Konfirmation für Grenzgänger

Hier könnt ihr Diskussionen bezüglich religiöser Fragen und Meinungen führen - oder auch einfach über religiöse Feste wie Taufen, Konfirmationen etc. brichten. Für Familien mit besonderen Kindern haben religiöse Sitten und Gebräuche schließlich auch einen besonderen Charakter.

Moderator: Moderatorengruppe

JohannaG
REHAkids Urgestein
REHAkids Urgestein
Beiträge: 2303
Registriert: 03.07.2013, 21:33
Wohnort: Bayern

Beitragvon JohannaG » 21.12.2013, 19:17

Heike, ja natürlich stimme ich dir zu, ich finde auch, daß es möglich gemacht werden sollte. und ich finde, manche Kollegen machen es sich sehr leicht. Ich bitte dennoch um Verständnis...

Ich glaube, vielen Kollegen würde es leichter fallen, wenn Eltern von sich aus Hilfe bei der Vorbereitung und Planung anbieten würden. Denn wie gesagt, wir sind keine Sonderpädagogenm und sofern man nicht selber ein behindertes Kind hat, haben die meisten von uns kaum Erfahrung. Da kommen einfach auch Berührungsängste.

Ich kann daher nur jedem Mut machen, zur eigenen Gemeinde zu gehen, sehr offen zu sein, aber auch von Anfang an Unterstützung und Zusammenarbeit anzubieten. Ich vermute, daß dann viele schneller zusagen würden (nicht alle, Deppen gibts halt leider auch in der Kirche...). Ehrlich, als ich damals mein Dreiergrüppchen hatte - ein Autist mit GB, ein schwermehrfachbehindertes Mädchen mit Sjögren-Larsson-Syndrom und ein geistig behindertes Mädchen ohne Dioagnose - da hab ich auch erst mal geschluckt, und dann den Eltern erklärt, daß ich gern bereit wäre, es zu probieren, aber daß ich ihre Hilfe bräuchte. Ohne das hätte ich mir das auch nicht zugetraut (damals hatte ich auch noch kein behindertes Kind... das heißt, doch, schon, aber wir wußten noch nicht, daß es behindert ist...)

Außerdem - wie so oft - man liest hier meistens die Problemfälle. Wer psotet denn wenns gut gelaufen ist? Das soll nun keine Selbstrechtfertigung sein, aber das bitte auch mitbedenken :-)

LG Johanna
Johanna, *73, Morbus Bechterew;
C., (w), 11/2004, adoptiert, FASD, Bindungsstörung, lernbehindert, juvenile Polyarthritis;
J. (m) 01/2008, adoptiert, ADHS; Depressionen und ???,
M. (w) 01/2012 FG bei 23+6 SSW, Kleinwuchs, GÖR, Nahrungsmittelallergien, leichte ICP, Schielen, Weitsichtigkeit, allg Entwicklungsverzögerung

Werbung
 
Sandra73
Stamm-User
Stamm-User
Beiträge: 316
Registriert: 07.11.2008, 20:51
Wohnort: Bremen

Beitragvon Sandra73 » 21.12.2013, 20:34

Hallo,

Wir kommen auch aus Bremen und haben unseren Sohn, geistig behindert, dieses Jahr konfirmieren lassen. Die zwei Jahre Konfus waren für alle Beteiligten ein voller Erfolg! Mike ist mit großer Begeisterung mit seiner Patentante zum Unterricht gegangen und die ev Kirche hat eine extra Mitarbeiterin für die Integration behinderter Jugendlicher im Konfus, die alle sehr unterstützt hat. Unser Pastor war sehr sehr motiviert und interessiert. Der behinderte Sohn meiner Freundin hat dieses Jahr mit dem Konfus begonnen und sie ist auch sehr begeistert.

