Ulrike mit Leonie (therapieresistente Epilepsie)

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UlrikeE
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Ulrike mit Leonie (therapieresistente Epilepsie)

Beitragvon UlrikeE » 19.10.2013, 23:04

Hallo,

schon so manche schlaflose Nacht, kurz vorm Durchdrehen, habe ich hier Ablenkung, Hoffnung und das Gefühl bekommen, nicht allein zu sein, mit meinem Kummer. Denn bei aller Liebe für meine Püppi, manchmal bin ich einfach nur noch verzweifelt :? Aber bevor ich hier rumjammere, stell ich uns mal kurz vor.

Wir sind eine vierköpfige Familie aus Berlin. Unsere Püppi ist 2006 5 Wochen zu früh aber fit wie ein Turnschuh geboren. Sie kam mit beidseitem Klumpfuss auf die Welt, wobei einer sich mit Massagen korrigieren ließ, während der andere sofort eingegipst wurde und im Alter von 2,5 Monaten operiert werden musste. Danach gab es noch 6 Wochen Gips und dann eine Schiene sowie wöchentlich Physiotherapie. Die erste Zeit hatten wir noch mit Schlafapnoen zu kämpfen, aber das war auch vorübergehend.

Mit ca. 11 Monaten bekam Leonie Neurodermitis Ihre Haut war trotz ständigem Eincremen eine Katastrophe und sie kratze sich besonders nachts richtig blutig. Rotaviren mit 2 Jahren, Ca. zwischen dem 12-15. Monat eine Mittelohrentzündung mit Antibiotikabehandlung
Mai 2009: Windpockenimpfung, Ende August 2009: Infekt mit Fieber
Ab dem 4. Lebensjahr (Ende 2009/ Anfang 2010) häufige Infekte, insbesondere Bronchitis.

Anfang 2010 begann Leonie unruhig zu schlafen (manchmal Alpträume, nächtliches Weinen und einnässen). Wir haben es anfangs für einen Ruf nach Aufmerksamkeit gehalten, da Leonie im August ein Brüderchen bekommen hat und sich dadurch natürlich auch für sie viel verändert hat.

Dazu kam, dass der sehr kalte Winter ihre Haut stark austrocknete und sie auch noch durch das Jucken schlecht schlief. Daher verschrieb uns im Februar die Kinder-Ärztin (Dr. Arend) Fenistiltropfen, die den Juckreiz unterdrücken sollten. Das klappte auch gut. Ca. 2 Wochen nach der ersten Gabe des Fenistils begann Leonie verstärkt zu sabbern. Erst gingen wir davon aus, dass das eine Reaktion auf die Tropfen wäre, aber das schloss die Ärztin aus, zumal auch das Absetzen der Tropfen diesbezüglich keine Besserung brachte.

Die nächsten Wochen beobachteten wir vermehrt Speichelfluß und eigenartige „Zustände“, die wir erst jetzt im Nachhinein als Anfälle erkennen. Ich war mehrfach bei der Kinderärztin, die sich das auch nicht erklären konnte, die Vermutung lag auf Reflux. Deshalb bekamen wir eine Überweisung ins Vivantes Friedrichshain zur Gastroentologischen Kindersprechstunde. Auf diesen Termin mussten wir fast einen Monat also bis mittlerweile Mai warten. (Ärztin war Dr. Ute Kloss)

Es wurde ein Atemtest gemacht auf Heli-Bakterien, der negativ war. Und ein Termin für eine Magenspiegelung gemacht. Dieser musste dann zweimal verschoben werden, weil Leonie mehrfach akute Bronchitis hatte und die Kinderärztin vom Eingriff abriet, wegen der Narkose.

Zwischenzeitlich verschlechterte sich Leonies Sprachvermögen zusehends, was wir als Laien auf die permanente „Sabberei“ schoben. Im August wurde dann die Magenspiegelung vorgenommen. Proben entnommen und später auch noch eine Sonografie gemacht. Alles ohne wirklichen Befund. Trotzdem, scheinbar als Rechtfertigungsgrund, bekam Leonie Antra Mups verschrieben, was keinerlei Besserung brachte.

