Ständiges Erbrechen, habt ihr einen Rat?

Hier könnt ihr Fragen rund ums Thema Ernährung stellen. Usern, deren Kinder über eine Sonde ernährt werden, möchten wir hier ebenfalls eine kleine Austauschplattform bieten.

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Gudrun
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Ständiges Erbrechen, habt ihr einen Rat?

Beitragvon Gudrun » 18.12.2004, 16:36

Hallo,

ich hab ein großes Problem. Valentin wird ja komplett über die PEG ernährt. Zur Zeit mit Milch von Novalac, speziell gg. Blähungen. Genau diese sind sein Problem, aber auch allgemein die Verdauung. Denn jedes Mal erbricht er sich dabei und ich muss ihn wieder absaugen, weil er es ja nicht wieder runterschlucken kann. Wenn ich die Milch anschließe fängt er schon nach wenigen Minuten an zu weinen. Diese Probleme hatte er auch schon bei der Muttermilch, die ich die ersten 5 Monate abgepumpt habe.
Ich habe überlegt ob ich die Milch mit irgendwas andicken kann. Habe allerdings auch Angst, dass er sich daran erst richtig verschluckt, wenn er das dann erbricht. Vielleicht habt ihr ja Tipps.
Alle Ärzte die ich bisher gefragt habe, zucken nur mit den Schultern, können es auch nicht verstehen, schieben es auf die 3-Monats-Kolik und meinen dass es auch daran läge, dass er nicht strampeln könne. Aber einen wirklichen Rat gab es noch nicht. Außer halt die oben genannte Nahrung, die sich allerdings bei der Zubereitung, wenn man sie schüttelt, anhört als ob Brausepulver drin wäre. Da mache ich dann immer Tropfen rein, dass der Schaum verschwindet.
Vielleicht habt ihr ja Tipps, was gut verträglich ist, womit ich die Milch andicken kann. Valentin ist jetzt 6 Monate, da kann man ja schon einiges zu geben.

Viele Grüße von Gudrun

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Sabine
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Beitragvon Sabine » 18.12.2004, 20:30

Hallo Gudrun,

Jan-Paul hat als Baby auch eine spezielle Pre-Nahrung gegen Blähungen bekommen. Ich weiß jetzt allerdings nicht mehr, wie diese Milch hieß. Man kann sie ganz normal in der Drogerie kaufen. Sie steht dort bei der Babynahrung. Jan-Paul hat zwischendurch auch immer mal wieder Sab Simplex bekommen - das sind spezielle Tropfen gegen Blähungen.
Für das Andicken der Milch kann du einige Schmelzflocken (extra für Babys, sie schonen den Magen und sind leicht verdaulich) hineintun.
Leider kenne ich mich mit Sondenernährung nicht aus und weiß daher nicht, ob dies alles auch sondiert werden kann. Hast du schon mal bei www.sondenkinder.de reingeschaut? Dort könnte man dir bestimmt auch einen Rat geben.

Lieben Gruß,
Sabine
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Jan-Paul (10/01), schwer mehrfachbehindert ohne Diagnose, Tim-Henrik (03/05), Lea-Kristin (01/11)
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Karin K.
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Beitragvon Karin K. » 19.12.2004, 10:29

Hallo Gudrun!
Wir haben mit unserem Stefan schon jahrelange PEG-Sondenerfahrung. Stefan hat auch von Anfang an oft und viel erbrochen. Stefans Nahrung wurde in der Säuglingszeit immer mit Reisschleim eingedickt. Den bekommt man überall dort, wo es Säuglingsnahrung gibt, zu kaufen. Die meisten Kinder vertragen den Reisschleim sehr gut, da er leicht verdaulich ist. Diese Flocken muss mann dann aufkochen und anschließend mit der Babynahrung vermischen. Uns wurde in der Klinik immer genau "vorgeschrieben" wie stark wir die Nahrung eindicken sollen. Später verwendeten wir dann Nestargel zum Eindicken. Das bekommt man in der Apotheke. Das brauch man nur mit der Nahrung verrühren. Aufkochen ist nicht erforderlich. Die erreichte Konsistenz bleibt auch über längeren Zeitraum gleich.
Das war aber auch keine optimale Lösung, da Stefan, obwohl er ansich keine Schluckstörung hatte, immer wieder Erbrochenes eingeatmet hat. Das wiederum löste dann schwere Lungenentzündungen aus.

Leider war bei Stefan der Reflux aber so extrem, dass dieser dann mehrmals operativ unterbunden werden musste (Fundoplicatio). Seither kann Stefan absolut nicht mehr erbrechen. Ist zwar manchmal ein Problem, aber da wir ja die Sonde haben, überstehen wir auch Magen-Darm-Infektionen relativ gut.

Hat dein Sohn einen Reflux? Wenn ja, dieser kann sehr starke Schmerzen in Verbindung mit der Nahrungsaufnahme (auch bei Sondenernährung) verursachen.
Stefan hatte von Geburt an Probleme damit, nur dauerte es auch einige Monate, bis die Ärzt draufgekommen sind.

