aspirieren - was macht Ihr dann?

Hier könnt ihr Fragen rund ums Thema Ernährung stellen. Usern, deren Kinder über eine Sonde ernährt werden, möchten wir hier ebenfalls eine kleine Austauschplattform bieten.

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MelSch
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aspirieren - was macht Ihr dann?

Beitragvon MelSch » 21.11.2016, 07:36

Hallo!

Ich wollte mal fragen, was ihr macht, wenn eure Kinder aspiriert haben?

Mein Sohn (2 Jahre 4 Monate) hat eine Kau,-und Schluckstörung und fehlenden Schutzreflex.. Er kaut/beißt nicht ausreichend und schluckt dann riesige Brocken runter. Die stecken dann fest.
Beim Trinken verschluckt er sich auch dauernd. Da er nur Wasser trinkt, ist es nicht so schlimm.

Jedenfalls hat er sich letzte Woche wieder heftig an Keks mit Banane verschluckt und auch aspiriert. Momentan stehen wir wieder am Rand der Lungenentzündung. Allerdings bisher "nur" mit heftigem Husten, erhöhter Temperatur und ansonsten topfit.
Der KiArtz hat ihn abgehört und erstmal befunden, daß wir es ohne AB versuchen.

Geht ihr immer zum Arzt?
Gebt ihr immer AB?

Liebe Grüße!
MelSch

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Sonja40
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Beitragvon Sonja40 » 21.11.2016, 07:46

Hallo MelSch

Also ich kann dann direkt ins KH fahren,weil zu 💯% eine Aspiration
Lungenenzündung entstehen wird😣
Liebe Grüße Sonja

Sonja 21.05.72
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Beitragvon Sonja40 » 21.11.2016, 07:51

Antibiose sollte man nicht sofort und häufig geben
da der Körper Residenz wird irgendwann :?
Liebe Grüße Sonja



Sonja 21.05.72

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Beitragvon MelSch » 21.11.2016, 08:03

Hallo!

Mit AB sind wir auch vorsichtig! Ich gebe es auch nur, wenn es unbedingt sein muss! Zum Glück ist unser KiArzt der selben Meinung.
Aktuell inhalieren wir noch.

Liebe Grüße!

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Beitragvon HeikoK » 21.11.2016, 08:56

Hallo MelSCh

Keine Schutzreflexe? Kaut und Beißt nicht ausreichend ab?
Wird dem Ganzen irgendwie Rechnung getragen? Konsistenzanpassung?
Ich finde persönlich, das klingt ganz schön gefährlich. Aber ich gehe mal davon aus, das ihr therapeutisch medizinisch gut eingebunden seid.

LG
Heiko
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Sprachanbahnung, Fachtherapeut für kindliche Schluckstörungen

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Jutta mit Jonas
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Beitragvon Jutta mit Jonas » 21.11.2016, 09:16

Hallo,

Jonas war auch sehr stark aspirationsgefährdet und wurde die letzten 3-4 Jahre zu 99% über PEG ernährt.

Festes ging nie und Flüssigkeiten von Anfang an angedickt. Also alles krümelfrei, breiig und gleichmäßige Konsistenz.

Wenn Jonas "richtig" aspiriert hat, sind wir fast immer innerhalb Stunden in der Klinik gelandet und es war i.v- Antibiose nötig.
Passierte aber zu 90% nicht beim essen, sondern beim erbrechen. Und bei Krampanfällen passierten meist die großen Aspirationen.
Ich habe dann immer versucht Jonas zum Husten zu animieren und hab ihn abvibriert und bei " kleinen" Aspirationen funktionierte das auch
Aber wie bereits geschrieben bei heftige Aspirationen hat sich in wenigen Stunden das Bild einer Pneumonie gezeigt, manchmal waren wir da schon in der Klinik wegen der Epilepsie.
Aber selbst da gab es AB nur bei CRP-Anstieg, sonst hätten wir es dauerhaft geben müssen.

LG und gute Besserung
Jutta
Jonas*23.11.04 :therapieresistente Epilepsie(epileptische Encephalopathie),Z.n. rezidivierendem Status epilepticus, ICP, Skoliose,pulmonale Hypertonie, sauerstoffpflichtig,Pankreasinsuffizienz , chronische Pankreatitis, Fundoblikatio, seit 13.06.2015 gibt es den Mausebärenstern, der schönste, hellste und lustigste, aber hier fehlt das Lachen.

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Beitragvon MelSch » 22.11.2016, 08:06

Hallo!