Leonie hörte mehr und mehr zu sprechen auf und hatte vermehrt diese Zustände vor allem nachts, die wie ihr Papa irgendwann mutmaßte wie Anfälle aussahen. Ich trug den Verdacht der Kinderärztin vor. Diese hatte jedoch noch keine Infos aus dem Vivantes und wollte abwarten, um Leonie keine unnötigen Untersuchungen zuzumuten.
Im September war ich so verzweifelt, dass ich den Chefarzt aus der Kinderklinik Buch anschrieb, der sich auch sofort Leonie ansah (Aufnahme im KH am 14.09.2010) und zwei Tage später stand aufgrund der EEG-Untersuchung die Diagnose Epilepsie. Leonie wurde komplett durchgecheckt (HNO, Ultraschall, MRT, Blutbild), außer dem EEG wurden keine auffälligen Befunde festgestellt (diverse Stoffwechselerkrankungen, Morbus Wilson, Hirntumor wurden ausgeschlossen)

Die Medikamenteneinstellung war schwierig:
1. Lamictal+Frisium -> ca. 1 Woche (vom Lamictal bekam Leonie Hautaschläge und Atemnot)
2. Frisium und Ospolot (keine Wirkung außer das Leonie wie high war und jeden ganz doll lieb hatte)
3. Ospolot + Keppra (Wesensänderung durch Keppra, extrem agressiv)
4. Orfiril + Ospolot + Keppra
5. Orfiril + Keppra
6. Timox+ Keppra
7. Timox -> Apydan -> erstmals gute Resultate auch beim EEG, aber noch nicht anfallsfrei
8. Apydan + Frisium -> subjektiv keine Besserung zur Monotherapie mit Apydan
Dann ging es zur Reha in Hohenstücken
- Logopädie, Ergo-, Hippo-, Tiertherapie, Bewegungstheraphien
- Sprachbild deutlich verbessert

Juni-Juli 2011 Kur in Sellin
- Leonie schläft schlecht und ist erkältet, dadurch vermehrt Anfälle nachts

Dezember 2011
Leistungstests Ergo und Schuleignung:
- Leonie ist völlig normal entwickelt, geringe Einschränkungen in der Sprache (Aussprache)
- Schulrückstellung wird dennoch gewährt, ebenso erhöhter Förderungsbedarf

Februar 2012
wieder häufig und nur schwer abklingende Infekte
vermehrtes Sabbern, fast täglich mindestens 1 Anfall pro Nacht
-> Erhöhung von Apydan auf 450 -600
-> Zugabe von einer Luminalette abends
- nach einer Woche keinerlei Besserung des Zustands, daher Luminalette wieder abgesetzt.
März 2012
weiterhin schlechte Verfassung, Infekt, eine Nacht Fieber um 38,5 Grad (mit Wadenwickel gesenkt)
mittlerweile auch mittags (Mittagschlaf) Anfälle (2) in der Kita
extrem viel Speichelfluss
Sprache schwammig
Juni 2012
1 Woche Heidelberg zum Einholen einer zweiten Meinung bezüglich der Epilepsie
24-h-EEG mit Kameraüberwachung ergab 3 Anfälle im Schlaf
MRT unauffällig
weitere Stoffwechselerkrankungen ausgeschlossen
erhöhte Laktatwerte könnten auf einen Stoffwechseldefekt hindeuten, ggf. Muskelbiopsie notwendig
Sonografie unauffällig, Augenuntersuchung unauffällig
2 Wochen später
Infekt mit Atemwegsbeteiligung, trotz Inhalation erster schwerer Asthmaanfall mit Rettungswagen in die Notaufnahme, 3 Tage Sauerstoffzugabe und Cortisontherapie

Im Juli
Zugabe von Vimpat zusätzlich zu Apydan, langsames einschleichen
kurzzeitig positive Effekte bemerkbar, aber bisher nicht nachhaltig

Im August vom Pulmologen
zusätzlich Cortisontherapie, 2 x täglich Vianispray

Ende 2012 mangels Anfallsreduzierung Vimpat raus und Zonisamid rein, rasche Entwicklung von Nebenwirkung, daher weitere Therapiemöglichkeit Ketogene Diät besprochen. Derzeit 2-4 Anfälle pro Nacht.

