie auch immer sie sich nennen, arbeiten ähnlich. Jeder ist der Beste :wink: und viele machen das auch privat zu Hause ganz für sich alleine. Soweit alles gut.

Wenn ihr zu einem solchen "Therapeuten" geht und der euch glaubhaft erklärt, dass euer Kind sich genau diese Situation ausgesucht hat und nicht nur das Kind sondern die Eltern auch - wie reagiert ihr dann?

Ich meine, mein Sohn, der schwer mehrfachbehindert ist, hat sich doch diese Situation - also diese Behinderung - nicht wirklich ausgesucht? Und ich habe mir auch nicht wirklich ein behindertes Kind gewünscht.

Natürlich kenne ich Sprüche wie: die Kinder suchen sich die Eltern bewusst aus. Das kann ich ja noch verstehen. Mein Sohn und ich passen zusammen. Absolut.

Aber dieser Gedanken, dass er sich gewünscht hat, genau diese Erfahrung zu machen, mit dieser Krankheit, die er hat und ich mir das selbe gewünscht habe ... das ist doch einfach absurd.

Ich habe viele solcher "Therapien" gemacht. In meinem Umfeld (Bekannte, Freunde, Familie) arbeiten viele "so"! Ich war auch bei mir fremden Personen, um "Erfahrungen" zu sammeln und habe mich selber intensiv damit beschäftigt und auch selber "therapiert". Aber alle diese Erfahrungen haben mir nicht geholfen zu verstehen, wieso mein Sohn sich diese Behinderung gewünscht haben sollte ... wieso ein Kind eine solche Erfahrung machen will!

Aber jede "Therapie" egal, was ich ausprobiert habe, läuft genau darauf hinaus: Mein Sohn wollte diese Erfahrung machen - seine Seele hat sich das ausgesucht!

Glaubt ihr daran? Will jemand freiwillig eine solche Erfahrung machen?
Eine schöne Zeit wünscht
Sia (aus der Schweiz :wink:)
Stell' dich täglich dem Wind, dann trotzt du dem Sturm. Geh' lachend durch den Regen und du überwindest die Flut
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Kunigunde123
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Beitragvon Kunigunde123 » 03.02.2017, 11:50

Hallo Sia,
zu Heilern wie du es beschreibst kann ich nichts sagen u haben es auch noch nie genutzt.
Aber aus der allternativen Medizin nutzen wir Osteopathie und Schüssler Salze erfolgreich.
LG Kuni
ex Frühchen, EEG nach Lennox Gastaut, therapiefraktäre Epi. mit Statusneigung, ,SLC9A6c.603+3A>c:p? Neue
Variante, hypergonadotophen Hypogonadismus, dyskinetische CP, Athetose, erworbene Hüftdysplasie, non verbal, Button, immer wieder lebensbedrohliche Situationen gemeistert u PT mit FAS

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Sia
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Beitragvon Sia » 03.02.2017, 11:52

Schüssler Salze nutze ich auch!
Eine schöne Zeit wünscht
Sia (aus der Schweiz :wink:)
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Tanja2014
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Beitragvon Tanja2014 » 03.02.2017, 12:16

Hallo,
ist Dir schonmal der Gedanke gekommen, dass diese Aussage einfach ein gutes "Totschlagargument" ist, wenn es darum geht, dass die versprochene Heilung nicht eingetreten ist?
Viele Grüße
Tanja
mit B. (*2012) - Extremfrühchen, spastische ICP beinbetont GMFCS Level 1
und Wirbelwind (*2013)

Britta70
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Beitragvon Britta70 » 03.02.2017, 12:27

Hallo Sia,
der Satz "das Kind hat sich das ausgesucht" ist rational betrachtet Unsinn. Und doch ist dieser Satz, wenn auch keine Tatsache, für manche vielleicht ein Trost und eine vage Antwort auf die immer wiederkehrende Frage nach dem "Warum?". Und wenn dann dieser Satz schafft zu trösten und zu beruhigen, dann hat er indirekt doch etwas bewirkt.
Aber für diese Aussage einem selbsternannten "Heiler" Geld zahlen - niemals!
LG
Britta
Amelie (*05), hypoxischer Hirnschaden durch near-missed SIDS, Z. n. BNS-Epilepsie, Button, Tetraspastik, Tetraparese, cerebral blind, Hüftluxation links (operiert 2014), starke Skoliose (operiert 2016)

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Beitragvon Valentin2014 » 03.02.2017, 12:33

Hallo Sia,
Kein Mensch sucht sich eine oder mehrer Krankheit aus. Egal wer das auch behauptet, der lügt.
Die Erfahrung macht man, man lernt was daraus egal ob positiv oder negativ.
Aber ganz im Ernst was hat Erfahrung mit Krankheit zu tun????
Ich höre auch immer wieder, das mein jüngster Sohn uns "ausgesucht" hat. Aber im Grunde genommen soll es als Trost dienen.


