Laufen mit Hemiparese - wann und wie gelernt?

In dieser Rubrik könnt ihr euch über diverse Krankheitsbilder austauschen - z. B. Skoliose, Kyphose, Cerebralparese usw.

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Karin2308
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Re: Laufen mit Hemiparese - wann und wie gelernt?

Beitragvon Karin2308 » 24.04.2019, 17:47

Hallo,
wir haben nach unserem Besuch in Mosbach einen Forced-Use-Handschuh nachgebaut, da normale Handschuhe schnell ausgezogen wurden.
Dazu haben wir einen Verbandsfäustling (z.B. TG Fäustling groß für Kleinkinder) in der Apotheke gekauft und eine dünne Kunststoffplatte (dünnes Kunststoff-Schneidebrett, Stärke 1-2mm) in Handschuhform ausgeschnitten und in den Handschuh gelegt. Der Handschuh kam dann an die gute Hand. Die schlechte Hand war dann gezwungen zu greifen. Das sorgte für jede Menge Unmut und wir haben meistens nur 30 Minuten durchgehalten. Länger ist natürlich besser. Als die Hand dann besser einbezogen wurde, haben wir damit aufgehört.
Beim Nachtisch essen haben wir eingeführt, daß es Pudding oder Fruchtzwerge nur gibt, wenn diese mit der schlechten Hand festgehalten werden. Der Becher steht dann zwar sehr schräg, da das Handgelenkt sich nicht gut drehen lässt, aber es wird besser und klaglos akzeptiert. Bei Bonbons oder Kaubonbons gibt es bei Öffnen auch keine Hilfe (obwohl der Kampf mit dem Verpackungspapier manchmal echt hart anzusehen ist).
Beim Anziehen mußten wir auch sehr kleinschrittig vorgehen. Socken über die Ferse ziehen und das Kind macht den Rest. Beim Pulli, erstmal nur das Kopfloch etc. - da braucht man echt Geduld. Ich hätte alles für eine Reha getan, die sich nur darum kümmert und hoffe jetzt auch auf den Sommer.
LG

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Karin2308
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Re: Laufen mit Hemiparese - wann und wie gelernt?

Beitragvon Karin2308 » 24.04.2019, 17:50

P.S.
Die Physio kümmert sich um Bewegungsapparat und den Muskelaufbau, die Frühförderung um Spielanregungen und Einbeziehung aller Sinne. War zu mindestens bei uns so.

Nike_2603
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Re: Laufen mit Hemiparese - wann und wie gelernt?

Beitragvon Nike_2603 » 24.04.2019, 19:24

Hi,

Danke fürs Aufklären :-)
Unser Kindergarten hat jetzt natürlich auch nicht die volle "pädagogische Leistung" im Hinblick auf die Hemiparese aber sie wissen von Therese's Beeinträchtigung und achten schon ein bisschen darauf und fragen auch mal nach, ob sie speziell was machen sollen. Das ist schön und gibt uns ein gutes Gefühl. Außerdem ist die Kita sehr auf Bewegung und Sport ausgerichtet, was den Ehrgeiz der Kleinen weckt.
(sie hat letztens geübt, ständig eine Böschung hinauf- und hinabzulaufen, weil ihr das Probleme bereitet hat) da bin ich sehr stolz auf sie!

Sprachlich hat meine Maus bisher glücklicherweise keine Probleme, sie hat eine klare Aussprache, weiß viele Wörter, versteht vieles (will nur nicht hören) *lach* Da bin ich sehr froh drum. Ich weiß nicht, ob wir noch Logopädie später brauchen bezüglich mancher Laute (bei Schaukel kommt nur "Chaukel", das SCH kann sie also bspw. noch nicht, aber das würde ich jetzt nicht unbedingt der Hemiparese zuschreiben).

Bei uns scheint es vielmehr diese ganze Wahrnehmung und Sensorik zu sein, die wir unbedingt mehr fördern müssen.

Das mit dem Handschuh ist ein sehr guter Vorschlag, wir werden das dann doch wahrscheinlich in Angriff nehmen, auch wenn es sehr hart wird (nicht nur für die Kleine, auch für mich!). Da hilft wohl nur, das Ziel vor Augen zu behalten.

Danke für die ganzen Tipps, auch was das Spielzeug anbelangt. Da haben wir natürlich schon viele Sachen und versuchen wie schon erwähnt, alles von links zu geben, damit sie die Hand nutzen muss und einbezieht.

Die Krankenkasse hat übrigens gerade eine Ablehnung für die sensomotorischen Einlagen geschickt, weil noch Fotodokumentation und die Trittspur fehlt. Sie haben diese wohl innerhalb von zwei Wochen erwartet. Das man erstmal vielleicht noch einen Termin machen muss, um das nachzuliefern und man nun nicht gleich springt und Zeit hat, ist ihnen wohl nicht bewusst. Es ist unglaublich, dass man schon für solche Dinge so kämpfen muss und so kurze Fristen gesetzt bekommt, dass man sie nicht einhalten kann. Es geht um ein Kind und die bestmögliche Förderung?!! Ich verstehe es nicht... *Kopfschüttel*

LG,
Nike

AnnaHi
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Re: Laufen mit Hemiparese - wann und wie gelernt?

Beitragvon AnnaHi » 04.05.2019, 22:39

Hallo Nike,

ich bin hier im Thread auf Dich gestoßen. Ich hatte versucht, dir eine PN zu schreiben, aber irgendwie geht die nicht raus. Unsere Kinder scheinen ähnlich alt zu sein und ähnliche Diagnosen zu haben und wenn ich es richtig gelesen habe, seid ihr auch im SPZ der Charite? Paul ist 2,5 (korrigiert 27 Monate) und hat eine leichte spastische Hemiparese links. Er lief mit korrigierten 19 Monaten. Er trägt seit Ende des Jahres Ringorthesen von Pohlig, aber so richtig scheinen die noch nicht angepasst zu sein, das SPZ schlägt Unterschenkelorthesen vor, unsere Phyiotherapeutin sensomotorische Einlagen...
Darf ich fragen, bei wem ihr im SPZ in Behandlung seid? Unsere Ärztin ist Frau Dr Potratz und unsere Physiotheapeutin Frau Cremer. Ich würde mich freuen, wenn wir uns ein wenig austauschen würden, denn gerade wenn die Kinder noch so klein sind, scheinen sich die Ärzte bzgl der Versorgung doch recht uneinig zu sein.

ich habe leider gerade nicht so viel Zeit zu schreiben, wollte aber dennoch eine kurze Nachricht dalassen, weil ich so viele Ähnlichkeiten gesehen habe.

Viele Grüße
Anna
Anna mit L. (11/2016 Sternenkind) und P. (11/2016) ehem. Extremfrühchen (27+3) spast. Hemi li

Nike_2603
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Re: Laufen mit Hemiparese - wann und wie gelernt?

Beitragvon Nike_2603 » 04.05.2019, 23:33

Hi Anna,
Hab dir eine PN geschickt. :-)

Viele Grüße,
Nike


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