Februar 2013
Voruntersuchung zur Ketogenen Diät 1 Woche im Helios Buch
Dann zwei Wochen im KEH Lichteberg Einstellung auf die modifizierte Atkinsdiät mit 15 Kh/Tag. Schnelle Zunahme der Ketose, ohne Anfallsreduktion.
Nach zwei Monaten MAD starker Infekt mit verminderter Nahrungsaufnahme, plötzliche Anfallsreduktion, daher in Absprache mit den Ärzten Umstellung auf strenge ketogene Diät im Mai 2013.

Leichte Anfallsreduktion auf ca. 2 Anfälle die Nacht, wobei die Anfälle manchmal sehr kurz 5-10 Sekunden sind. Gelegentlich sporadisch anfallsfreie Nacht, leichte Besserung der Sprache, unverändertes Speicheln. Ketonwerte schwanken zwischen morgens 2,4-3,9 und abends 5,4-7,1.
Zustand August 2013:
Keine deutliche Wirkung der ketogenen Diät, nächtliche Anfälle 1-4, zwischen 10 -25 Sek., weiterhin verwaschene Sprache und starker Speichelfluß); leichte Besserung in der Sensibilität im Mundbereich, gelegentlich besser verständliche Sprache, häufig depressive Verstimmungen mit starker Traurigkeit und unkontrolliertem Weinen. (Apydanspiegel am oberen Limit, also zu hoch). Leonie hat viele Blaue Flecken und seit kurzer Zeit vermehrten Haarausfall.
Oktober 2013: Beendigung der ketogenen Diät
Aktueller Zustand: unbefriedigend, 3-4 Anfälle pro Nacht, verwaschene Sprache, sehr starker Speichelfluß, starke Stimmungsschwankungen und in der ganzen Familie ein extremes Schlafdefizit, außer bei unserem Sohn (2009), der fipsfidel ist.

So dass ist jetzt ziemlich lang, aber vielleicht findet sich ja jemand im Verlauf wieder und hat noch eine ultimative Behandlungsmethode für uns. Derzeit versuchen wir es nebenher mit Homöopathie und hoffen auf ein Wunder!

Liebe Grüße
Ulrike

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Mandy B.
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Beitragvon Mandy B. » 20.10.2013, 07:11

Hallo Ulrike,

herzlich willkommen bei REHAkids.

Deine Verzweiflung kann man aus deinen Zeilen herauslesen.
Mein Sohn hat ebenfalls eine therapieresistente Epilepsie aufgrund einer Stoffwechselerkrankung- einer Mitochondriopathie- die bei euch aufgrund der erhöhten Laktatwerte scheinbar auch als Verdachtsdiagnose steht.
Ich möchte dich daher fragen, ob diesbezüglich weitere Anhaltspunkte vorliegen? Sind noch andere Organsysteme betroffen (Augen, Innenohr, Herz, Muskeln, Verdauungstrakt usw.) oder soll noch einmal der Laktatwert kontrolliert werden?
Der Krankheitsverlauf von Leonie klingt bis jetzt nicht so Mito- typisch, aber das heißt nichts, denn 1. bin ich kein Arzt :wink: und außerdem kann sich die Erkrankung auch später erst mit weiteren Symptomen manifestieren.

Wir haben derzeit eine relativ gute Entwicklung und stabile Phase durch die ketogene Diät erreichen können (bei weiterhin täglichen Anfällen). Mein Sohn hat darüberhinaus einen VNS seit bald 5 Jahren. Entwicklung war erst wieder möglich als er weniger Anfälle hatte, einige "Symptome" waren auch offensichtlich Nebenwirkungen der Medikamente :evil:

Neben dem VNS als Möglichkeit möchte ich dir noch ein Epilepsiezentrum ans Herz legen. Den VNS haben wir im Benjamin- Franklin implantieren lassen.

Viele Grüße
Mandy
F. (04/04): neurodegenerative Erkrankung mit komb. Atmungskettendefekt/ Mitochondriopathie

Martina78
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Beitragvon Martina78 » 20.10.2013, 16:36

Hallo,
Wenn ihr in Berlin wohnt, kann ich euch nur dr. Panzer, leiter der epilepsieambulanz im drk klinikum berlin westend empfehlen, falls ihr da noch nicht wart. Der hat sehr viel Erfahrung u d auch einfühlungsvermögen für die Situation von uns Eltern.
Alles gute
Martina
Martina mit Julia (*1/2012), Pachygyrie und Epilepsie, Pflegegrad 5. Seit 6/15 sehr erfolgreich Ketogene Diät. Kann kurze Strecken laufen. Plus Neuankömmling Franziska (*12/16).
"Das Schicksal mischt die Karten, und wir spielen." (Schopenhauer)