@Heiko: Mein Sohn bekommt weitestgehend püriertes. Er hat schon gute Fortschritte gemacht und kann harte Sachen kauen (also Kekse, Kräcker - was sich dann mit Speichel auflöst). Bei Mischkonsistenzen hat er seine Probleme. Bei Nudeln mit Sauce z.B merkt er nicht, daß da was gekaut werden muss, weil er nur das Flüssige spürt. Er hat eine Wahrnehmungsstörung.
Manches kann man so klein schneiden, daß es auch in einem Rutsch runter ginge.

Wir hatten bis August 20 Std. Castillo Morales. Allerdings konnte die Therapeutin nicht mit ihm arbeiten, weil er sich nicht anfassen läßt. Wir haben jetzt Therapiepause und üben zu Hause. Wenn man ihn ans Kauen erinnert (also durchgehend...) geht es einigermaßen.

Von einer richtigen Schluckdiagnostik verspricht sich das SPZ nichts. Er kann kauen, macht es nur nicht auf Grund der Wahrnehmungsstörung. Und er macht ja Fortschritte...

Wenn er sich verschluckt, gibt er keinen Laut von sich, hustet auch nicht. Er wird panisch, schlägt mit den Armen und wird blau.

Momentan finden wir keinen KiGa, der ihn nehmen will. :cry:

@Jutta: Mein Kleiner könnte kauen. Er spürt nur die Konsistenzen nicht. Er hatte schon 4 mal Pneumonie mit AB-Gabe und schlechter Sättigung. Diesmal war es nicht ganz so schlimm.

Alles Liebe!

LG, melSch

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Beitragvon HeikoK » 22.11.2016, 08:21

Hallo Mel,

Du kennst Dein Kind am Besten.
Aber mir stellen sich die Nackenhaare auf..."wird panisch, schlägt mit den Armen und wird blau"??? Klingt nicht nach einer entspannten Esssituation...
Warum dann nicht erst glattere Konsistenzen und parallele Wahrnehmungsförderung?
Das sich das SPZ nichts von einer Schluckdiagnostik verspricht finde ich sehr schwierig...oftmals kommen solche Aussagen aus Unkenntnis heraus.
Weiß ja nicht wo ihr her kommt. Aber schon mal von Darmstadt gehört? Die PÄDY der Prinzessin Margareth Kliniken halte ich für eine gute Stelle um eine Hilfestellung für euch zu bekommen.
Wenn Essen für euren Sohn mit Panik verbunden ist (immer mal wieder) kann es sein das er irgendwann das Essen ganz einstellt um sich zu schützen.. Also bitte Vorsicht.

Gruß
Heiko
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Beitragvon Jutta mit Jonas » 22.11.2016, 09:09

Hallo,

oh ja das mit den " gemischten Konsistenzen" ist bei Schluckstörungen / Wahrnehmungsstörungen echt gefährlich.
Ich kenne das aus dem Pflegeheim: das schlimmste, was es gibt ist Reissuppe: das flüssige, salzige gemischt mit den Reiskörnern.....viele Bewohner waren am husten. Zum Glück wird mittlerweile meist alternativ eine Cremesuppe o.ä angeboten.

LG
Jutta
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Beitragvon MelSch » 22.11.2016, 14:55

Hallo!

@Jutta: Oh ja, Reis ist echt gemein! :? Diese lecker Reissuppe a la KH kenn ich auch noch. Manchmal kam's den armen Leutchen wieder aus der Nase...
Bei unserem Kleinen püriere ich Reis auch immer!

@Heiko: Das ist ein sehr schwieriges Thema! :(
Mein Sohn bekommt aktuell Ergo für die Wahrnehmung. Zu Hause mach ich auch ganz viel mit ihm.
Da er ja "Fortschritte macht und nur noch alle 2 - 3 Wochen einen Erstickungsanfall hinlegt, nehmen wir nicht einem anderen Kind den Platz in Darmstadt weg. Außerdem wird nichts rauskommen, da er ja kauen kann (organisch gesund). Außerdem ist er nicht untergewichtig und nimmt genügend Nahrung zu sich" so die aktuelle Aussage der Ärztin vom SPZ. :?

Ich lasse ihn natürlich keine Sekunde aus den Augen, weil er leider vieles in den Mund nehmen würde. Das hat er als Baby nie gemacht, das kommt erst jetzt. Er ißt auch gerne. Wenn allerdings wieder so eine schlimme Situation war, wird es sehr schwierig mit dem Essen. Ist ja klar - jedesmal Todesangst! Aber er will jetzt unbedingt vom Famillientisch mitessen... Vieles verweigert er sowieso. Alle Personen im engeren Umfeld sind informiert.
Essen ist bei uns nicht wirklich entspannt, leider.

Ich hab wahnsinnige Angst, daß ich ihm mal nicht mehr helfen kann!
Von den Therapeuten komm ich mir etwas im Stich gelassen vor...

Liebe Grüße,
MelSch


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