Mangelernährung

Hier könnt ihr Fragen rund ums Thema Ernährung stellen. Usern, deren Kinder über eine Sonde ernährt werden, möchten wir hier ebenfalls eine kleine Austauschplattform bieten.

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Naniol
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Beitragvon Naniol » 31.12.2016, 00:43

Engrid natürlich ist es ein Machtkampf ... aber ist es das nicht jetzt auch schon.
Der kleine Mann sagt was er ißt und was nicht .... prinzipiell kann man ja eine Abneigung gegen bestimmtes Essen haben .... nur in diesem Fall hört es sich nach Mangelernährung an und das wäre nicht gut.
Wie gesagt ich kenne die näheren Umstände nicht..... Trennung .... ADHS habe ich rausgelesen. Ok dann wäre es wirklich gut sich ärztlichen Rat einzuholen, da die Essenssituation wirklich ein " Hilferuf" sein könnte.
Ich hoffe man kann die Situation entschärfen oder lösen denn gut ist dann weder die Essenssituation noch der mögliche Auslöser dafür.
Viel Glück
Gruß Nicole
Nadja 07/2000 kerngesund phil 04/2011 ARHGEF9 Mutation fokale
Epilepsie, nonverbal , Entwicklungsretadierung Kleinwuchs..... ) GDB 100% aG B H Pflegegrad 4 ein lachender Sonnenschein

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Christiane81
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Beitragvon Christiane81 » 31.12.2016, 08:10

Guten Morgen,
Ich möchte doch nochmal ein wenig Diferenzieren. Eine vegane Ernährung führt nicht grundsätzlich zu einer Mangelernährung. Jede einseitige Ernährung ist ungesund, aber weder vegane noch Mischkost ist per se einseitig! Viele Menschen nehmen (zu) wenig Vitamin D zu sich, und zwar sowohl Menschen die sich vegan ernähren als auch diejenigen, die vegetarisch, nur Fisch, wenig oder viel Fleisch essen.
Genausowenig ist jeder, der keine tierischen Produkte essen möchte psychisch krank (Magersucht, sonstige Essstörung).

"Du bleibst sitzen bis Du gegessen hast" und "es wird gegessen, was auf den Tisch kommt" finde ich in diesem Zusammenhang sehr bedenklich. Auch ein sechsjähriger hat doch das Recht darauf, dass seine Ansicht ernst genommen wird? Meine Eltern haben auch versucht, mir so Kotelett nahe zu bringen. Ich verabscheue Fettränder, Bauchspeck ist mir ein Graus! Die Konsistenz und den Geschmack mag ich nicht, trotz "Du bleibst sitzen..." usw. 😉
Ich denke nicht, dass man so weiterkommt, so wird das Essen (noch mehr) zum Kampf. Und SOLLTEN psychische Probleme dahinterstecken, werden die so nicht gelöst. Im Gegenteil!
Wichtig ist doch erstmal, dass der Kleine mehr isst. Und das kann er auch vegan.
Viele Grüße
Christiane

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Tanja2014
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Beitragvon Tanja2014 » 31.12.2016, 09:55

Hallo nochmal,

also meine Schwester hat. sich auch schon im Grundschulalter entschieden, vegetarisch zu leben. Das sah dann allerdings anders aus: Sie hat sich dann damals schon Tofu-Boloignese und andere einfache Gerichte selber gekocht, wenn sie das Familienessen nicht essen wollte. Wenn ich hier aber lese, dass das Kind unter veganer Ernährung versteht, dass er bspw. nur noch trockene Brötchen zum Frühstück isst, dann geht es hier doch gar nicht um eine abwechslungsreiche vegane Ernährung. Hier scheint es doch eher um einen Vorwand zu gehen, um ganz viele Dinge nicht essen zu müssen. Ich denke Ernährungsberatung und Beratungsgespräch mit KJP klingt in diesem Fall wie ein guter Anfang.
Viele Grüße
Tanja
mit B. (*2012) - Extremfrühchen, spastische ICP beinbetont GMFCS Level 1
und Wirbelwind (*2013)

Christiane81
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Beitragvon Christiane81 » 31.12.2016, 10:14

Hallo Tanja,

Die Gefahr sehe ich genauso! Aber grundsätzlich gibt es ja Alternativen zu trockenen Brötchen, man MUSS ja keine Brötchen zum Frühstück essen. Das Kind isst laut TE keine vegetarischen Brotaufstriche oder Wurstersatz. Kann ich verdammt gut verstehen, ich finde die allermeisten auch echt scheußlich😉
Was ist denn aber mit veganem Schokoaufstrich? (Gibts auch bezahlbar). Oder eben Müsli. Das kann man im Zweifel ja auch mit Fruchtsaft mischen.
Ach man... Entschuldigt, ich labere. Ich hoffe, ich kriegs kurz hin😉: Beratung und Ursachenforschung ist auch in meinen Augen angezeigt. Gleichzeitig kann man sich ja aber auch mit veganer Ernährung und den Möglichkeiten auseinandersetzen. Das heißt ja nicht, dass es für die ganze Familie ab jetzt nur noch veganes Essen geben muss. Aber ich kann mir vorstellen, dass es der TE auch hilft und gut tut, aktiv zu werden auch in dieser Hinsicht und sich nicht nur die großen Sorgen zu machen. Nur ist das gar nicht so einfach, ich wusste z.B am Anfang gar nicht, wo ich einkaufen kann ohne ein Vermögen auszugeben.