Unsere Vorstellung: http://www.REHAkids.de/phpBB2/viewtopic ... highlight=

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Beitragvon UlrikeE » 20.10.2013, 18:37

@ Mandy:

Das mit der Mito schwebt zwar immer im Raum, aber unsere Ärztin meint auch, dass Leonie dann mehr Defizite haben müsste. Sie ist ansonsten aber weder motorisch noch intelektuell auffällig. Nur die Sprache ist extrem eingeschränkt, seit sie die Anfälle hat, was aber wohl mit den Nerven zu tun hat. Die komplette Gesichtsmuskulatur ist irgendwie taub, wie bei Schlaganfallpatienten. Früher hat sie gequasselt wie ein Wasserfall, heute zupft und piekt sie mich und zeigt mir, was sie will. Sie ist sehr zurückhaltend und schüchtern, weil sie gerade von fremden Kindern regelmäßig wegen des Speichelns und der verwaschenen Sprache gehänselt wird. Das bricht einem das Herz, weil sie ja nicht doof ist und das alles genau bekommt :(
Wegen der Mito-Abklärung müssten wir nach Heidelberg. Dort waren wir wegen einer zweiten Meinung und die haben auch die Werte festgestellt. Es wäre also sinnvoll, dort weiterzumachen, aber es liegt halt nicht gerade nebenan und ich hab noch so meine Bedenken, ob ich ihr die Muskelbiopsie auch noch zumuten will. Letztlich ändert das Ergebnis am Problem ja nichts und da bisher nichts nach Plan läuft, kommt dabei vermutlich auch nix raus. Verflixter Mist :evil:
Wir waren wegen der Umstellung auf die KD im Epilepziezentrum Berlin Brandenburg und so was unqualifiziertes hab ich mein Lebtag noch nicht erlebt. Die Ärzte waren alle kurz vorm Wechsel in andere Kliniken, die Schwestern hatten zum teil gar kein Bock auf Patientin und schon gar nicht auf deren Eltern und die Diätassistentin kämpfte fast täglich mit der Inkompetenz der Küche. Von den sogenannten Spezialisten bin ich erstmal geheilt :roll:
Die Nebenwirkungen sind immer furchtbar und Leonie reagiert auch auf alles heftig. Nach all den Umdosierungen, Einschleichen, Ausschleichen, Kombitherapie, Monotherapie, Diät weiß man gar nicht mehr, welche Wesenszüge denn noch vom Kind sind und welche nur von den Medis, das ist zum verrückt werden. Aber wem erzähl ich das :roll:

@ Martina: Danke für den Tip. Das Westend wurde mir schon öfter empfohlen. Vielleicht sollte ich da wirklich mal anrufen. Wir sind bisher im SPZ Buch. Seit unserem vier Monatigen Aufenthalt dort, sind wir da irgendwie verwurzelt und Leonie hat einfach Vertrauen in die Ärzte und Schwestern, ich auch. Da ist es immer schwer zu wechseln, zu mal unsere Ärztin zwar etwas gewöhnungsbedürtig aber trotzdem sehr engagiert ist :? nach dem Disaster im Epilepsiezentrum weiß ich das umso mehr zu schätzen, leider macht Buch selbst keine KD.

Liebe Grüße
Ulrike
Ulrike (80) mit Leonie (2006 in der 35. SSW) Klumpfuss (perfekt behandelt und fast unsichtbar), therapiefraktäre Epilepsie, Dysarthrie, Asthma, Hausstauballergie, Neurodermitis (GdB 70 und PS1) und Ben (2009) kerngesund

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Beitragvon steffib » 21.10.2013, 16:20

Hallo Ulrike

Mein Sohn hat eine Epilepsie aber im Moment unter Kontrolle. Er hat eine Sprachentwicklungsstörung durch die Epilepsie (Dysphasie). Ich wollte dich fragen wie sich die Anfälle nachts bemerkbar machen bei Leonie. Ich bin mir nicht sicher ob Tom nachts anfallsfrei ist. Beim Schlaf EEG zeigt er immer Aktivität. Er muss ins Schlaflabor wo wir aber noch kein Termin haben. Wir müssen zuerst zum Pneumologen im November. Als Baby hatte er Schlafapnoe wobei er ein Jahr ein Babysiss Gerät hatte.
Seit ein paar Tagen ist mir aufgefallen das er vermehrt speichelt, hoffe nur das er nicht wieder die Dosis erhöhen muss mit den Medis. Von Januar bis September hatten wir mehrere Umstellungen. Im Moment nimmt er Frisium und Lamictal.

