Führerschein und Autismus

Hier könnt ihr euch rund ums Thema Autismus austauschen.

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JasperJaspie
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Beitragvon JasperJaspie » 15.07.2017, 23:34

Hallo,

vielen Dank für die Infos, da werde ich nochmals intensiver schauen.
Mir ging es um die versicherungsrechtliche Seite, falls mal ein Unfall passiert.
Mein Sohn hat die Diagnose, aber z.B. keinen SBA.

Er ist jetzt 16, wird den aber frühestens zu 18 machen, da ich selbst auch keinen
FS habe.

Viele Grüße, Ann
Ann *1969 mit Tochterkind *1991* sowie mit Sohn Jasper *2001* Asperger-Syndrom (Diagnose Februar 2014)

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Karin2
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Beitragvon Karin2 » 04.11.2018, 20:03

Hallo Ihr,
mich würden die Kosten für einen Führerschein interessieren. In welcher Form wären die Kosten für einen Studierenden ohne SBA absetzbar?
LG Karin

rena99
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Beitragvon rena99 » 05.11.2018, 09:27

Karin2 hat geschrieben:Hallo Ihr,
mich würden die Kosten für einen Führerschein interessieren. In welcher Form wären die Kosten für einen Studierenden ohne SBA absetzbar?


Das stelle ich mir schwierig vor. Das wird nur dann funktionieren, wenn der Führerschein beruflich unverzichtbar ist (bei Studenten schwierig zu begründen) bzw. wenn der Führerschein behinderungsbedingt für eine Teilhabe unverzichtbar ist:

https://www.finanztip.de/aussergewoehnl ... lastungen/
https://www.vlh.de/arbeiten-pendeln/pen ... etzen.html

LG
Rena
Rena mit Tochter (V.a. Autismusspektrumsstörung, Zwangsstörung)
"Jeder Zwang ist Gift für die Seele." (Ludwig Börne)

Lina Mare 67
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Beitragvon Lina Mare 67 » 06.11.2018, 06:15

Hallo,

bei meinem Sohn ist der Führerschein so ca. auf 4800 € gekommen, inklusive aller Prüfungs und Anmeldegebühren.
Er hatte allerdings auch an die 70 Fahrstunden und hat für die ganze Aktion knapp 1 1/2 Jahre gebraucht. Er hat fie Theorie nach ca. einem halben Jahr gemacht und auf Anhieb bestandenen. Zeitgleich hatte er auch schon Fahrstunden, die er danach intensiviert hat.
Es hat zwar gedauert, dafür hat er die Fahrprüfung ebenfalls sofort bestanden.
Das Ganze war eine echt teure Angelegenheit, aber es hat sich gelohnt. Zu seiner Ausbildungsstelle fährt er jetzt täglich fast 30 km. Mit öffentlichen Verkehrsmitteln wäre diese nur sehr schwer erreichbar.
Ich wäre aber gar nicht auf die Idee gekommen, dass die Kosten für den Führerschein jemand übernimmt.
Noch eine Info am Rande, wir wohnen in einer Gegend, wo die teuersten Fahrstunden des Landes üblich sind ( um die 34 Euro Normalfahrt, Sonderfahrten um die 44 Euro)

Liebe Grüße Lina

GabySP
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Beitragvon GabySP » 06.11.2018, 13:01

Hallo Lina,

so teuer waren eure Fahrstunden gar nicht. Wir haben 46€ für die Normal- und 49€ für die Sonderfahrten gezahlt. Hinzu kamen knapp 500€ für das verkehrspsychologische Gutachten. Wir haben uns an die Stellungnahme des Bundesverbandes Autismus gehalten und den Autismus angegeben. Dafür sind wir jetzt auch auf der sicheren Seite. Aber es hat sich gelohnt, Sohn hat den Führerschein und sein Selbstwertgefühl ist steil nach oben gegangen,

LG Gaby
Asperger-Sohn, 01/2000

Lina Mare 67
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Beitragvon Lina Mare 67 » 06.11.2018, 14:38

Hi Gaby,o

mein Sohn hat seine endgültige Diagnose erst danach erhalten. Er war gerade mitten in der Testung und hatte am letzten Tag der Tests, am nächsten Tag seine Prüfung, natürlich hat er das dort erzählt.
Sie haben ihm noch viele Glück gewünscht, aber auch keine Bedenken geäußert. In der Fahrschule hatte er das Thema auch angesprochen , ausser dass er mehr Zeit benötigt hat, um die Routinen zu verinnerlichen haben die auch kein direktes Problem gesehen. Ein Schulfreund von ihm mit Autismusdiagnose und Epilepsie hat auch den Führerschein gemacht ohne verkehrspsychologisches Gutachten.

Manchmal verstehe ich nicht, warum da so ein Aufriss gemacht wird, mein Sohn ist ein sehr verantwortungsbewusster und gewissenhafter Fahrer, vielleicht ein bisschen zu vorsichtig. Aber wenn ich da so andere Gleichaltrige übers Land brettern sehe, frag ich mich was da besser ist. Da leiden viele an grenzenloser Selbstüberschätzung

Ich kann mir übrigens sehr gut vorstellen wie wichtig der Führerschein für deinen Sohn war, seh es ja an meinem eigenen.

Liebe Grüße Lina

GabySP
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Beitragvon GabySP » 06.11.2018, 14:50

Hallo Lina,

das war auch gar nicht als Vorwurf gedacht. Wir haben die Diagnose seit 10 Jahren und haben uns halt auf das Gutachten eingelassen.
Ich gebe dir Recht,was das Gebrettere von vielen neurotypischen Jugendlichen angeht. Auch mein Sohn fährt gewissenhaft. Rot ist rot und 30 ist 30. Da mag die autistische Sichtweise tatsächlich mal von Vorteil sein.

LG Gaby
Asperger-Sohn, 01/2000

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Karin2
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Beitragvon Karin2 » 06.11.2018, 22:09

Danke für die Antworten,
die Kosten sind schon beachtlich, hätte ich nicht so gedacht. Weitere Erfahrungswerte höre ich gerne.
LG Karin

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LunaBluna
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Re: Führerschein und Autismus

Beitragvon LunaBluna » 14.07.2019, 13:28

Vielen Dank Kaja. Das Asperger Syndrom steht auch gar nicht in der Liste.


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