Aber auch ich kann dir sehr empfehlen, mal bei www.sondenkinder.de nachzuschauen. Man bekommt da echt tolle Tipps.

Liebe Grüße aus der Steiermark sendet

Karin und ihre Rasselbande

P. S. Falls du noch Fragen an mich hast, melde dich. Wir haben schon so manche Krisen mit unserem "Sonden-Kind" gemeistert und im Laufe der Jahre einiges an Erfahrungen, was Problemlösungen angeht, zusammengesammelt.
mit Stefan geb. 02/99 (div. Fehlbildungen am Verdauungstrakt, intestinale Resorptionsstörung, Gedeihstörung, langzeitparenterale Ernährung, PEG-Sonde, ..., Hochbegabung), sowie Simon geb. 05/96 und Sebastian geb. 03/03

ehemalige Userin

Beitragvon ehemalige Userin » 19.12.2004, 15:49

Hallo Gudrun,
kann es sein, dass dein Sohn auch an einem Reflux leidet? (Sodbrennen, saurer Magensaft gelangt in die Speiseröhre).
Maya hat mit 3 Monaten angefangen zu krampfen. Hat sich rausgestellt, dass sie an einem Reflux leidet, der von Sandifer-Sydrom begleitet wird (Kind fangt durch Sodbrennen an, sich zu verkrampfen).
Wir haben Maya dann für 6 Monaten stets höher gelagert (im Bett und auch auf dem Boden) und gaben ihr (nach ärztlichem Rat) nach jeder Mahlzeit Gelusil (allerdings nur 1-2 ml / Mahlzeit). Bekommt man in jeder Apotheke.
Hoffe, das hilft dir ein bischen weiter, kenne mich nur mit "Kurzzeitsonden" aus.
Alles Liebe
Myri

Susekie
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Beitragvon Susekie » 20.12.2004, 00:50

Hallo Gudrun!

Ich habe eben Deine Vorstellung und Deinen Beitrag hier entdeckt. Auf Deine Vorstellung werde ich auch noch antworten, aber wahrscheinlich nicht mehr heute Nacht.

Also, unserem Tobias wollte man damals einen Reflux "andichten" (mittlerweile weiß ich, daß er sogar "krankheitstypisch" wäre - siehe unsere Vorstellung), das hat sich aber nicht bestätigen können. Als Tobi ungefähr so alt war wie Valentin, befand er sich ja noch im Krankenhaus. Dort hieß es, er habe bestimmt einen Reflux, weil er ja "so oft spucken" würde! Naja, er hatte 6 Monate lang eine Nasensonde und so, wie die Schwestern teilweise sondiert haben, war fast klar, daß die ebenfalls "sondierte" Luft zur Spuckerei führen mußte. Mit der Buttonanlage wurde das dann etwas besser, obwohl er schon noch eine gewisse Neigung dazu hatte (meistens war dann aber das viele Sekret im Nasen-Rachenraum schuld, das ihn zum würgen brachte und auch heute noch dazu bringen würde).
Zuhause, als Tobias dann 9 Monate alt war, wollte ich mit dem Abpumpen aufhören. Bis dahin hatten wir in die Muttermilch schon Frühkarotten aus dem Gläschen oder auch Birne, ebenfalls aus dem Gläschen, hineingemixt. Das mit dem Hineinmixen von Karotten hatte man im Krankenhaus eher gegen unseren Willen schon begonnen, als Tobias knapp 3 Monate alt war. Naja, jedenfalls scheiterte der Versuch, auf Flaschennahrung umzustellen, weil sich dabei eine ziemlich heftige allergische Reaktion zeigte, die wegen der ohnehin vorhandenen Gerätschaften zum Glück nicht lebensbedrohlich wurde (sofern man einen Puls von >200 "akzeptiert").

Wir haben mit etwas Hin und Her schließlich entschieden, es mit sinlac-Brei von Nestle zu probieren - der ist kuhmilch- und sojaeiweißfrei, schmeckt gaaanz süss und hat viele Kalorien, aber auch viele Nährstoffe. Hinzu gab es dann wieder kleine Mengen an Birne und karotten und mit der Zeit noch andere Gläschen. Wenn man den Brei anrührt, solange das Wasser noch ziemlich heiß ist, dickt er nicht ein, sondern bleibt flüssig, so daß man selbst vollkorngläschen (muß ja noch nicht unbedingt sein) mit hineinrühren und trotzdem sondieren kann.
Statt Karotten habe ich bei meiner "sondenfreien" Tochter später Pastinaken gegeben - die haben nicht so häßliche Flecken verusacht und waren supergut verdaulich! Hätte ich davon gewußt, wäre ich bei Tobi auch umgestiegen!