LG Valentin s Eltern

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Beitragvon anke505 » 03.02.2017, 12:42

Hallo,

diese Aussage , unsere Kinder hätten sich ihre Behinderung selbst ausgesucht,
ist sowas von daneben und macht mich regelrecht wütend.

Unser Sohn hat sich nichts ausgesucht, hat die Behinderung durch einen Geburtsschaden und muß jetzt mit den Folgen leben.

Wir Eltern würden alles tun , damit er diese Erfahrung nicht machen müßte,
da das nicht geht, tun wir alles , um ihn zu fördern.

LG Anke

kati543
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Beitragvon kati543 » 03.02.2017, 12:54

Hallo,
ich unterscheide hier ganz klar zwischen einen "Wunderheiler" und einer schlichtweg anderen Art der Medizin, die eben keine schulmedizinischen Ansätze hat, aber trotzdem nachgewiesenermaßen hilft.

Ich denke hier z.B. an TCM (von professionellen Ärzten, die das auch wirklich studiert haben ausgeführt...und nicht von "Pseudo-Chinesischen-Ärzten", die mal einen Wochenendkurs belegt haben), Schüssler Salze, die guten alten "Hausmittelchen",...

Aber alle haben eines gemein: Realistische Ärzte versuchen uns gar nicht erst einzureden, dass die Behinderungen unserer Kinder mit ihrer Medizin heilbar ist. Das wäre natürlich toll, aber eben ein Wunder...womit wir dann beim Thema Wunderheilung wären ;-). Daran glaubt höchstens unsere Krankenkasse (zumindest schreibt sie das immer so optimistisch in den Bescheid für die Pflegestufe).

LG
Katrin
Katrin (Epilepsie)
O. (Frühk. Autismus (HFA), Sprachentwicklungsstörung, Ptosis, Hypotonie, AVWS, LRS, Vd. Valproatembryopathie)
D. (geistige Behinderung, Frühk. Autismus, Epilepsie, Esstörung, Trigonoceph., Hypertonie, Opticushypoplasie, Amblyopie, Mikrodeletion 3p26.3, Vd. Valproatembryopathie, Z.n. Schädelbasisfraktur)

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Beitragvon Sia » 03.02.2017, 13:00

Danke für eure Gedanken.

@Britta - ein interessanter Gedanke - Trost. Das ist gut möglich. Aber ich bin eigentlich nie wegen "Trost" dahin gegangen. Es war immer etwas ganz anderes ... jetzt gerade im "neusten" Fall, ging ich eigentlich zur Massage. Ich wollte MIR etwas gutes tun. Leider wusste ich nicht, dass diese Frau "auf diese Weise" arbeitet. Sie wurde mir empfohlen. Aber mehr als bis zum Vorgespräch bin ich dann nicht gekommen ... ich konnte einfach nicht mehr zuhören. Eigentlich ging es ja um MICH und nicht um meinen SOHN.

Geld gebe ich dafür eigentlich keines aus :wink: . Wie schon erwähnt, mein ganzes Umfeld ist auf dieser Schiene und ich werde rein freundschaftlich gratis behandelt ob ich will oder nicht bzw. bin oft auch so was wie "Übungsinstrument"! Und leider hat jeder das Gefühl, dass ich das unbedingt auch machen soll ... weil man nur so, das wahre Leben erkennen und geniessen kann. Irgendwie komme ich aus diesem Teufelskreis nicht heraus ... ich ziehe es magisch an ... und werde belächelt, wenn ich meine Meinung äussere ...

@Tanja - ja, klar. Die brauchen irgendwelche Argumente. Aber "Heilung" versprochen hat uns noch niemand. An "Heilung" glaube ich auch nicht.

@Valentins Eltern - dieser Meinung bin ich eigentlich auch. Stehe damit aber irgendwie alleine da. Deshalb komme ich auch immer wieder ins Grübeln. Bei uns hier ist das ein richtiger Boom. Jeder kann heilen ... hat eine Gabe ... Eingebungen ... ist dazu bestimmt ... auserwählt ... und was weiss ich noch alles. Ich kann mich gar nicht mehr abgrenzen. Immer wieder höre ich, dass ich mich darauf einlassen soll ... und wenn ich mich nicht dagegen wehre, werde ich erkennen, welche Gabe ich selber habe!

Passiert euch das auch, dass ihr eigentlich für euch etwas tun möchtet und dann aufgrund der Behinderung des Kindes "schubladisiert" werdet?
Eine schöne Zeit wünscht
Sia (aus der Schweiz :wink:)
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Beitragvon Sia » 03.02.2017, 13:01

@anke - bei uns ist es auch ein Geburtsgebrechen. Mich machen solche Aussagen auch wütend!
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