Liebe Grüsse Steffi
Steffi mit T 10/2005 (CSWS und idiopathische fokale Epilepsie, Deletion 1p34.2-p34.3 Dyspraxie, Dyslexie, Dyskalkulie, Laryngomalazie) und B 08/2007 (Konzentrationsstörung, ADS, Rolando Epilepsie)

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Beitragvon UlrikeE » 21.10.2013, 20:12

Hallo Steffi,

ich kann gut nachvollziehen, dass Du Angst vor einer neuen Erhöhung oder Umstellung hast.
Also Leonie krampft nachts meist so 2-4 mal, mal mehr mal weniger, dabei macht sie röchelnde Geräusche und manchmal schlägt sie heftig mit den Beinen. Trotz Bettauspolsterung, knallt das zuweilen ganz schön. Danach atmet sie sehr schwer, manchmal wimmert sie auch leise vor sich hin.
Früher bin ich bis zu 30 mal pro Nacht in ihr Zimmer gerannt. Das war natürlich auf Dauer nicht machbar.
Wir haben mittlerweile ein Babyphone mit Kamera. Das auf höhster Stufe springt beim kleinsten Geräusch an und über den Bildschirm kann ich denn sehen, ob sie sich nur umgedreht hat oder krampft. Eine andere Möglichkeit ist es, ihn in Deinem Bett schlafen zu lassen, dann merkst Du ja auch, ob er krampft. Manchmal kommt das Speicheln auch vom Medikament, aber bei uns liegt es an den täglichen, bzw. nächtlichen Anfällen. Auch die Sprache wird dann kontinuierlich verwaschner und der Schluckreflex.
Ich drück Dir die Daumen, dass es nur eine kurze Phase ist!

Das Frisium verträgt er gut? Leonie war wie auf Drogen, völlig überglücklich und verliebt in die ganze Welt. Ich habe mein Kind ja sehr gern glücklich, aber das war schon erschreckend und gar nicht natürlich :roll:

Liebe Grüße
Ulrike
Ulrike (80) mit Leonie (2006 in der 35. SSW) Klumpfuss (perfekt behandelt und fast unsichtbar), therapiefraktäre Epilepsie, Dysarthrie, Asthma, Hausstauballergie, Neurodermitis (GdB 70 und PS1) und Ben (2009) kerngesund

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Beitragvon Sandy01 » 22.10.2013, 08:16

Hallo,

meine Tochter hat auch eine therapieresistente Epilepsie und schon einige Medis durch. Anfang des Jahres haben wir Apydan abgesetzt und nur noch Orfiril und Lamotrigin drin. Ostern bekam sie einen Vagusnervstimulator und ist seitdem anfallsfrei (aufholzklopf ;-) )

Ich würe die OP für den VNS wieder machen. Die Handhabung ist so unkompliziert und hat bei uns Erfolg gebracht. Vielleicht wäre das für euch auch eine Option?

LG Sandy
Mama (72) schwerhörig,depr. Anpassungsstörung
T. (98) hochgradig schwerhörig u. Gleichgewichtstörungen
K. (01) ICP, Epilepsie, geist. Beh., Microcephalus, Behinderung entstanden durch Geburtsfehler, VNS seit 03/2013 u. anfallsfrei seitdem
Unsere Vorstellung: http://www.REHAkids.de/phpBB2/ftopic50737.html

steffib
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Beitragvon steffib » 22.10.2013, 10:49

Hallo Ulrike

Danke für deine Antwort. Wir haben folgende Medikamente probiert:

Mai 2008 Depakin, er bekam Durchfall wurde abgesetzt

2008 Topamax, Sprache kam nicht aber anfallsfrei während 1 Jahr wurde abgesetzt Dezember 2009.

Nach einem Grand Mal Anfall Mai 2010 Lamictal 50mg

Januar 2013 mehrere Absencen täglich, verwaschene Sprache, einnässen nachts und schlechtes EEG Lamictal erhöht auf 75mg und Frisium 5mg
Im Februar Lamictal wieder 50mg da er Knieschmerzen bekam

Mai 2013 Grand Mal Anfall Lamictal langsam wieder erhöht während ein paar Wochen auf 87,5mg und Frisium auf 10mg.