Mit Blähungen hatte Tobias eigentlich nie Probleme (die Luft hatte er ja schon "vorher" ausgespuckt), nicht einmal zu Muttermilch-Zeiten. Nur kurzzeitig, als er in der ich-will-aber-nicht-mehr-stillen-Phase für ein paar Tage aus der Not heraus alfaré von nestle bekam, hatte er offensichtliche Bauchschmerzen, ich denke, auch und vor allem Blähungen, drum sind wir dann "testweise" auf sinlac umgestiegen und haben bis heute keine Probleme, obwohl sich die Kuhmilchallergie mittlerweile verflüchtigt hat!

Aber wie sieht es denn bei Valentin gewichtsmäßig aus??? Tobias war lange Zeit immer sehr dünn (allerdings ist er auch schon immer sehr groß gewesen), hat aber im Krankenhaus im Vergleich zu "gesunden Babys" viel, viel weniger Nahrung bekommen - da bekamen die nicht mehr ganz so kleinen Frühchen teilweise mehr als er mit 3-4 Monaten! Zuhause hat er dann nach einigen Mengenerhöhungen erstmal zugenommen, was auch bitter nötig war. Heute ist er wie schon früher sehr, sehr lang, außerdem sehr schlank, aber allenfalls knapp "untergewichtig" - seine inzwischen 25 kg reichen mir allerdings völlig!!!

Oh...da fällt mir gerade auf, daß Du vom "anschließen" der Milch sprichst: wir haben noch nie über Pumpe sondiert, sondern immer von Hand, und wir haben seine Mahlzeiten schon immer in zwei Hälften aufgeteilt, aber wir konnten eine Hälfte auch immer relativ schnell - und nicht im Schneckentempo - sondieren, so daß eine Pumpe eigentlich überflüssig ist (er bekommt auch nur 4 x am Tag "Essen").
Merkwürdig finde ich, daß Valentin schon kurz danach mit dem Weinen anfängt...habt ihr es mal ohne Pumpe versucht?

Und strampeln konnte Tobias auch nicht, der hat sich ja anfangs so gut wie überhaupt nicht bewegt, aber Bauchweh deswegen? Nee..Fehlanzeige! Wir bzw. die Schwestern im Krankenhaus haben ihn sogar relativ flach im Bett gelagert, in Wippe oder Maxi-Cosi hat er mit 6 Monaten nur sehr selten gesessen - er wäre auch sofort zur Seite gekippt, wenn kein Halt da war.

Hat man denn bei Valentin mal in Richtung Reflux geschaut bzw. untersucht? Bei Tobias wurde damals eine Ph-Metrie gemacht, die - obwohl der Oberarzt Stein und Bein geschworen hätte - gerade KEINEN Reflux feststellen konnte, zumindest keinen, der im Alter von 4-5 Monaten "typisch" wäre! Wir haben die Untersuchung nie wiederholt, allerdings auch keinen Anlaß dazu.

Uff...so, jetzt soll es aber gut sein...sorry für den Roman! ;-)

Lieben Gruß,
suse

Martin
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Beitragvon Martin » 20.12.2004, 08:22

Hallo,

Bei Vera wird wegen Reflux das Bett beim Essen (PEG) schräg gestellt.

Medikamentös wurden folgende Maßnahmen ergriffen
(schlag mich nicht, wenn die Medikamente falsch geschrieben wurden):

1.) Tablette Antra Mups morgens

2.) 5 ml Gabiscon nach dem Essen in die PEG, vorsicht, mit Tee gut nachspülen, damit PEG nicht verklebt

Damit kommt Vera relativ gut klar

Gruß Martin

Gudrun
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Beitragvon Gudrun » 26.12.2004, 18:21

Hallo,

vielen Dank an Euch für die Ratschläge.

Valentin bekommt jetzt gerührte statt geschüttelte Milch. Und zusätzlich seit drei Tagen, 2x tgl. Reisflocken in die Milch. Es geht ihm viel besser,er erbricht fast gar nicht mehr und der Brei bekommt ihm sehr gut.

Ich bin sehr froh, nun muss er sich nicht mehr so quälen. Hoffentlich bleibt es so.

Im SPZ wurde mir schon empfohlen Sondennahrung von der Fa. Pfrimmer zu versuchen. Das möchte ich ja gar nicht. Valentin soll doch möglichst "normale" Nahrung auch per PEG bekommen.

Liebe Grüße von Gudrun
Valentin 19.06.04 - 15.04.2006, Myopathie,V.a.Carey-Fineman-Ziter-Syndrom, schwerst-mehrfach-behindert, PEG, Hüftluxationen bds., Fußfehlstellungen und Livia *14.11.05, Marlene *16.06.2008, Luise *26.10.2010

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Semmal
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Beitragvon Semmal » 22.02.2005, 10:19

Hallo Gudrun ich weiß nicht ob man diese Nahrung auch über die Sonde geben kann, Saskia hatte das gleiche Problem am Anfang bekam sie ja die Frühgeborenen Nahrung da ich keine Muttermilch mehr hatte und im Krankenhaus hat man sie dann auf Aptamil Ar umgestellt.
Saskia,Melissa 07.02.2003 extreme Frühgeburt 680g schwer 30,5 cm groß,bzw klein. 2 1/2 Jahre entwicklungsverzögert


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