Diagnose: expressive Sprachentwicklungsstörung

Hier könnt ihr euch rund ums Thema Sprachverzögerung/Sprachstörung austauschen und Erfahrungen bezüglich UK (unterstützter Kommunikation) weitergeben. Logopäden dürfen natürlich auch gerne hier Tipps geben!

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MarinaH
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Beitragvon MarinaH » 10.04.2018, 10:47

Hallo!

Eine Epilepsie ist eine seltene Ursache einer Sprachentwicklungsstörung. Wir haben auch schon Kinder mit Sprachentwicklungsstörung zum EEG geschickt, allerdings nicht alle- SES sind ganz häufig, da muss man schon etwas genauer filtern. Wenn man sich näher mit Epilepsie befasst, stellt man fest, dass sich die Experten absolut nicht einig sind, wann man einstellt und wann nicht. Das muss man im Einzelfall mit einem Neuropädiater klären. Manche Kinder werden mit Antiepileptika besser, sowohl in der Sprache als auch in der übrigen Entwicklung, andere nicht.

Aber nochmal zurück zur Ursprungsfrage: Wenn es eine rein expressive Sprachstörung ist- nur das und keine anderen "Baustellen"- ist die Prognose meistens gut! Man muss also bei einem Dreijährigen keine Angst haben, dass die Sprache nicht mehr kommt. (Was nicht heißen soll, dass man keine Logopädie verordnet!) Wirkt die Therapie nicht, muss man weiter suchen (das ist bei uns ein häufiger Vorstellungsgrund). Manchmal gibt es außer der Sprache noch ein anderes Problem, manchmal braucht das Kind auch nur noch Zeit- nicht jedes Problem ist nach 60 Therapiestunden behoben.

Also: Abklären ja, Therapie zur Hilfe und Geduld- manche Kinder brauchen mehr Zeit zum Sprechen lernen. Lasst Euch nicht verrückt machen, wenn es langsam geht, schaut lieber in Ruhe, was man noch machen kann oder ob es vielleicht auch so reicht. Es nützt ja weder Eurem Kind noch Euch, wenn ihr laufend Termine und Tests habt.

LG Marina
Kinderärztin im SPZ

Sheila0505
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Beitragvon Sheila0505 » 10.04.2018, 11:43

Hallo Marina, kann man denn in etwa ein Alter benennen, in welchem sich letztendlich herauskristallisiert ob ein echtes Störungsbild wie Dysarthrie, Sprechapraxie/VED vorliegt oder nicht? Wie alt sind denn in etwa jene Kinder, welche solche Diagnosen bekommen?
3 Jahre ist wohl noch zu jung, aber mit 4J? 5J?

Wir machen uns schon Sorgen, einfach weil wir um die Hirnblutungen (II&III mit Parenchymbeteiligung) wissen und Wahrnehmungsstörungen und motorische Schwierigkeiten hinzukommen, er allgemein entwicklungsverzögert ist...

Liebe Grüße, Sheila

Angela77
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Beitragvon Angela77 » 10.04.2018, 12:51

Hallo MarinaH,
rein interessemäßig gefragt:
Warum nicht jedes Kind mit SES routinemäßig einmal zum EEG? Tut nicht weh und ist nicht exorbitant teuer, oder?
Unser SPZ macht das meines Wissens nach :wink: Dass bei Bene die Epi so spät erkannt wurde, war - wie beschrieben, eine Verkettung unglücklicher Umstände ...
LG
Angie
Bene (2008): regressiver Autismus, schwerste expressive Sprachentwicklungsstörung (bei sehr gutem Sprachverständnis!), Bildung von Casiomorphin und Gliadorphin
Vorstellung plus Diäteffekte:
http://www.REHAkids.de/phpBB2/ftopic73493.html

Primär nächtliche Epilepsie im motorischen Sprachzentrum (leider erst erkannt im März 2015!!!)

Nadine2611
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Beitragvon Nadine2611 » 10.04.2018, 14:58

Vielen lieben Dank für eure Antworte!
Es ist schon sehr beruhigend zu wissen das wir mit unserem Problem nicht ganz alleine sind und etwas beruhigter bin ich nun auch, denn unser Sohn ist wirklich erst drei.... ich hoffe sehr das wir mit der Logopädie und anschließend beim SPZ weiterkommen.

Liebe Sheila, könntest du mir weitere Infos zu der Vorgehensweise mit dem Gestüt zu kommen lassen? Was soll hier genau gemacht werden, bzw. möchte man damit erreichen? Unser Sohn liebt Pferde, wir haben direkt nebenan einen Pferdehof, vllt gibt es ja noch eine Möglichkeit an die ich noch nicht gedacht habe.

Ich habe mich ganz lange Zeit sehr verrückt machen lassen, das überträgt sich alles auf das Kind, daher versuche ich im Moment nur die nötigsten Termine wahr zunehmen....


Liebe Grüße

Nadine2611
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Beitragvon Nadine2611 » 10.04.2018, 15:00

Hallo MarinaH, danke für Ihr Bemühungen 🙂 sie haben mich beruhigt, manchmal sieht man als Mama vieles auch schlimmer als es vielleicht ist


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