Juli 2013 Sehr starke Müdigkeit, sehr aufgedreht, kannte keine Gefahren mehr. Frisium wurde daraufhin auf 7,5mg reduziert.
Leichte Besserung danach aber immer noch starke Müdigkeit.

Ende August wurde auf mein Wunsch hin Frisium weiter reduziert auf 5mg damit er nicht zu müde ist in der Schule und sein Verhalten noch immer nicht ganz natürlich war. Er wurde im September eingeschult in die 1.Klasse.

Seit Ende August ging es ganz gut, nur das er im Moment vermehrt speichelt (sabbert) vor allem bei den Hausaufgaben (wo er sich stark konzentrieren muss) Nachts schläft er nicht durch, bekomme das nur mit weil er jeden morgen seine Lampe anhat, die ich aber abends ausschalte.
Geräusche höre ich nur sein Röcheln. Werde das mal weiter beobachten.

LG Steffi
Steffi mit T 10/2005 (CSWS und idiopathische fokale Epilepsie, Deletion 1p34.2-p34.3 Dyspraxie, Dyslexie, Dyskalkulie, Laryngomalazie) und B 08/2007 (Konzentrationsstörung, ADS, Rolando Epilepsie)

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Beitragvon Markus v H » 11.09.2014, 23:36

Hallo Ulrike,

unsere Tochter hat auch seit 2 1/2 Jahren therapieresistente Epilepsie. Aktuell (noch) als Doose, myoklonisch astatische Epilepsie diagnostiziert.

Wir haben zig Medis und die Keto Diät durch, und sind aktuell bei Orfiril long und schleichen grad Zonigran ein. Einzig wirkt sicher nur Luminal hochdosiert iv, aber dann ist sie auch für Tage "abgeschossen".

Sie hat praktisch jede Art von Anfällen in Clustern bis ca 10 Tage und mit Pausen von 2 Tagen bis 6 Woche (lang her).

Wie ist es bei Euch mit der Einschulung? Im Augenblick sehen wir da keine Chance.

Liebe Grüße
Markus
mit Franziska (2008); seit 2012 Doose Syndrom / myoklonisch astatische Epilepsie; Therapieresistent und Moritz (2006) und Niklas (2012)

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Beitragvon UlrikeE » 12.09.2014, 17:44

Hallo Markus,

erst einmal alles gute für die kleine Maus. Ich weiß leider nur zu gut, was Ihr gerade durchmacht. Also anfang diesen Jahres ging bei uns gar nichts mehr. Leonie ging es so schlecht, dass sie linkseitig gelähmt war, ständig stürzte, nicht mehr sprechen und essen konnte. Dann haben wir den Arzt gewechselt und nun bekommt Leonie eine ziemlich wilde Kombination aus Apydan extent 300-0-450, Orfiril 150-0-300, Lamictal 25-0-65 und Frisium 0-0-5. Und auch wenn eine vierer-Kombi erst einmal Angst macht, Leonie hat es gerettet. Die Anfälle haben sich stetig reduziert und sind jetzt kaum noch wahrnehmbar. Sie spricht, ißt, rennt und tanzt fast wie vor ihrer Erkrankung. Für uns ist das ein Wunder! Ich kann nur sagen, nicht die Hoffnung aufgeben und auch vor einem Arztwechsel nicht zurückschrecken. Epilepsie ist so vielfältig und bloß weil ein Syndrom selten ist, heißt es nicht, dass es keine Therapiemöglichkeit gibt.
Bei Leonie hat man bis heute keinen Auslöser der Erkrankung finden können. Man weiß nur, dass der Anfallsursprung im Frontallappen liegt.
Wie ist es bei Franziska?

Liebe Grüße und viel Kraft!
Ulrike
Ulrike (80) mit Leonie (2006 in der 35. SSW) Klumpfuss (perfekt behandelt und fast unsichtbar), therapiefraktäre Epilepsie, Dysarthrie, Asthma, Hausstauballergie, Neurodermitis (GdB 70 und PS1) und Ben (2009) kerngesund


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