Anjali
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Beitragvon Anjali » 31.12.2016, 10:45

Hallo,

ich selbst ernähre mich aus Gesundheitsgründen phasenweise auch immer wieder vegan, ansonsten vorwiegend vegetarisch. Mir liegt es fern, jemanden, der sich für eine vegane Ernährungsweise entschieden hat, als psychisch krank anzusehen.

Hier in diesem Fall würde ich den rigiden Lebensmittelverzicht aber schon im Kontext betrachten.
Bianca schilderte ja auch, dass ihr Sohn bestimmte Macken entwickelt habe, die mich sehr an eine Art Zwangsverhalten und/oder Kontroll- und Sicherheitsbedürfnis erinnern.
Unter diesem Aspekt (unbewusstes Kontrollbedürfnis) würde ich auch mal das Eßverhalten "anschauen" lassen.
Viele Grüße
Anja

Mutter mit Sohn (17 Jahre / Asperger-Autist)

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Beitragvon bianca111 » 31.12.2016, 11:42

Guten Morgen

vielen lieben Dank für eure zahlreichen Antworten.........................

ich habe schon probiert ihn zum Essen zu überreden ,muss gestehen das ich ihn teilweise "erpresst" habe, das geht ´nach hinten los................er verweigert dann jegliche Nahrung.............Heiligabend hatten wir Rouladen, er hat sich nicht mal an den Tisch gesetzt und dauern igitt gerufen............er hätte sie ja nicht essen müssen.............ich habe ihn dann in sein Zimmer geschickt.
Ich habe schon Hüttenkäse unter den Blattspinat gerührt, das hat er nicht gemerkt und gegessen.
Aber all das ist keine Lösung , es muss dringend etwas passieren, da immer mehr Verhaltensauffälligkeiten hinzu kommen.
ANJA.: der Aspekt des unbewussten Kontrollbedüfnis ,könnte stimmen ,danke für die Anregung

Obstsmoothis Gemüsesmoothis stelle ich selber her und süsse sie mit Agavendicksaft
wenn ich Glüchk habe probiert er mal..............

ich habe garkein spass mehr am kochen, er isst es sowieso meist nicht und wenn nur wenige Löffel
Ob die Trennung des Vaters und mir bei dem ganzen eine Rolle spielt?
Oder er wirklich überzeugt ist keine tierischen Produkte zu sich zu nehmen ??

ICH WEISS ES NICHT

lG BIANCA
Bianca mit Söhnchen geboren April 2010 Kiss Syndrom Seit November 2015 Diagnose ADHS (leider sehr ausgeprägt)

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Engrid
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Beitragvon Engrid » 31.12.2016, 12:14

Hallo Bianca,

ich finde, wie Anja, das klingt mehr nach psychischem Problem als nach reinem Problem der Ernährungsweise.

Ich würde jeden Druck rausnehmen aus der Sache, ich würde ihm auf keinen Fall tierische Produkte unterjubeln (Du riskierst Vertrauensverlust). Und den Kontrollaspekt im Auge behalten, zu Kontrollzwängen neigt mein Sohn auch. (soll heißen: Er darf bestimmen, welche Lebensmittel er nicht isst. Aber zb nicht, welche Ihr esst)

Kann aber tatsächlich sein, dass ihn zb der Geruch von Fleisch ekelt. Da kann man dann ja eine unemotionale sachliche Lösung suchen.

Essen hat viel mit Autonomie zu tun, mit Selbstbestimmung. Essen ist auch etwas sehr persönliches. Wenn ich mich in vielen Bereichen fremdbestimmt oder überrollt, überfordert fühle, dann kann ich beim Essen zumindest selber bestimmen, was, wovon, wieviel ich esse. Denn da kann einen letztlich keiner zwingen.
Und genau deshalb muss man da aufpassen, keinen Machtkampf draus zu machen, und nicht Richtung Essstörung zu driften.


Junior hat manchmal so ausgeprägte "Fastenzeiten". Was ich dann vorgebe: Es gibt keine Süßigkeiten und keine Unternehmungen, bevor er nicht was Vernünftiges gegessen hat. "Was Vernünftiges" ist eine Palette von Lebensmitteln, die er isst - da zählt auch trockenes Brot bei mir.
Das kann ich ganz sachlich und unemotional begründen. Die Entscheidung liegt dann quasi bei ihm. Wenn schon eine Mangelernährung/Unterernährung vorliegt, würde ich mir fachlich helfen lassen.

Grüße
Engrid
mit Sohn vom anderen Stern (frühkindlich autistisch)
"Wir sehen die Dinge nicht wie sie sind, wir sehen sie wie wir sind." (Anais Nin)

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Christiane81
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Beitragvon Christiane81 » 17.03.2017, 09:04

Guten Morgen,

Ich krame den Thread nochmal hoch.
Gestern war ich bei einem Street Food Festival, es gab veganen Burger. Jammi! War sehr lecker. Die mit Fleisch wohl auch, aber ich war neugierig auf den Veganen. Dabei fiel mir der Thread wieder ein (dieser Burger war leider alles, nur nich kcal- oder fettarm). Wie gehts euch denn, bianca?

Viele Grüße von einer, die immer noch satt von dem Riesenburger ist ;-)


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