@LeonHB die bremisch ev Kirche hat im März einen Projekttag zu genau diesem Thema, wir als beteiligte Eltern sind eingeladen worden, um unsere Erfahrungen mitzuteilen. VIelleicht wäre das ja eine Möglichkeit für dich! dir Gehör zu verschaffen.

Ganz liebe Grüße, Sandra
PS, *99, Gb,ADHS, seit 2017 Diagnose frühkindlicher Autismus,Epilepsie
PT, *02, PTBS

LeonHB
Stamm-User
Stamm-User
Beiträge: 251
Registriert: 27.04.2013, 16:27
Wohnort: Bremen

Beitragvon LeonHB » 22.12.2013, 22:55

Hallo Sandra,
danke fuer den Tipp.
Melde mich per PN

Benutzeravatar
MartinaSoPäd
Professional
Professional
Beiträge: 1147
Registriert: 25.09.2008, 13:23
Wohnort: Berlin

Beitragvon MartinaSoPäd » 22.12.2013, 23:01

Huhu!

ich bin in Volmarstein konfirmiert worden - inklusiv. Wir hatten diverse körperbehinderte Konfirmanden dabei. In der Gruppe nach mir waren sowohl geistig behinderte Jugendliche dabei als auch schwerst mehrfachbehinderte oder körperbehinderte Jugendliche ohne Sprache, ohne Talker. Ging alles. Unterricht wurde angepasst, Anforderung an die Konfirmanden ebenso (Liedtexte auswendigkernen bei Jugendlichen, die nur über ja/nein kommunizieren ist Quatsch).

Es geht also alles.

Und sollte normal sein! Trairig, was ihr teilweise zu hören bekommt...

Martina
Martina (*81)
Zur Zeit in Elternzeit
Selber Reizdarm, V.a. Asperger
Tochter R. (*05.15) (Medulloblastom 5.19 entfernt, Bestrahlung ab 6.19)
Sohn C. (*29.8.18)

Heike**
Stamm-User
Stamm-User
Beiträge: 837
Registriert: 05.05.2010, 16:32
Wohnort: Norddeutschland

Beitragvon Heike** » 23.12.2013, 08:58

Hallo Martina,

genauso ist es :) (hin- und wieder fehlt mir der "gefällt mr Button" ;) .
Unser Sohn hat nur wenig Sprache und benutzte in Bangkok in der Schule (englischsprachige behindertengerechte Schule) ein englischsprachiges UK App auf dem iPad. Dadurch das er ein iPad hatte, kamen die Pfarrer auf die Idee ob es nicht auch Bibel Apps gebe. Es gibt sie haufenweise.
Und immer, wenn etwas für den Unterricht gelernt werden musste, dem J-P absolut nicht folgen konnte und wo man dann auch mal Ruhe brauchte, hat er sich die Bibelapps (Bibelgeschichten) angehört und angesehen. Mit Kopfhörer. Hat gut geklappt.

Falls also ein Elternteil ein iPad hat, kann man auch dieses evtl. mit in den Unterricht einbeziehen.

Wenn J-P heute Bilder von seiner Konfirmation sieht, ist er immer ganz begeistert und er war wohl auch der Konfirmant, der gerne einen Konfirmationsunterricht ohne Ende gemacht hätte.
Zu dem Unterricht möchte ich auch gerne noch sagen.
In Bangkok geht der Unterricht nur über 8 Monate (dadurch bedingt, dass die Familien meist im August kommen und im Juni wieder wegziehen), alle 2 Wochen Samstags v. 10 - 16 Uhr.

Lg Heike
Unser besonderes Kind wurde 1997 als Frühchen geboren und hat nach einer Hirnblutung eine Cerebrale Mehrfachbehinderung. Er ist Shunt versorgt und spricht nur wenig. Wir haben noch eine große, gesunde Tochter.


Zurück zu „Religion/Spirituelles“

Wer ist online?

Mitglieder in diesem Forum: 0 Mitglieder und 16 Gäste